4 Ausweg aus der Armut?

 

Viele Heuerleute versuchten aus dem Abhängigkeitsverhältnis und somit aus der Armut zu entfliehen, indem sie beispielsweise im Emsland ins Moor zogen. Dort erhofften sie sich die Chance auf eigenen Landbesitz. Unter sehr schlechten und primitiven Bedingungen siedelten sie sich dort an. Die Moorgebiete, so nahmen die sogenannten „Moorkolonisten“ an, sollten ihre Chance auf ein freieres und besseres Leben sein. Für  die Siedler der ersten Generation zahlten dich die Mühen des Trockenlegens und Torfstechens im Moor nicht aus . Krankheit und Versorgungsengstände begleiteten die ersten Generationen von Moorsiedlern. Erst in dritter Generation konnten die „Moorkolonaialisten“ ein halbwegs erträgliches „freies“ Leben erwarten. Jedoch war auch in dritter Generation der Lebensstandard im Moor noch wesentlich schlechter als zuvor, als die „Moorkoloinalisten“ noch abhängige, landwirtschaftliche Heuerleute waren.

Andere Heuerleute zog es nach Amerika. Besonders nach der „Kartoffelkriese“ 1845 verschlechterte sich die Situation der Heuerleute noch einmal um ein Vielfaches. Vielerorts herrschte eine regelrechte Hungersnot

Für viele Heuerleute versprach die Auswanderung nach Amerika einen Möglichkeit, vor der voranschreitenden Industriealisierung zu fliehen, welche z.B. welche den Produktverkauf von Heimarbeiten enorm beeinträchtigte. Außerdem schien der Wunsch der Heuerlinge endlich frei zu sein und eigenes Land zu besitzen in Amerika möglich. Das Verlassen der schlechten Lebensumstände und die Erfüllung der Sehnsucht nach einer sicheren Zukunft waren Antrieb für eien Auswanderungsbewegung. Für viele Heuerlinge schien dies die ideale Lösung zu sein.

  37 Vgl. Robben/Lensing, S. 56 ff.

  38 Vgl. Robben/Lensing, S. 113 ff.

  39 Vgl. http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2011/03/Massenauswanderung, 20.03.2018