Auf dem Sargdeckel wurde Mahlzeit gehalten

Die Enge eines Landarbeiterhauses in Ostfriesland

Da es bis in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts noch keine Leichenhallen gab, musste im Todesfalle die Leiche zu Hause aufgebahrt werden.

In der Enge eines Landarbeiterhauses mit nur einem Wohnraum musste die Leiche im Sarg dort untergebracht werden für die nächsten drei Tage.

Das ging aber nur, wenn der Essenstisch nach draußen gestellt wurde. Für diese Zeit war nun der Sargdeckel die Tischplatte bei den Mahlzeiten.

Im Landerbeitermuseum in Suurhusen kann (muss) man eine eindrucksvolle Vorstellung von der Enge bekommen.

Foto: Archiv Robben

Wehsande – nicht bekannt

Insbesondere bei meinen Vorträgen zum Heuerlingswesen erfahre ich fast durchweg, dass der Begriff Wehsande kaum bekannt ist, obwohl diese noch an vielen Stellen – insbesondere in Kiefernwälder – vorhanden und nicht zu übersehen sind

 

In der kalten Zeit kann man nach Schneefall die Sanddünen besser erkennen

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Im Sommer sind sie allerdings zumeist überwachsen….

Fotos: Archiv Robben

Eine Landarbeiterkate in Ostfriesland – ein Heuerhaus in Miniatur

 

Dieses in mehrfacher Hinsicht beeindruckende ostfriesische Landarbeiterhaus ist eines der ganz seltenen noch verbliebenen Exemplare. Erfahrene Bauhistoriker erklären diesen Mangel an noch vorhandenen Landarbeiterhäusern mit der schlechten Bausubstanz dieser Kleinbehausungen – in Ostfriesland auch Kate genannt. Die sind durchweg nach dem Auszug der letzten Bewohner recht schnell in sich zusammen gefallen. Von diesen Problemen können auch die Besitzer eben dieser Kate berichten. Dennoch konnte es ihnen gelingen, mit entsprechenden finanziellen Mitteln und vor allem passenden Ideen dieses Kleinod zu retten.

Die Kargheit und Enge dieser Behausung im Vergleich zu einem durchschnittlichen Heuerhaus beweist die fast unmenschliche Tatsache, dass man seinerzeit Mensch und Tier auf noch engerem Raum zusammenpferchen konnte, und das mit noch weniger als einem Drittel Giebelhöhe.

Für die Lagerung von Heu und ungedroschenem Getreidestroh war im Dachraum überhaupt kein Platz.

Hier muss man sich beim Fensterputzen bücken…

Fotos: Archiv Robben

 

Im Tecklenburger Kotten geboren

Ursula Bittner aus Lotte berichtet:

…ja, ich bin im Tecklenburger Kotten geboren!

 Da mein Vater noch im Krieg war, wohnte meine Mutter bei meiner Oma in diesem Heuerhaus. Als mein Vater dann im Sommer 1945 als Soldat zurückkehrte, zogen meine Eltern in eine andere Wohnung ganz in der Nähe. Schon als kleines Kind war ich sehr gerne bei meiner Oma dort in diesem Kotten, den sie alleine bewirtschaftete, da mein Opa schon früh verstorben war. Das bedeutete aber für sie, dass sie sämtliche Arbeiten eines Heuerlings auf dem Hof des Bauern zu erledigen hatte, und das neben den umfangreichen Arbeiten auf ihrem gemieteten Anwesen. Dazu hatte sie zur Selbstversorgung eine Ziege und ein Schwein. Ich habe sie, je größer ich wurde, gerne bei diesen Arbeiten unterstützt. 1954 verließ sie diesen Kotten und zog in ein moderneres Haus. Dazu war sie in der Lage, da sie aus der ehemaligen Tätigkeit ihres verstorbenen Mannes in der Zeche eine vergleichsweise hohe Witwenrente erhielt. Aus meiner Erinnerung heraus ist dieses Haus, das wir immer Mooshäuschen nannten wegen des grünen Strohdaches, dann abgerissen und im Museum Detmold wieder hergerichtet worden. Ich bin schon häufiger dort gewesen. Beim Betreten des Hauses durch die Dielentür werden alte Erinnerungen wieder deutlich wach. Die Rekonstruktion ist aus meiner Sicht wirklich gelungen.

