Zeitzeugeninterviews in anderen Regionen: Bayern

              Bauern und besitzlose Landbevölkerung in Deutschland

                                      Befragungen älterer Gewährsleute in Teilen Bayerns

Dazu wurden im Jahre 2016 nachfolgende Personen besucht und interviewt:

Die Ergebnisse werden nach und nach eingestellt.

Ab 2. Dezember 2018 werden diese Recherchen komplettiert um einen Besuch in Niederbayern.

 

August Knöferl  

86633 Neuburg an der Donau, Kreis Neuburg-Schrobenhausen

 

 

 

 

Schwerpunkte:

  • Kolonisation Donaumoos
  • Familiengeschichte mit 16 Geschwistern
  • Gesellschaftliche Verhältnisse zwischen Landbesitzern und Landlosen
  • Kinderarbeit in den 30 und 40er Jahren
  • Beruflicher Aufstieg über Schreinerlehre zum verantwortlichen Restaurator

 

Anni Grumbach

84518 Garching an der Alz, Landkreis Altötting

 

 

 

 

Schwerpunkte:

  • Lebensbericht der unehelichen Tochter einer Bauernmagd
  • Erfahrungen als Haus- und Hofmagd
  • Erlebnisse als Dienstmagd in einem Geschäftshaushalt
  • Gesellschaftliche Strukturen auf den Bauernhöfen damals

 

 

Ludwig Zellhuber

84558 Tyrlaching, Landkreis Altötting

 

 

 

Schwerpunkte:

  • unehelicher Sohn einer Bauernmagd
  • schulische Erfahrungen aus dieser gesellschaftlichen Situation heraus
  • Beschreibung damaliger dörflicher Strukturen
  • Jahreszeitliche Abläufe auf den Bauernhöfen
  • Einfluss der aufkommenden Industrialisierung im ländlichen Bereich: SKW Trostberg

 

 

Hans und Hella Pfister

Landwirte und Besitzer eines eigenen Bauermuseums

86751 Hohenaltheim, Kreis Donau-Ries

 

 

Schwerpunkte:

  • Besichtigung des hofeigenen landwirtschaftlichen Museums
  • Ausführungen zu Zug- und Milchleistungen des Rindviehs.
  • Aufzucht und Vermarktung in der Schweinehaltung
  • Alltag und Verdienstmöglichkeiten der Knechte und Mägde
  • Heiratsverhalten bei Bauernfamilien und Gesinde
  • Situationsbeschreibung zum Stand einer unverheirateten Tante auf dem Hof

 

 

Christian Bühler

Landwirt und Gründer eines eigenen Bauernmuseums

89233 Holzschwang, Landkreis Neu-Ulm im Bezirk Schwaben

 

 

 

Schwerpunkte:

  • Gründe für den Aufbau eines eigenen Bauernmuseums
  • Verhältnisse zwischen Bauern und Gesinde
  • Heiratsverhalten in der bäuerlichen Gesellschaft der Region
  • Situationsbeschreibung zur Lage der unehelichen Kinder von Mägden
  • Besichtigung des hofeigenen landwirtschaftlichen Museums
  • Entwicklungstendenzen in der Landwirtschaft der letzten 100 Jahre

 

Franz Dufter

Nebenerwerbslandwirt

84508 Burgkirchen, Weiler Engelsberg, Landkreis Altötting

 

 

 

 

Schwerpunkte:

  • Entwicklungsbericht über die Landwirtschaft in Bayern seit dem Ende des 19. Jhd.
  • Erfahrungen zum Übergang vom Vollerwerbs- zum Nebenerwerbslandwirt
  • Generationenprobleme in der Landwirtschaft
  • Denkhaltungen bei vielen Landwirten

Die Gesprächsaufzeichnungen werden nach und nach eingestellt.

So können Vergleiche zwischen den Verhältnissen im Heuerlingsgebiet und in bestimmten Teilen Bayern angestellt werden.

