Vorschlag 1946: Mehr Heuerstellen einrichten!

Heute kaum vorstellbar:

Der Fachmann Jürgen Seraphim schlug 1946 in seiner Studie vor:

Um zu einer ersten, wenn auch sehr allgemeinen Vorstellung von den sich bietenden Möglichkeiten zu gelangen, gehen wir zunächst von der Voraussetzung aus, daß jeder Betrieb über 20 ha, der bisher ohne Heuerling war, in Zukunft einen solchen beschäftigen kann; dasselbe gilt im Reg.-Bez. Minden für alle Betriebe über 10 ha. Wir sind uns darüber klar, daß in Wirklichkeit nicht alle Betriebe von den genannten Größen an in der Lage sind, Heuerlinge anzusetzen, selbst wenn die finanziellen Voraussetzungen hierfür geschaffen sind. Andererseits sind die großbäuerlichen Betriebe imstande, u. U. weit mehr als eine Heuerlingsstelle neu zu schaffen. Aus diesem Grunde beinhaltet die nachstehend wiedergegebene Berechnung nur das Mindestmaß dessen, was im Untersuchungsraum über die bestehenden Heuerlingsstellen hinaus neu zu schaffen möglich ist.

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Wir sind jedoch der Ansicht, daß weit mehr als 16 000 neue Heuerlingsstellen ge­schaffen werden könnten. Wenn bisher schon im Durchschnitt des ganzen Unter­suchungsgebietes auf einen Heuerlinge haltenden Hof 1,7 Heuerlinge entfielen, und wenn dieses Verhältnis auf die Gesamtzahl der heuerlingsfähigen bäuerlichen Betribe übertragen wird, dann ergibt das rund 25 000 mögliche Neulieuerlingsstellen. Auch diese Zahl liegt u. E. noch unter dem zu Erreichenden, denn in den Kreisen, in denen das Heuerlingswesen voll ausgebildet ist, wie etwa in Bersenbrück, entfallen 2 Heuerlinge auf einen Heuerlinge haltenden Hof.

Seraphim, Hans-Jürgen: Das Heuerlingswesen in Nordwestdeutschland (Veröffentlichung des Provinizialinstituts für westfälische Landes- und Volkskunde, Reihe I: Wirtschafts- und verkehrswissenschaftliche Arbeiten, Heft 5), Münster 1948

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