Agrarkrise und Endphase der Weimarer Republik: 1928 bis 1932

Landwirte wie Heuerleute litten in den 1920-er Jahren nicht nur unter den massiven infrastrukturellen Defiziten in der Region Emsland/Bentheim. Vor allem die schlechten Wegeverhältnisse führten dazu, dass landwirtschaftliche Produkte nur schwer und unter überdurchschnittlichen Mühen und Kosten in den Handel gelangen konnten. Bei anhaltenden Schlechtwetterphasen musste dies sogar häufig unterbleiben. 1925 fiel die Ernte aufgrund eines besonders heißen Sommers mit heftigen Gewittern unterdurchschnittlich aus. Das Jahr 1926 war sehr nass; im Winter standen die Kartoffelmieten unter Wasser und bis weit in den Sommer hinein gab es Überschwemmungen[i]. Die Landwirte waren gezwungen, die großen Verluste bei der Heu-, Getreide- und Kartoffelernte aufgrund ihrer Geldmittelknappheit durch den kreditfinanzierten Kauf von Futtermittel für das Vieh auszugleichen. Die Hoffnung, 1927 die Schulden der Vorjahre abtragen zu können, erfüllte sich nicht. Es gab starken Frost im Winter und den niederschlagreichsten Sommer seit 50 Jahren[ii]. Dazu kam, dass der Staat, der wegen der Reparationszahlungen stetig in Geldverlegenheit war, erstmals die Region mit Finanzämtern ausstattete und auf die rasche Zahlung der Steuern drang. Im Emsland hatte die wirtschaftliche Not, die zur Abwanderung von Heuerleuten etwa in die rasant wachsende Textilindustrie Nordhorns führte, der Eigenbedarf der Bauern an Land sowie die Ödlandsiedlung bewirkt, dass von den 2608 Heuerstellen von 1927 drei Jahre später lediglich 2271 übriggeblieben waren[iii]. Im August 1928 bezifferte VCH-Geschäftsführer Josef Deters die Schuldenlast der rund 3000 Heuerlingsfamilien des Emslands auf 2,75 Millionen Mark. Notwendige Ertragssteigerungen seien nicht erreichbar, da aus Geldmangel kein Kunstdünger erworben werden könne. Die Schweinepreise seien seit langem im Keller, die letzten beiden Jahre habe es ausgesprochene Missernten gegeben. So könnten Kredite nicht abgetragen, ja selbst die Zinsen häufig nicht mehr bezahlt werden. Im Gegensatz zur Kritik der Bauern betonte Deters jedoch, Steuern und Abgaben würden zwar keine geringe, jedoch nicht die ausschlaggebende Rolle spielen. Er griff vehement diejenigen Verpächter an, die selbst die Steuerzahlung verweigerten, von ihren Heuerleuten jedoch unbarmherzig die Pacht ohne jede Kürzung eintrieben, obgleich sie öffentlich stets die Unrentabilität der Landwirtschaft beklagten[iv].

Zunächst zogen Heuerleute und Bauern noch an einem Strang, um die wirtschaftliche Situation der Landwirtschaft zu verbessern. Gemeinsam forderten sie in der „Landvolk-in-Not-Bewegung“ Ende 1927/Anfang 1928 Hilfen des Staates[v]. Doch schnell trennten sich die Wege. Während wichtige Führungspersonen der EBV-Kreisvorstände in den Landkreisen Bentheim, Meppen und Lingen zur „Deutsch-Hannoverschen Partei“ (DHP) oder der neugegründeten „Christlich-Nationalen Bauern- und Landvolkpartei“ (CNBLP) überliefen, für die der Lingener EBV-Kreisvorsitzende Carl Langenhorst sogar als Spitzenkandidat zur Reichstagswahl vom Mai 1928 kandidierte, unterstützten die Heuerleute weiterhin das Zentrum. Von den beiden agrarischen Protestparteien hatten sie wenig zu erwarten. DHP wie die eher antidemokratische CNBLP unterstützten in der Siedlungsfrage ausschließlich das bäuerliche Konzept der „Siedlung vom Hofe“, was die Kritik des Heuerleuteverbandes herausforderte[vi]. Teile der „Deutschen Bauernschaft“, vor allem in Bayern und Schlesien, präsentierten zur Reichstagswahl eine eigene Partei der Klein- und Mittelbauern, die „Deutsche Bauernpartei“[vii]. Der VCH lehnte die Unterstützung dieser neuen Partei jedoch ab und setzte auf das Zentrum. Folglich erhielt in der ehemaligen CSVG-Hochburg Groß-Dohren das Zentrum bei der Reichstagswahl 80,2% der gültigen Stimmen, die CNBLP nur 5,4% und die DHP 4,5%.