Das Bild von diesem Heuerhaus stammt vom Maler Künnemann

Fotos: Archiv Robben

 

Weitere Recherchen im Raum Mühlen, Wagenfeld und Syke

In den ersten Juni – Tagen 2017 wurden insgesamt 10 ehemalige Heuerlingsanwesen im Rahmen des Buchprojektes Heuerhäuser im Wandel besucht.

Erfreulicherweise lassen daraus immer wieder auch neue Erkenntnisse zum Heuerlingswesen insgesamt ziehen.

Ein beeindruckendes Beispiel sei hier beispielhaft  vom Besitzer vorgestellt. Beim Besuch vor Ort wurde deutlich, mit wieviel „Herzblut“ und finanziellem Einsatz hier alte Bausubstanz in die Gegenwart und damit in die Zukunft gerettet werden kann.

Georg Spiekermann berichtet:

Häuslingshaus in Brebber, Ehrenbruch 1, Ortsteil von 27330 Asendorf

Aufgrund dendrochronologischer Altersbestimmung (Datierung aufgrund Untersuchung von Baum-Jahresringen) kann das Baujahr des Hauses mit 1801/02 vermutet werden. Die Mehrzahl der verbauten Hölzer (Fachwerkgefüge) waren 1801 geschlagen worden; es wurden aber auch zweitverwendete Hölzer (Ständer) von 1701 eingebaut.

Erbauer des Hauses war Heinrich Friedrich Ehrenbruch, dessen Hofstelle, in Steinwurfnähe des Häuslingshauses gelegen, nachweislich seit 1350 existierte.

Besonderheit dieses Häuslingshauses war, dass nur eine Stube vorhanden und dass das Haus im Wirtschaftsgiebel ohne groot dör gebaut war.

Das Haus war noch bis in die 1960iger Jahre ständig bewohnt. Hiernach erfolgte eine Nutzung als Wochenendhaus bis ca. 1990. Dann stand das Haus ca. 25 Jahre leer.

Es wurde 2012 von dem jetzigen Eigentümer gekauft und ab diesem Jahr bis Anfang 2017 saniert.

Das Haus war in der Denkmalliste eingetragen, so dass die Sanierung in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde erfolgen sollte/mußte. Diese Abstimmung war aber keine Fessel für den Eigentümer, weil dieser ein altes Haus wollte und eine Wiederherstellung wie bei Erbauung wünschte.

Die Sanierung wurde begünstigt, weil das Häuslingshaus ungewöhnlich gut und vollständig erhalten war. Dieser in der Region (Grafschaft Hoya) am weitesten verbreitete Haustyp ist nur noch in ganz geringer Anzahl original vorhanden. Die überwiegende Anzahl der noch vorhandenen Häuslingshäuser sind stark verändert oder bis zur Unkenntlichkeit renoviert worden.

Allerdings war auch der Verfall des Hauses aufgrund Nichtnutzung und dem Mangel an  Pflege sichtbar (sämtliche Schwellen waren verrottet, die Fenster größtenteils kaputt, der Fußboden nicht mehr vorhanden, Türen nicht mehr vorhanden bzw. verzogen bzw. aus den Angeln, durch das Dach regnete es hinein, so dass auch ein Dachbalken schadhaft war, dieser Schaden führte zu weiteren Problemen an dem äußeren Gefüge).

Heinz Riepshoff von der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. hat in der Hauszeitung des Vereins, Der Holznagel, Ausgabe 4/2011 einen Käufer für dieses Haus gesucht. Der Eigentümer hat dann vor und nach Kauf des beworbenen Hauses Kontakt mit dem seit Jahren in der Region bekannten Wahrer alter Bausubstanz, Heinz Riepshoff, aufgenommen und sich für einen Kauf und anschließender Sanierung unter Beachtung denkmalpflegerischer Auflagen und Aspekte entschieden. Riepshoff hat auch Handwerker empfohlen, die alte Bausubstanz kennen und als Handwerker schonend behandeln und sonstige Tipps (Zuschuss durch staatliches Dorferneuerungsprogramm) gegeben und somit die Sanierung unterstützt.

