Das Innere der Heuerhäuser

 

Jacobi, C.:
Ledebur, A.:
Ueber die Verhältnisse der Heuerleute im Osnabrückschen nebst Vorschlägen für deren Verbesserung / Bearb. m. Rücks. a. d. Verhandlungen des Local-Gewerbe-Vereins im Amte Grönenberg durch den Vorstand desselben [C. Jacobi ; A. Ledebur] – Melle 1840
Osnabrück : Rackhorst in Komm. , 1840 – IV, 80 S.

 

Vielfach furchtbare Enge

Jacobi und Ledebur zitieren 1840 den Bericht eines Arztes, der in Glane 1827 eine Epidemie bekämpfte und dabei in viele Heuerhäuser kam (S. 9). Dieser schrieb: Wo aber die Krankheit eine Familie befiel, da wurden meistens alle Glieder derselben durchsiechet, wenigstens in den Häusern der Heuerleute, deren beschränkter Raum keine Sonderung, zuweilen selbst nicht Lüftung der Zimmer gestattete … Man findet der Heuerwohnungen, vorzüglich in den Kirchspielen Glane und Laer, sehr viele, auf deren Erbauung weniger Sorgfalt und Fleiß verwendet wird, als auf die Einrichtung eines Schoppens. Man sieht es vielen von außen an, daß der Colonus [Bauer] mit großer Eile und kleinlicher Sparsamkeit dabei verfuhr … Es liegen eine Menge Familien in sogenannten Backhäusern, Speichern und Schoppen, oft so gedrängt, daß Alt und Jung, 6-7 an der Zahl in einem Durtig [Schlafbutze] die Schlafstelle haben. Dieser ist vielleicht dabei so kurz, daß ein mittelgroßer Mensch gekrümmt darin liegen muß; zudem sind die Stuben gewöhnlich so niedrig, daß nur kleine Personen aufrecht stehen, und so eng, daß außer Tisch und Ofen kaum ein Paar Stühle stehen können. – Man denke sich die ganze Brut den langen Winter hindurch in solchem Käfig eingesperrt!