Die letzte Siedlungsart bildeten die Neubauern. Einheimische und auswärtige Bauernkinder erwarben in der Mark eine größere Fläche wüsten Grund, auf der sie siedelten und ihr Land durch Pacht und Zukauf mehrten.
Die preußischen Könige, besonders Friedrich der Große, förderten als Landesherren die Neubauern durch Landdotationen und Steuerbefreiungen auf längere Zeit.
Von 1750 an kommen Neubauern vor. Sie mehrten sich im vorigen Jahrhundert.“ (gemeint ist von 1800 – 1900)
Dieser Text stammt aus einem Lesebogen für die Schulen des Kreises Lingen (Ems) aus dem Jahre 1953 „Aus der Geschichte unserer Heimat“


zur Verfügung gesellt vom Heimatverein Hörstel
Georg Köhne war ein Mann, der eine besondere Ausbildung genossen hat als Berufsschullehrer: Zunächst absolvierte er in seinem Bildungsplan eine Bäckerlehre, um dann ein Studium als Handelsschullehrer zu absolvieren.
Er baute maßgeblich das Berufsschulwesen in Lingen aus, wurde Berufsschuldirektor und später Oberstudiendirektor dieser Fachschule.
In seiner unterrichtsfreien Zeit schrieb er vornehmlich für die Kivelingszeitung interessante Beiträge zur Geschichte der Stadt Lingen mit ihrem Umland.
Von ihm stammen auch die ersten Aufzeichnungen von dem berühmt-berüchtigten Hollandgänger Knapp Gerd, der auf dem Heimweg aus den Niederlanden seinen Kollegen beraubte und tötete.

Foto: Archiv Robben

Beispiel 28
Ein ehemaliges Heuerhaus aus Wietmarschen wurde im Nordhorner Zoo neu errichtet…
Was macht ein ehemaliges Heuerhaus im Zoo?
Zur Geschichte des Hauses heißt es auf einer Hinweistafel:
1670 wurde das kleine Niederdeutsche Hallenhaus als Leibzucht (Altenteil) des Hofes Elsmann (heute Klüsener) in Wietmarschen errichtet. Es hat in der Länge vier Fache. Seine Diele war ursprünglich nicht befahrbar, da es im Vordergiebel nur ein schmales Tor hatte. Später wurde es als Heuerhaus vermietet. Damals wurde auch eine „Niendeure“ eingebaut, um mit Wagen in das Haus hineinfahren zu können, und es wurde ein Pferdestall angebaut.
Seit etwa 1960 wurde das Haus kaum noch genutzt und verfiel. 1977 schenkte es die Familie Klüsen dem Heimatverein. Unter Leitung von Dietrich Maschmeyer wurde es durch das Technische Hilfswerk (THW) abgebaut. Danach dauerte es über 30 Jahre, bis der Wiederaufbau endlich gelang. Dabei wurde es zunächst als „Rohbau“ in seinem ursprünglichen Zustand von 1670 wiedererrichtet. In den nächsten Jahren soll es im Inneren so ausgestaltet werden, dass man in ihm erleben kann, wie die Menschen vor 300 Jahren in ihm gelebt haben.
Dieser Vorsatz ist bis heute nicht vollständig umgesetzt.

Foto: Archiv Robben
Weitere Recherchen zum geplanten Fotoband
Heuerhäuser im Wandel der Zeit
Ein historischer Bilderbogen
auf einem beeindruckenden münsterländischen Hof: Schulze Hauling in Legden.

In einem ersten Gespräch vor dem alten Brauhaus:
von links: Fotograf Martin Skibicki, der besondere Fachmann für ländliches Bauen Dr. Andreas Eiynck und der Besitzer Bernhard Schulze Hauling

Zu diesem Betrieb gehörten früher 4 Heuerhäuser
- Die sog. Leibzucht – das war das Haus für den Altbauern mit seiner Frau (Altenteil). Wurde es in dieser Funktion nicht genutzt, verpachtete der Bauer es als Heuerhaus auf Zeit.

- Dieser ehemalige Heuerkotten ist heute ebenfalls vermietet

- Etwas weiter vom Hofraum entfernt wohnt heute die Tochter

- Sehr dezent einem Kotten nachempfunden entstand dieser Neubau im Fachwerkstil für den Sohn als Hofnachfolger. Hier wurde vor kurzem Hochzeit gehalten.
