Zuchterfolge bei Heuerleuten 1

Der Viehhändler Heinrich Leveling (genannt Pöttker) handelte sowohl bei Bauern als auch bei Heuerleuten.

Somit ist er ein besonderer Zeitzeuge für diese Sozialisationsform und er kann interessante Anekdoten dazu in seiner Art erzählen.

Wieder einmal suchte er am frühen Vormittag  ein Heuerhaus in der Nähe von Emsbüren auf und kaufte dort aus einem Wurf 9 Mastschweine. Anschließend ging er  zu dem dazugehörigen Bauernhof, um auch dort nach möglichen Geschäften Ausschau zu halten.  Dabei steuerte er zunächst jeweils die Küche an, wo die Hausfrau in den Morgenstunden zumeist anzutreffen war. Natürlich war es ihr nicht entgangen, dass Pöttker zunächst bei den „lüttken“ Nachbarn war, und sie fragte neugierig: Was hast du denn da gekauft ? Der Viehhändler gab wahrheitsgemäß Auskunft. Ganz aufgebracht über den Erfolg im Stall der Heuerlingsfamilie rief sie ihren Mann herbei und beschwerte sich: Hermann hör mal unsere Heuerleute haben neun Mastschweine verkauft und das alles von unserem Acker!

Mehrfach wurde bei den Gesprächen mit ehemaligen Heuerleuten deutlich, dass deren Schweine nicht selten bessere Erfolge brachten als die der Bauern. Die direkte räumlich Nähe zu diesen besonderen Haustieren mit einem gewissen Verwöhneffekt ließ die Tiere besonders gut geraten.

So erzählte Frau Limbers aus Bramsche bei Lingen, dass der Lehrer des Dorfes grundsätzlich sein jährliches Schlachtschwein bei ihrer Mutter im Heuerhaus kaufte,weil es jeden Tag auch ein wenig Milch ins übrige Futter bekam…

Foto: Archiv Robben           Das Bentheimer Landschwein, eine beliebte Rasse bei Heuerleuten

schweieferkel