 

Die großen Bauernorganisationen Deutschlands, so der republikfeindliche, rechtsgerichtete protestantische „Reichslandbund“, die christlich orientierte „Vereinigung der deutschen Bauernvereine“, der auch der EBV angehörte, die kleinbäuerliche „Deutsche Bauernschaft“ sowie der „Deutsche Landwirtschaftsrat“ gründeten am 20. Februar 1929 die „Grüne Front“, um angesichts der Agrarkrise gegenüber dem Staat landwirtschaftliche Interessen besser durchsetzen zu können. Während die dem Zentrum nahestehende „Vereinigung der deutschen Bauernvereine“ ankündigte, mit den beiden antidemokratischen Verbänden, dem „Reichslandbund“ und dem „Deutschen Landwirtschaftsrat“, nur in Sachfragen zusammenarbeiten zu wollen, ging die kleinbäuerliche „Deutsche Bauernschaft“ bald auf Distanz zur „Grünen Front“, da diese nicht nur die Weimarer Regierungen und den demokratischen Staat bekämpfte, sondern unter dem Einfluss der beiden Rechtsverbände kaum Rücksicht auf die Bedürfnisse der Kleinbauern nahm[viii]. Ende 1930 schied schließlich die „Deutsche Bauernschaft“ offiziell aus der „Grünen Front“ aus[ix].

Im VCH regte sich sehr schnell Kritik an der „Grünen Front“. Georg Schulte, der Geschäftsführer der Siedlungsgenossenschaft „Emsland“, warf bereits im September 1929 in einem Leserbrief unter dem Titel „’Grüne Front’ oder 50 Jahre Rückschritt“ dieser Organisation vor, lediglich die Interessen der Großagrarier zu verfolgen. Beispielsweise nützten die von der „Grünen Front“ geforderten hohen Roggenzölle allein den großen Landbesitzern. Im Emsland werde Getreide fast ausschließlich als Futtermittel benötigt. Die Heuerleute und Kleinbauern würden meist die arbeitsintensive Veredelungswirtschaft betreiben, seien also Schweine- und Viehzüchter. Sie müssten ausländisches Kraftfutter, vornehmlich Getreide, hinzukaufen, weshalb eine Erfüllung dieses Begehrens der „Grünen Front“ sie hart treffen würde[x]. Dies löste umgehend eine Leserbriefkontroverse mit dem EBV aus[xi].

Zur Provinziallandtagswahl vom November 1929 und zu einem von Rechtsparteien angestrengten Volksbegehren, das sich gegen den Youngplan wie gegen die Regierung richtete, rief der VCH Versammlungen ein. Dabei bekämpfte er das Volksbegehren und warb für das Zentrum, das wiederum den Verbandsvorsitzenden Heinrich Kuhr nominiert hatte. So erklärte der VCH-Geschäftsführer: „In punkto Volksbegehren stehen auch die Kleinlandwirte in allen Teilen auf dem Boden des Zentrums, auch sie bekämpfen die unverblümten Machenschaften Hugenbergs und anderer. Schon in der Wahl am kommenden Sonntag werden die Kleinlandwirte dieses beweisen, sie werden beweisen, daß sie einig sind und geschlossen ihre Vertreter wählen. Besonders von der Provinziallandtagswahl gilt dieses. Der Verbandsvorsitzende Kuhr steht an der Spitze der Zentrumsliste. Selbst der lutherische Mitgliedsteil des Kreises Bentheim hat einstimmig erklärt, die Zentrumsliste zu wählen“. Auf diesen Versammlungen wurde zugleich die „Grüne Front“ heftig kritisiert[xii].