Der Eigentümer hat die Sanierung durch eigene Arbeiten seit 2012 begleitet, anfangs durch Handlangerdienste an Samstagen und Nutzung seines Urlaubs, später nach Verrentung durch Tätigkeiten an und im Haus und Herrichtung des Grundstücks an zwei oder drei Tagen in der Woche, jeweils von Lilienthal, seinem Wohnort, nach Brebber und zurück fahrend.

Fotos: Archiv Robben

 

 

Heuerhaus in der Nachkriegszeit

Nach der Flucht war der Kotten ein Segen

Doch zunächst wurde unsere Familie auf dem Getreideboden eines Bauernhofes in der Nähe von Georgsmarienhütte für zwei Jahre einquartiert. Das waren mehr als widrige Umstände. Und so waren wir froh, dass wir dann 1951 einen Heuerkotten mit etwas Land dazu pachten konnten. Nun waren aus Schlesiern Heuerleute geworden. Ich habe das allerdings aus den damaligen Umständen heraus gar nicht als so belastend empfunden, denn wir wohnten nun eigenständig und konnten uns weitgehend selbst versorgen. Als wir 1958 überlegten, eigenständig zu werden, haben meine Eltern auch den Bauern gefragt, ob sie das Heuerhaus erwerben könnten. Das hat dieser allerdings abgelehnt. Dieser Kotten hatte somit keine Zukunft. Er verfiel und wurde später abgerissen. Dabei hätte man ihn so schön umwandeln können.

So erzählt von einer Besucherin eines Vortrages in Lotte

Deutliche Defizite bei Fachveröffentlichung in Museen

Bei den Recherchen rund um das Heuerlingswesen, aber auch zu dem neuen Buchprojekt Heuerhäuser im Wandel wurden die Museen im Verbreitungsgebiet besonders betrachtet.

Dabei konnten verschiedene Erkenntnisse gewonnen werden.

Ein wichtiges Ergebnis ist sicherlich, dass sich erstaunlich wenige Veröffentlichungen gerade zum Leben und Wirtschaften der ländlichen Bevölkerung dort finden. Dabei sollte diese Thematik ja ein Hauptanliegen dieser Museen sein…

Dazu wurde der Veröffentlichungskatalog des Museums am Kickeberg in Hamburg-Harburg untersucht.

Während dieses Museum in seiner Gesamtanlage und seinen Gebäuden mit musealer Ausstattung im Vergleich recht gut dasteht, offenbart die Literaturliste dieses angesprochene Defizit sehr deutlich.

Pferdegöpel am Kiekeberg…. Foto: Wikimedia commons

Deshalb soll diese Aufstellung hier auch in kompletter Länge zum Stand von 2015  dokumentiert werden. Dabei konnten nach weiteren Sichtungen bei anderen vergleichbaren Museen  ähnlich erschreckende Ergebnisse festgestellt werden. Das ist in Fachkreisen so auch bekannt.

 

Veröffentlichungen des Freilichtmuseums am Kiekeberg

Band 1 Walter Gröll: Bauerngärten in der Lüneburger Heide. Ehestorf 1988 (vergriffen)

Band 2 Manfred Sell: Musikantenleben. Zur Volkskunde und Sozialgeschichte ländlich lebender Musikanten im aus­gehenden 19. Jahrhundert. Ehestorf 1988 (vergriffen)

Band 3 Michael Koglin: Museen im Hamburger Umland. Hamburg 1990 (vergriffen)

Band 4 Rolf Wiese: Museumsführer Freilichtmuseum am Kiekeberg. 3., überarb. und erw. Aufl., Ehestorf 1995 (verriffen)

Band 5 Oliver Fok u. a.: Die Landtechnische Sammlung im Freilichtmuseum am Kiekeberg. Ehestorf 1991 (vergrif­fen)

Band 6 Paul Roux: Der Bauer in der Lüneburger Heide und seine Anpassung an die moderne Entwicklung. Pa­ris 1906. Übersetzt von Walter Gröll. 2., unveränd. Aufl., Ehestorf 1993, 104 S., 30 Abb., 5,00 E.