Heinz Rolfes berichtet auch aus dem niedersächsischen Landtag

Heinz Rolfes  war von 1994 bis 2017 Abgeordneter des Niedersächsischen Landtags. Von 2003 bis 2013 fungierte er als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion im Landtag.

Außerdem ist Heinz Rolfes seit 1991 Mitglied des emsländischen Kreistages und dort seit 1996 stellvertretender Landrat des Emslandes. Von 1972 bis 1974 war Rolfes Ratsherr der Gemeinde Clusorth-Bramhar, von 1974 bis 1996 Ratsherr der Stadt Lingen (Ems), von 1985 bis 1993 CDU-Fraktionsvorsitzender in Lingen. Zudem ist Rolfes Mitglied im Vorstand des Kolpingwerkes, Bezirksverband Lingen, Mitglied im Kuratorium des St.-Bonifatius-Hospitals Lingen und Mitglied des Diözesankatholikenrates – also in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens engagiert.

So kann er auch besonders kompetent zur Situation des Plattdeutschen berichten.

Hier mit einem ersten kritischen Beitrag aus seinen Erfahrungen im Landtag…

Weitere Beiträge folgen…

Pastor Deitering opferte 1846 seine Kuh für die armen Leute

                              Das Geschehen um Pastor sine Koh

Historischer Hintergrund rund um das bekannte gleichnamige  plattdeutsche Lied

Vorgeschichte:

Die wirtschaftliche Lage der Bevölkerung in und rund um Emsbüren entwickelte sich mit Beginn des Jahres 1846 dramatisch. Es hatte einen langen Winter gegeben und es fror bis in den April hinein.

Lange Jahrzehnte später berichtete man noch darüber, dass man Osterfeuer auf der zugefrorenen Ems abgebrannt habe. Dazu kam, dass die Wintersaat erfroren war und sehr spät erst die neue Einsaat vorgenommen werden konnte. Darauf folgte auch noch ein sehr trockener Sommer. So kam es zu einer Hungersnot. Während die Bessergestellten und Besitzenden  immer noch etwas im Sack hatten – entweder Geld oder zumindest Getreidevorräte für die nächste Einsaat. Die ärmere Bevölkerung im Dorf und den Bauernschaften jedoch –  dort vornehmlich die Heuerleute –  hatten nichts mehr zu essen. Das war auch der Anlass für viele, kurz entschlossen die Heimat Richtung Nordamerika zu verlassen. Vom Dorf Elbergen ist belegt, dass ab dieser Zeit mehr als die Hälfte der Bewohner sich über Bremerhaven aufmachten, um in Nordamerika eine neue, bessere Heimat zu finden.

Die eigentliche Geschichte

Sie spielte sich im Zentrum von Emsbüren ab. Es war damals noch so geregelt, dass der Pastor zwar Abgaben erhielt von seinen Gläubigen, aber sich zum Teil noch selbst mit Nahrung versorgen musste. Deshalb hielt er sich auch eine Kuh. Als diese sich um die Weihnachtszeit kränklich zeigte, befragte Pastor Deitering zwei angeblich Kundige zur Tiergesundheit:  Herm – Dirk und Kobes.

Nun haben wir heute nur ein Foto von Pastor Deitering:

Damit wir uns die vier Missetäter rund um diese Freveltat auch vorstellen können, geben wir ihnen auch Gesichter:

Diese beiden erkannten die Gunst der Stunde und redeten  die Kuh offensichtlich noch viel kranker als sie in Wirklichkeit war. Somit gab der mitleidige Pastor die Kuh zur Schlachtung frei.

Das Fleisch sollte den Armen des Dorfes zur Verfügung gestellt werden. Schnell aber hatten Kobes und Herm – Dirk für sich beschlossen,  hier einen total egoistischen Deal zu machen. Schon hatten sie das Tier geschlachtet und weitgehend in Einzelteile zerschnitten, da erschien der Organist mit seiner  überaus neugierigen Frau auf der Bildfläche. Weil dieses Frauenzimmer für ihre gemeine Schläue im ganzen Dorf bekannt war, wurde sie auch  Datt Verstand genannt.

