Anpflanzen oder Enteignung – Konsequenzen aus der Markenteilung

Aus der Hofchronik des Landwirts Tegeder in Gleesen im südlichen Emsland:

Hier hat mein Ururgroßvater Hermann Robben mit Erfolg  Einspruch eingelegt:

“Nach der Markenteilung wurde auch sofort mit der Anpflanzung von Holzung begonnen. Vater hat darüber Aufzeichnungen hinterlassen.

Das Holz im hintersten Dorfteil wurde 1840 gepflanzt. Die Tannen Im Sande und Feldbrook wurden 1844 gepflanzt.

Im Jahre 1840 waren die Bauern von Gleesen von der Regierung aufgefordert worden, die Sandwehen im Feldbrook und Sande zu dämpfen, sonst würde die Regierung den Grund für sich beanspruchen.

Da stellte man den Antrag, man wolle den Grund unter sich teilen und erhielt daraufhin die Genehmigung.

Nun hatte jeder Interesse an seinem Teil und ging daran ihn zu bepflanzen. Das dauerte aber noch mehrere Jahre bis alle Sandwehungen befestigt waren. Das Schlagholz im Hornkamp  ist gepflanzt in den Jahren 1850 – 1857.

Die Hornkämpe waren seit uralten Zeiten geteilt, dass jeder in seinem Teile Plaggen stechen konnte, die Schlagseite aber nur von allen gemein. Als nun jeder seinen Hornkamp bepflanzen wollte, trat Robben auf und erklärte, er habe Weiderecht in allen Hornkämpen, habe aber selbst keinen. Nur wenn man ihm auch  einen  solchen geben wolle, sei er mit der Bepflanzung einverstanden.

Die anderen Bauern haben auch ihm  ein  kleinen  Hornkamp auf der Mark zugeteilt.

Auf dem Möllnfelde wurden die Tannen 1868 gepflanzt. Früher war hier ödes Feld mit Sandwehen in der ganzen übrigen Gemarkung. Jetzt ist diese große Anpflanzung seit 1900 schon in Abteilungen als Grubenholz verkauft.

Auf dem Lindbauert wurden die großen Eichen 1870 und in den folgenden Jahren gepflanzt, es waren 7000 Telgen, die in dem trockenen Sande zunächst nicht wachsen konnten. Später jedoch, als dort durch den Kanal das Grundwasser stieg, entwickelten sie sich gut.”