ISBN 978-3-927521-08-7

Band 8 Dieter Harmening (Hrsg.): Hexen heute. Magische Traditionen und neue Zutaten. Würzburg 1991 (vergrif­fen)

Band 9 Dieter Harmening: Zauberei im Abendland. Vom An­teil der Gelehrten am Wahn der Leute. Würzburg 1991 (vergriffen)

Band 10 Dieter Harmening, Joska Pintschovius: Hexen. Wahn und Träume. Eine Ausstellung zur Geschichte der Zaube­rei und Erfindung der Hexen. Ehestorf 1991 (vergriffen)

Band 11 Nils Hansen, Giesela Wiese, Rolf Wiese (Red.): Kin­derträume. Zur Geschichte der Kindheit von der Nach­kriegszeit bis zur antiautoritären Erziehung (1945­1970). Ehestorf 1992 (vergriffen)

Band 12 Museumspreis 1992. Freilichtmuseum am Kiekeberg. Landkreis Harburg. Hannover 1992 (zugleich: Veröf­fentlichungen der niedersächsischen Sparkassenstiftung). 26 S., 16 Abb., 1.50 E.

Band 13 Rolf Wiese (Hrsg.): Im Märzen der Bauer. Landwirtschaft im Wandel. Hamburg 1993 (vergriffen)

Band 14 Horst Brockhoff, Günther Heine, Rolf Wiese: Visitors‘ Guide Kiekeberg Open Air Museum. Ehestorf 1993. 36 S., 28 Abb., 2,00 E. ISBN 978-3-927521-12-4

Band 15 Christine Götze: Juniorführer. Ein Museumsführer für Mädchen und Jungen ab 10 Jahre durch die Landtechnische Sammlung des Freilichtmuseums am Kiekeberg. Mit Bastelteil und zahlreichen Illustrationen von Harold Müller. Ehestorf 1995. 30 S., 5,00 €. ISBN 978-3-927521-16-2

Band 16 Giesela Wiese, Rolf Wiese (Hrsg.): Museumsmanagement. Eine Antwort auf schwindende Finanzmittel? Ehestorf 1994 (vergriffen)

Band 17 Oliver Rump: EDV im Museum. Einsatzmöglichkeiten der elektronischen Datenverarbeitung im kulturhistori­schen Museum. Ehestorf 1994 (vergriffen)

Band 18 Rolf Wiese: Museumsführer Moisburger Müh­le. 2., überarb. und erw. Aufl., Ehestorf 1995. 16 S., 22 Abb., 1,50 €. ISBN 978-3-927521-19-3

Band 19 Erich Brüggemann, Günther Heine: Neue Möbel —Neues Wohnen. Aktion Kiekeberg. Eine Ausstellung des Freilichtmuseums mit Werken norddeutscher Tischler. Ehestorf 1995 (vergriffen)

Band 20 Günther Heine: Harkenmacherei als bäuerlicher Nebenerwerb. Ehestorf 1996. 58 S., 22 Zeichnungen des Verf., 5,00 E. ISBN 978-3-927521-21‘26

Band 21 Oliver Fok: Johann Michael Bossard. Einführung in Leben und Werk. 2. Aufl., Ehestorf 1998. 60 S., 55 Abb., 5,00 E. ISBN 978-3-927521-22-3

Band 22 Walter Gröll: Rund um die Bauerngärten der Lüne­burger Heide. Ehestorf 1998. 124 S., 62 Abb., 8,00 C. ISBN 978-3-927521-23-0

Band 23 Thomas Overdick u. a.: FirstRumos99. Das Programm zum EDV-gestützten Museumsmanagement. 3. überarb. und erw. Aufl., Ehestorf 2000 (vergriffen)

Band 24 Anja Frahm, Jochen Meiners: Dampf- und Traktorentreffen 1996. Ehestorf 1996 (vergriffen)

Band 25 Giesela Wiese, Rolf Wiese (Hrsg.): Die Finanzen des Museums. Ehestorf 1996. 208 S., div. Abb., 13,00 E. ISBN 978-3-927521-26-1

Band 26 Oliver Fok (Schriftl.): Ländliches und kleinstädtisches Bauen und Wohnen im 19. und 20. Jahrhundert. Jah­restagung 1995 des Arbeitskreises für Hausforschung. Marburg 1999 (zugleich: Jahrbuch für Hausforschung, Band 46). 358 S., zahlr. Abb., 30,00 E. ISBN 978-3-89445-228-5