 

Zuvor hatte der VCH jedoch Anfang 1929 eine leidenschaftlich geführte interne Auseinandersetzung zu bestehen. Mitte Januar berichtete das protestantisch-rechtsgerichtete „Lingener Kreisblatt“ von der Generalversammlung des Verbandes, zu der 1000 bis 1200 Heuerleute erschienen waren. VCH-Geschäftsführer Josef Deters übte massive Kritik an einem Beschluss des Kölner Zentrumsparteitags zur Pachtfrage. Der emsländische Zentrumsvorsitzende Gerhard Schwenne (1889-1947), ein geistlicher Lehrer aus Lingen, verteidigte die Parteitagsentschließung. Das Zentrum habe den Schutz der Pächter im Sinn gehabt. Da aber die Heuerlinge eine Besonderheit des Emslandes und des Oldenburger Landes seien, habe man nicht detailliert auf deren Bedürfnisse eingehen können. Immerhin habe sich die Partei in ihrer Gesamtheit klar für einen Pachtschutz ausgesprochen und der VCH-Vorsitzende Kuhr in seiner Rede auf die Notlage des Emslands hingewiesen[xiii]. Kurz darauf, Mitte Februar, vermeldete die Presse, der VCH habe den Diplomlandwirt Dr. Rudolf Buddenböhmer aus Bohmte als Geschäftsführer angestellt[xiv]. Dies schlug ein wie eine Bombe. Die Entlassung und Ersetzung des VCH-Gründers und –Geschäftsführers Josef Deters wirbelte viel Staub auf. Der VCH berief für den 28. Februar 1929 eine Generalversammlung in Lingen ein, um über die Hintergründe aufzuklären. Dort kam es zu heftigen persönlichen Auseinandersetzungen und Deters wurde von vielen Heuerleuten wieder als Geschäftsführer gewählt[xv]. Der Verband stellte indes umgehend klar, die Wiederwahl Deters sei erst nach Abschluss der Versammlung von verbliebenen Heuerleuten getätigt worden, was keinerlei rechtliche Wirkung besitze[xvi]. Daraufhin verlangte eine Zuschrift den Rücktritt Kuhrs, wie dies von einer Versammlung von VCH-Vertrauensleuten aus dem Hümmling und dem östlichen Kreis Meppen in Holte bereits gefordert worden war. In dieser „Holter Erklärung“ kritisierten die VCH-Aktivisten Kuhrs Verhalten bei der Pachtschutzdebatte auf dem Kölner Zentrumsparteitag sowie die Entlassung Deters[xvii]. Der Verband lud nun zu zahlreichen Versammlungen im gesamten Verbreitungsgebiet ein. Ähnlich wie in Wietmarschen dürften sie überall abgelaufen sein. Hier sprachen der neue Geschäftsführer Dr. Buddenböhmer und der Lingener VCH-Kreisvorsitzende und Kreistagsabgeordnete Joseph Liebner aus Schapen. Inhaltlich wurde stets wenig von den Besprechungen öffentlich gemacht. Über die Wietmarscher Versammlung hieß es lapidar: „Sehr stark bewegte die Anwesenden die Entlassung des ehemaligen Geschäftsführers. Im übrigen wurde der gemeinsame genossenschaftliche Kunstdüngerbezug und der Bezug weiterer landwirtschaftlicher Bedarfsartikel durch die Hauptgenossenschaft landwirtschaftlicher Klein- und Mittelbetriebe, der der Heuerleute-Verband angeschlossen ist, beschlossen[xviii].