 

Schnell erkannten auch diese beiden  die günstige Lage, so mahnten auch sie gegen ein Schweigegelübde ihren Anteil an. Ja, die Organistenfrau forderte dann sogar ganz frech die beiden besten Schlachtestücke, nämlich das Achterpand und das Nierenstück.

Es war damit klar, die eigentlich vorgesehenen Nutznießer – nämlich die Armen des Dorfes im Haus Geist –  gingen leer aus. Dieses besondere Vorkommnis blieb natürlich den übrigen Bewohnern des Dorfes nicht verborgen. In den Gaststätten regte man sich darüber auf. Es wurden Spottstrophen formuliert und ein Schneider aus Aurich, der auf der Durchreise war, nahm das Lied begierig auf, zog damit in andere Städte und machte es so bekannt. Es soll nach sechs Wochen schon in Paris auf öffentlichen Plätzen gesungen worden sein.

Foto oben: Frank Schmitz

Zeichnung und Foto unten: Archiv Robben

 

Neue Bücher zu Hollandgängerpfaden

Im Emslandmuseum in Lingen wird z. Zt. eine Ausstellung zur Geschichte der Arbeitsmigration zwischen Deutschland und den Niederlanden gezeigt.

Dabei werden insbesondere die Lebensverhältnisse der Hollandgänger vorgestellt, die als Saisonarbeiter ein kümmerliches Dasein fristen mussten, sowie die Geschäfte der „Tödden“, die als Wanderhändler in die Niederlande zogen und von denen es einige zu sagenhaftem Reichtum brachten.

Diese sehenswerte Ausstellung ist unter dem Dach des „Geschichtsnetzwerks“ der Ems-Dollart-Region in Zusammenarbeit vom Emslandmuseum und dem Fries Landbouw-Museum in Leeuwarden entstanden.

Vor diesem Hintergrund trafen sich Museumsleiter Dr. Andreas Eiynck (Lingen) und die Niederländer Jan Bos, Henk Zandstra, George van der Peet und Wim ten Have von der Stichting Hannekenmaaierspad.

Dabei wurden zwei weitere Veröffentlichungen zu Hollandgängerpfaden vorgestellt.

 

Die Amerikanerin Ingeborg Carpenter in ihrer deutschen Heimat

Ingeborg Carpenter lebt mit ihrer Familie in Sacramento (USA).

Sie ist die Präsidentin der internationalen Genealogie – Vereinigung IGGP.

Anlässlich des diesjährigen 70. Genealogentages in der Solarlux – Arena (Melle) hielt sie eine beeindruckende Rede vor dem Hintergrund ihrer eigenen Auswanderungserfahrung.

Sie hat mich dann im Emsland besucht – auch weil ihre Vorfahren väterlicherseits Heuerleute in Mehringen bei Emsbüren waren.

Dort hat sie vor dem Landgasthaus In´t Hüürhus aus ihren plattdeutschen Erinnerungen zitiert:

 

 

Rezension des Buches “Heuerhäuser im Wandel”

Heuerhäuser im Wandel – Vom ärmlichen Kotten zum individuellen Traumhaus,

Bernd Robben/Martin Skibicki/Helmut Lensing/Georg Strodt,

[Druck und Herstellung: Meinders & Elstermann, Belm] Haselünne 2017

[ISBN 978-3-9818393-2-6] 332 S., 29,80 Euro

Obwohl die große Zeit des Heuerlingswesens mit den 60er Jahren des vorherigen Jahrhunderts zu Ende ging, ist das Thema immer noch sehr gefragt und vermag, wie viele Vorträge in jüngster Zeit beweisen, spielend große Veranstaltungsräume zu füllen. Mit großer Emotionalität werden weiterhin heftige Debatten über eine vergangene Sozialstruktur geführt.