Band 28 Astrid Mischlich, Hans-Joska Pintschovius: Hand­werkertag im Freilichtmuseum. Informationen über alte und moderne Handwerksberufe. Ehestorf 1997 (vergrif­fen)

Band 29 Horst Brockhoff (Red.): Das letzte Einkorn. Zum Er­halt alter Kulturpflanzen. Ehestorf 1997 (vergriffen)

Band 30 Nargret Hansen: Formen bäuerlichen Wohnens in der Gegenwart. Münster 1998 (vergriffen)

Band 31 Matthias Dreyer: Probleme der Museumsfinanzierung — eine kulturwirtschaftliche Bestandsaufnahme der Museen in Niedersachsen. Ehestorf 1998. 453 S., zahlr. Abb., 21,00 E. ISBN 978-3-927521-30-8

Band 32 Rolf Wiese (Hrsg.): Museumsmanagement. Eine ausgewählte Bibliografie. Ehestorf 1998 (vergriffen, über-arb. Neuazu7. s. unter Band 73)

Band 33 Horst Brockhoff, Giesela Wiese, Rolf Wiese (Hrsg.): Ja, grün ist die Heide … Aspekte einer besonderen Landschaft. Ehestorf 1998. 280 S., zahlr. Abb., 23,00 E. ISBN 978-3-927521-34-6

Band 34 Giesela Wiese, Rolf Wiese (Hrsg.): Ziele des Muse­ums. Ehestorf 1998. 224 S., zahlr. Abb., 13,00 €. ISBN 978-3-927521-35-3

Band 35 Carsten Witt: Betriebscharakter und Ziele der Museen. Ehestorf 2000. 352 S., zahlr. Abb., 21,00 E. ISBN 978-3-935096-01-0

Band 36 Rolf Wiese (Hrsg.): Marktchancen für Museen. Ehestorf 2000. 204 S., zahlr. Abb., 13,00 E.ISBN 978-3-935096-00-3

Band 48 Oliver Fok, Rolf Wiese (Hrsg.): Künstlergärten und denkmalpflegerischer Umgang. Jesteburg 2005. 106 S., 8,00 E. ISBN 978-3-938594-01-8

Band 49 E. L. Loewel, Siegfried Labus: Deutsche Äpfel. Die Handelssorten. Norddeutschland und Niederelbe. Origi­nalausgabe 1941. Bearb. Neuaufl., Ehestorf 2005 (vergriffen)

Band 50 Geerd Dahms: „Was einem tüchtigen Bauhandwerker zu wissen noth thut.“ Baugewerkschulen und ländliches Bauhandwerk in Norddeutschland. Ehestorf 2006. 219 S., 108 Abb., 20,00 e. ISBN 978-3-935096-17-1

Band 51 Nils Kagel: Wandel des ländlichen Wohnens und Wirtschaftens im 19. Jahrhundert. Dargestellt am Bei­spiel des Landkreises Harburg. Ehestorf 2006. 310 S., 38 Abb., 20,00 €. ISBN 978-3-935096-18-8

Band 52 Horst Brockhoff, Hans-Joachim Meyer zum Felde (Hrsg.): Transparenz schaffen — von der Ladentheke bis zum Erzeuger. Was esse ich da eigentlich? Unter­richtsideen zum Thema Landwirtschaft und Ernährung. Ehestorf 2005 (vergriffen)

Band 53 Herbert Quast: In Haus und Hof. Erinnerungen eines Landwirts. 2., unveränd. Aufl., Ehestorf 2007. 344 S., 18 Abb., 15,00 e. ISBN 978-3-935096-19-5

Band 54 Matthias Dreyer, Rolf Wiese (Hrsg.): Museum und Personal. Ehestorf 2006. 199 S., zahlr. Abb., 15,00 €. ISBN 978-3-935096-21-8

Band 55 Ernst Brennecke u. a. (Hrsg.): Von der Elbe zur Heide. Kunst im Landkreis Harburg. Jesteburg 2006. 112 S., zahlr. farbige Abb., 17,50 E. ISBN 978-3-938594-02-5