 

Der Lingener VCH-Kreisvorsitzende Liebner antwortete Mitte April 1929 in einer ausführlichen Presseerklärung auf die sogenannte „Holter Erklärung“. Darin behauptete er, der Verband habe in den letzen Wochen zahlreiche Neuaufnahmen verzeichnet und zusammengebrochene Ortsgruppen lebten jetzt wieder auf. Er selbst fordere schon lange ein Ende des „Systems Deters“. Bereits 1926 habe er die Entlassung des Verbandsgründers verlangt, da dieser die Geschäftsführung immer interessenloser betrieben und sich statt dessen intensiv um eigene Nebengeschäfte gekümmert habe. Durch öffentliche Äußerungen etwa zu den staatlichen Heuerleutekrediten (so etwa: „Wir nehmen die Kredite, zahlen sie aber nicht zurück!“), für die sich das Zentrum eingesetzt hatte, habe Deters den Verband schwer diskreditiert. Ferner warf Liebner Deters vor, bei Heuerleuten in schwindelhafter Weise trügerische Hoffnungen auf Siedlungsstellen genährt und nicht zuletzt für die Vermittlung von Siedlerstellen oder für Hilfe bei Streitfällen Gelder und Schinken gefordert zu haben. Überdies habe er zunehmend engen Verkehr mit Verpächtern, so dem Fürstlich Bentheimischen Rentmeister, geführt, was nicht zum Vorteil der Heuerleute gewesen sei. Wenn man Kuhr einen Vorwurf machen könne, dann den, Deters nicht schon früher beurlaubt zu haben[xix]. Dem entlassenen Geschäftsführer Deters gelang es, mehr als die erforderlichen 10% der Mitglieder dazu zu bewegen, schriftlich eine außerordentliche Generalversammlung über seine Entlassung zu fordern. Diese fand am 28. April 1929 in Lingen statt. Dazu veröffentlichte der VCH-Vorstand folgenden Aufruf an die Mitglieder:

 

 

Quelle: Lingener Kreisblatt Nr. 98 vom 27.04.1929.

 

Die außerordentliche Generalversammlung wurde von 1500 bis 1800 Heuerleuten besucht. Kuhr erläuterte erstmals öffentlich die Gründe für die Entlassung seines alten Weggefährten Deters im Februar. Deters selbst war nicht erschienen. Bei der Wiederwahl des bisherigen Vorstands verzeichnete dieser schließlich nur ganze drei Gegenstimmen. Anschließend informierte der Geschäftführer der „Deutschen Bauernschaft“, Heinrich Lübke, der wegen der Brisanz des Vorgangs eigens nach Lingen gereist war, über den Pachtschutz, Siedlungsfragen und die neue Einheitsorganisation „Grüne Front“[xx]. Anscheinend hatte Deters die Mitgliedschaft des VCH in der „Deutschen Bauernschaft“ in Frage gestellt, denn der Meppener „Katholische Volksbote“ kommentierte die Entscheidung dahingehend, dass nicht nur der Zwist im Verband nun beigelegt, sondern auch der Verbleib des Verbandes in der „Deutschen Bauernschaft“ sichergestellt sei[xxi]. Danach kehrte Ruhe im VCH ein, der anschließend zahlreiche Versammlungen einberief, so in Ohrtermersch im Kreis Bersenbrück, in Bimolten in der Niedergrafschaft, in Geeste im Kreis Meppen oder im Hümmlinger Dorf Lahn, also in allen Teilen des Verbreitungsgebiets, um eingegangene Ortsgruppen zu reaktivieren und über die Vorfälle zu informieren[xxii]. Folglich vermeldete der Verband am Ende des Jahres steigende Mitgliederzahlen[xxiii].

Auf der VCH-Generalversammlung Ende Dezember 1930 berichtete der Vorstand erneut von Mitgliederzuwächsen. Kuhr bekräftigte dort die Unterstützung der Heuerleute für das Zentrum und insbesondere für den regionalen Reichstagsabgeordneten Dr. Heinrich Brauns, der viel für die Siedlungsbemühungen getan habe. Von den Nationalsozialisten könnten die Heuerleute nichts erwarten. Abschließend kündigte Kuhr an, der Verband wolle nun im Kreis Aschendorf die Organisationstätigkeit aufnehmen[xxiv].

 

Angesichts der zunehmenden Gefährdung der Republik von Weimar intensivierte der VCH seine Versammlungstätigkeit, wobei neben berufspezifischen Fragen und der Siedlungsproblematik verstärkt aktuelle politische Themen behandelt wurden. So sprach sich der Verband beispielsweise in einer Zeitungsanzeige im August 1931 gegen den von den rechten Republikgegnern initiierten Volksentscheid gegen die Preußenregierung aus und empfahl den Mitgliedern, den Volksentscheid zu boykottieren oder mit „Nein“ zu stimmen[xxv]. 1932 warb der VCH in Aufrufen für die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten, um eine Präsidentschaft des NSDAP-Parteiführers Adolf Hitler zu verhindern[xxvi]. Die steigende wirtschaftliche Not trieb, so die Einschätzung des Verbandes, immer mehr Heuerleute in den VCH, um dessen Hilfen in Anspruch zu nehmen[xxvii]. Der politische Wind wehte dem Verband in der Weltwirtschaftskrise, von der im landwirtschaftlichen Bereich die extrem rechten Parteien profitierten, zunehmend entgegen. So wehrte sich der Bauernfunktionär und Zentrumspolitiker Clemens Hesemann (1897-1981) aus Handrup, 1933 kurzzeitig emsländischer Zentrumsvorsitzender, auf einer Wahlveranstaltung seiner Partei in Langen im Sommer 1932 gegen das Schlagwort der Rechtsparteien des Landstrichs vom „Siedlungsbolschewismus“, mit dem diese die Arbeit des VCH zu diskreditieren suchten. Er sprach sich eindeutig für die Siedlung aus[xxviii]. Trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten warb der Kleinbauernverband weiterhin für die Demokratie von Weimar. Auf einer Notkundgebung Anfang Januar 1933 in Lingen machten folglich die Verbandsvertreter den versammelten Heuerleuten und Knechten klar, nicht das „System“ sei an der Notlage schuld, sondern eine verfehlte Agrarpolitik[xxix]. Wo der Verband politisch stand, wurde bei dieser Gelegenheit wieder augenscheinlich demonstriert. Als Gastredner trat der regionale Zentrumsreichstagsabgeordnete August Wegmann (1888-1976) aus Oldenburg auf. Überdies beschlossen die Anwesenden, dem von den rechten Parteien wegen seiner fortschrittlichen Sozialpolitik heftig befehdeten ehemaligen Zentrumsminister Dr. Heinrich Brauns zu seinem 65. Geburtstag demonstrativ ein Glückwunschtelegramm zu senden[xxx].

 

 

[i] Siehe: FVB Nr. 87 vom 28.07.1925, ZuA Nr. 3 vom 05.01.1926, LT vom 29.09.1926. Vgl. ebenso: BZ Nr. 101 vom 16.08.1926 oder ZuA Nr. 7 vom 09.01.1926.

[ii] FVB Nr. 136 vom 12.11.1927, HZ Nr. 63 vom 03.08.1927 und EZ Nr. 260 vom 09.11.1927. Zum ganzen Komplex vgl.: BZ Nr. 111 vom 14.05.1929 und KVB Nr. 34 vom 20.03.1928.

[iii] Bölsker-Schlicht (wie Anm. 1), S. 439. Die „Ems-Zeitung“ bezifferte die Abwanderung von Heuerleuten in die Nordhorner Industrie im Februar 1929 für die letzten Jahre auf rund 350 Heuerlingsfamilien (EZ Nr. 28 vom 02.02.1929).

[iv] FVB Nr. 101 vom 27.08.1928.

[v] Helmut Lensing, Die Landvolk-in-Not-Bewegung von 1928 im Emsland, in: Jahrbuch des Emsländischen Heimatbundes Bd. 40/1994, Sögel 1993, S. 44-63.