Band 56 Thomas Overdick: Sammeln mit Konzept. Ein Leitfa­den zur Erstellung von Sammlungskonzepten. Mit dem Sammlungskonzept des Freilichtmuseums am Kiekeberg. Ehestorf 2007. 136 S., 15,00 e. ISBN 978-3-935096-22-5

Band 57 Darijana Hahn: Hugo Haase — Karussellkönig aus Winsen. Ehestorf 2007. 103 S., 90 teils farbige Abb., 12,00 E. ISBN 978-3-935096-24-9

Band 58 Toby Alexandra Hentschel: Freiwillige Mitarbeit in Museen. Gesellschafts- und museumspolitische Poten­ziale sowie Praxisempfehlungen anhand einer empirischen Untersuchung in den USA. Ehestorf 2008. 356 30,00 E. ISBN 978-3-935096-23-2

Band 59 Heike Duisberg (Hrsg.): Living History in Freilichtmuseen. Neue Wege der Geschichtsvermittlung. Ehestorf 2008. 168 S., 58 teils farbige Abb., 20.00 €. ISBN 978-3-935096-26-3

Band 60 Karin von Sehr: Farbe, Form und Lehm. Heinrich Steinhagens Traum vorn Gesamtkunstwerk. Katalog. und Werkverzeichnis. Mit Erinnerungen von Lothar Stolte: Leben im Lehmhaus. Jesteburg 2007 (zugleich: Schriften der Kunststätte Bossard, Bd. 6). 236 S., zahlr. teils farbige Abb., 15,00 E. ISBN 978-3-938594-03-2

Band 61 Katharina Hoffmann, Michael Kreidner: Zwangsarbeitende im Landkreis Harburg 1939-1945. Ehestorf2008. 302 S., zahlr., teils farbige Abb., 20,00 E. ISBN 978-3-935096-14-0.

Band 62 Matthias Dreyer, Rolf Wiese (Hrsg.): Qualität Güte, Wertschätzung. Worauf Museen achten müssen! Ehestorf 2008. 227 S., 20,00 E. ISBN 978-3-935096-27-0

Band 63 Ernst Brennecke u. a. (Hrsg.): Formen, Farben, Phantasien. Kunst im Landkreis Harburg II. Jesteburg 2008 (zugleich: Schriften der Kunststätte Bossard, Bd. 7)_ 120 S., zahlr. farbige Abb., 17,50 E. ISBN 978-3-938594-04-9

Band 64 Ulf Wendler: Nicht nur Pest und Pocken. Zur Bevölkerungsgeschichte der Lüneburger Heide, des Wendlandes und der Marschen des Fürstentums Lüneburg 1550­1850. Hannover 2008 (zugleich: Quellen und Darstel­lungen zur Geschichte Niedersachsens, Bd. 128). 338 S., zahlr. Graphiken, Tabellen und Karten, 33,00 €. ISBN 978-3-7752-5929-3

Band 65 Jürgen Laege, Hans-Joachim Schmidt: Richard , Toepffer. Ein Dampfpflug-Unternehmer als Gestalter in der Lüneburger Heide. Ehestorf 2008. 132 S., 58 Abb.. 18,00 E. ISBN 978-3-935096-28-7

Band 66 Nils Kagel: Chronik der Gemeinde Wenzendorf. Dierstorf — Wenzendorf— Wennerstorf. Erster Teil: Geschich­te, Wirtschaft und Gesellschaft. Ehestorf 2008 (vergriffen)

Fazit: Von 66 veröffentlichten Schriften beschäftigen sich allenfalls sechs  Bücher – vom Titel her auch nur indirekt – mit der besitzlosen Landbevölkerung, die bis um 1900 in der deutlichen Mehrheit war.

 

Was fordert das Leitbild  der Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg

Die Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg ist die zentrale kulturelle Institution im Landkreis Harburg. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht das Sammeln, Bewahren, Erforschen und Vermitteln von Zeugnissen der Kulturgeschichte der Lüneburger Heide und der Winsener Elbmarsch

Zu den Publikationen heißt es in der Website:

Das Freilichtmuseum beschäftigt eine Reihe hauptamtlicher Wissenschaftler und arbeitet eng mit externen Forschern und Universitäten zusammen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden durch die Schriftenreihe des Freilichtmuseums am Kiekeberg, durch Fachtagungen und durch zahlreiche Aufsätze einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

http://update.kiekeberg-museum.de/das-sind-wir/forschung/publikationen.html

 

Hier ist eindeutig ein riesiges Versäumnis in den letzten Jahrzehnten passiert! Das wird mittlerweile auch in Fachkreisen so gesehen ….