[vi] Siehe etwa Deters Kritik an der diesbezüglichen Stellung des Loruper DHP-Landtagsabgeordneten Wilhelm Borgmann in: LVB Nr. 84 vom 19.07.1928. Der Nachfolger Pennemanns als Zentrumsreichstagsabgeordneter, Dr. Johannes Drees, war zwar Bauernfunktionär, hatte sich aber in seiner Dissertation mit der Heuerlingsfrage beschäftigt und stand vielen Forderungen des VCH aufgeschlossen gegenüber, zumal sein Bruder sogar in Kluse durch die „Siedlungsgenossenschaft Emsland“ siedeln konnte.

[vii] Fritsch (wie Anm. 75), S. 571. Die „Deutsche Bauernpartei“ zog mit acht Abgeordneten in den Reichstag ein.

[viii] Siehe dazu: Lutz Fahlbusch, Grüne Front (GF) 1929-1933, in: Fricke (wie Anm. 75), S. 72-75.

[ix] Fritsch (wie Anm. 75), S. 572.

[x] LVB Nr. 219 vom 20.09.1929.

[xi] Die Antwort des EBV in: LVB Nr. 229 vom 02.10.1929. Schulte widersprach dem heftig und erhielt in einer Zuschrift Unterstützung vom Provinziallandtagsabgeordneten Heinrich Bergmann aus Ankum, dem Vorsitzenden des Zentrums im Kreis Bersenbrück (LVB Nr. 237 vom 11.10.1929).

[xii] LVB Nr. 263 vom 12.11.1929. Der Medienmogul Alfred Hugenberg war der neue Vorsitzende der rechtsextremen „Deutschnationalen Volkspartei“, der vehement die Republik bekämpfte und die Großagrarier stützte. Die Grafschafter Bevölkerung war nicht, wie Buddenböhmer behauptete, größtenteils lutherisch, sondern reformiert und altreformiert.

[xiii] LVB Nr. 15 vom 18.01.1929, LKB Nr. 16 vom 19.01.1929, siehe auch: LT vom 17.12.1928.

[xiv] LKB Nr. 45 vom 22.02.1929.

[xv] LKB Nr. 52 vom 02.03.1929.

[xvi] LKB Nr. 55 vom 06.03.1929.

[xvii] LKB Nr. 83 vom 10.04.1929.

[xviii] LVB Nr. 90 vom 18.04.1929. Ähnlich in Nordhorn, wo sich mehrere Grafschafter Ortsgruppen trafen (LVB Nr. 93 vom 22.04.1929), in Emsbüren mit den Ortsgruppen Emsbüren, Listrup, Mehringen, Leschede, Ahlde und Elbergen, die sich über ihre Vernachlässigung durch Deters beklagten (LVB Nr. 97 vom 26.04.1929), in Schapen mit den Ortsgruppen Schapen, Spelle und Beesten, in Freren, in Lengerich oder in Holte für die Ortsgruppen des Südhümmlings (FVB Nr. 31 vom 13.03.1929).

[xix] LKB Nr. 92 vom 20.04.1929.

[xx] LKB Nr. 100 vom 30.04.1929, LVB Nr. 99 vom 29.04.1929, FVB Nr. 50 vom 29.04.1929.

[xxi] KVB Nr. 50 vom 30.04.1929.

[xxii] FVB Nr. 94 vom 12.08.1929.

[xxiii] LVB Nr. 290 vom 14.12.1929.

[xxiv] LVB Nr. 288 vom 12.12.1930.

[xxv] HZ Nr. 90 vom 04.08.1931.

[xxvi] EZ Nr. 80 vom 06.04.1932 oder FVB Nr. 43 vom 09.04.1932. Das offensive Eintreten für Hindenburg wurde vorher in Ortsgruppenversammlungen ausführlich begründet (siehe z.B. für die Ortsgruppe Dohren: HZ Nr. 33 vom 19.03.1932). Auch beim zweiten Wahlgang warb der VCH für Hindenburg (HZ Nr. 40 vom 07.04.1932).

[xxvii] FVB Nr. 154 vom 25.12.1931.

[xxviii] FVB Nr. 87 vom 20.07.1932.

[xxix] Lengericher Nachrichten, Ankum, Nr. 6 vom 08.01.1933.

[xxx] KVB Nr. 6 vom 07.01.09.1933.