 

Von der schlichten Feuerstelle zur Kochmaschine

Solch eine schlichte Feuerstelle war in vielen Heuerstellen Licht- und Wärmequelle und auch Kochstelle.

Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts zog dann eine Kochmaschine ein, die einige Vorzüge hatte:

    • mehrere Töpfe und Pfannen konnten gleichzeitig aufgestellt werden. Die Zeiten des reinen Eintopfes waren vorbei.
    • ein Backofen beendete die Abhängigkeit vom Backhaus des Bauern
    • ständig warmes Wasser
    • der gesamte Raum wurde wärmer
    • der Qualm war weg

 

Fotos: Westphal

 

Die Dokumentation des Heuerlingswesens macht Fortschritte

18. Mai 2017
Zunächst waren da über 25 Jahren Recherchen rund um das Heuerlingswesen  vornehmlich im Emsland.

Diese „zeichneten“ sich  noch deutlich aus durch Zurückhaltung und Schweigemilieu nahezu aller Beteiligten .

Als angehender Autor wurde ich von den Kultur-Oberen fast durchweg in eine historisches „Schmuddelecke“ gestellt. Heimatvereine und die Dachorganisation Heimatverein Lingener Land verweigerten jede Zusammenarbeit, ebenso die Emsländische Landschaft und der Emsländische Heimatbund (EHB).

Auch deshalb habe ich die Zusammenarbeit mit dem Historiker Dr. Helmut Lensing gesucht.

Erst mit der Veröffentlichung des Buches “Wenn der Bauer pfeift, dann müssen die Heuerleute kommen!“ konnte der Durchbruch erreicht werden.

Insbesondere die regionalen Zeitungen brachten das Thema nach vorne und es war in aller Munde. Mittlerweile sind über 90 Vorträge dazu gehalten worden im gesamten Verbreitungsgebiet.

Der Stein war also ins Wasser gefallen und schlug nun Wellen.

Vor allem die Kreisheimatverbände im Landkreis Syke, Osnabrück  und im Altkreis Bersenbrück entwickelten nun eigenständig die Thematik weiter.

Vor wenigen Tagen konnte nun ein exzellentes Buch auf Kreisebene in Syke vorgestellt werden unter dem Titel:  Was du siehst, wenn du die Augen zu machst, das gehört dir!

Der Untertitel lautet: Das Häuslingswesen im Landkreis Diepholz vom 17. Jahrhundert bis in die 1960 1960er  Jahre.

Der Autor Ralf Weber konnte eine Reihe von engagierten Schreibern gewinnen und so ist dieses Buch zu einem besonderen Zeitzeugnis geworden. Genau zum richtigen Zeitpunkt konnte noch eine beachtliche Zahl von Zeitzeugen eingebunden werden.

Das Vorwort von Dr. Vogeding beschreibt genau die Lage: Nur selten wurde über die Heuerlinge oder Häuslinge, wie die im hannoverschen genannt wurden, seit dem Wirtschaftswunder der sechziger Jahre auch die letzten von ihnen aus dem vom Bauern gemieteten Haus auszogen. Dabei handelte es sich über die Jahrhunderte hinweg nicht um eine kleine Randgruppe, sondern im Gegenteil, es waren, je nach Zeit und Region, zeitweise über 50 % der Landbevölkerung von dieser Lebens-  und Arbeitsform betroffen.

Bernd Robben und Helmut Lensing gebührt der Verdienst, ihren Spuren in regionale Breite für den gesamten nordwestdeutschen Raum und thematischer Vielfalt nachgegangen zu sein. Dass sie damit einen Nerv getroffen haben, zeigt ihre umfassende Publikation von 2014 bereits in der fünften Auflage erschienen ist.

Auch in einem persönlichen Anschreiben wurde die Urheberschaft ausgewiesen:

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