Eine Reihe von Publikationen wie auch mehrere Ausstellungen zeugen von der heute noch ungebrochenen Anziehungskraft dieses Themas.

Einen wichtigen, in der Literatur wenig beachteten Aspekt der Thematik, nämlich Verfall und neue Nutzungsmöglichkeiten von Heuerhäusern, behandelt anschaulich, gut leserlich und fachlich orientiert der 2017 erschienene Bildband „Vom ärmlichen Kotten zum individuellen Traumhaus“. Nach dem Erfolg des Bandes „Wenn der Bauer pfeift, müssen die Heuerleute kommen!“ mit 14.000 verkauften Exemplaren in fünf Auflagen haben die Autoren dieses Bandes, nämlich Bernd Robben und Dr. Helmut Lensing, im Team mit dem Fotografen Martin Skibicki und dem Zeichner Georg Strodt es erfolgreich unternommen, in einer neuen Arbeit, die Volkskunde und Hausforschung zum Inhalt hat, als Bildband die Zeugnisse der Lebens- und Wohnverhältnisse der Heuerleute, also der kleinbäuerlicher Schichten, zu beleuchten.

Im Vorwort wird die Intention der Publikation klar herausgestellt. Den vielen Veröffentlichungen über Herrensitze, Schlösser und Burgen soll eine Veröffentlichung über die Wohnsituation der ländlichen Unterschicht, der zur Zeit der Blüte des Heuerlingswesens am häufigsten vertretenden Bevölkerungsgruppe, zur Seite gestellt werden.

Eine Struktur des Inhalts ist aus einer Karte nachvollziehbar. Dort werden schwerpunktmäßig fünf Regionen mit ihrer Baukultur von Heuerhäusern und Kotten vorgestellt, zur Orientierung farblich im Überschriftbalken voneinander abgesetzt.

Mit brillantem Bildmaterial, das bewusst den Textteil dominieren soll, werden ausgewählte Einzelobjekte präsentiert. Die Abhandlung enthält viele Informationen zu Besitz, Erb- und Verwandtschaftsverhältnissen der ehemaligen Besitzer und über Renovierungsphasen zu einzelnen Objekten. Es sind persönlich gefärbte Erlebnisberichte, die für den Leser ein großes Angebot zur Auswahl darstellen. Auch wenn wahrscheinlich nicht alle Begeleittexte wegen ihrer Fülle gelesen werden, so sind sie durchaus lesenswert und die Ausführlichkeit der Darstellung ist legitim, weil sie den persönlichen, direkten Bezug zu denjenigen herstellen, die oftmals eine große Arbeitsleistung und ein hohes finanzielles Risiko auf sich genommen haben, was sie bei Kenntnis der Schwierigkeiten und erschwerenden Bauüberraschungen oftmals nicht übernommen hätten. Ihnen gebührt der Dank für die Erhaltung des materiellen kulturellen Erbes der Region.

Erfahrungsberichte mit Baubehörden und die Tücken und Probleme mit dem Umbau folgen und die nicht gerade aufbauenden Ratschläge von Freunden und Verwandten, die aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes des zukünftigen „Wohnobjektes“ nur den Einsatz eines Radladers als Lösung rieten und dann mehr als überrascht waren, wie eine sinnvolle Nutzung im Einklang mit den Denkmalschutz und den Erfordernissen modernen Lebensstandards möglich wurde. Eine Vielzahl von Neunutzungen werden vorgestellt wie Praxis, Vereinshaus, Begegnungsstätte, Standesamt, Atelier, Archiv, Café/Gastronomie, Heimathaus, Wohnung und Ferienwohnung und vor allem individuelle Traumhäuser von Städtern.

Da Bauern häufig nicht gewillt waren, ehemalige Heuerhäuser zu verkaufen, kam es aber auch schnell zur Kette der Ereignisse: Auszug – Verfall und Abriss, so dass unzählige Heuerhäuser innerhalb weniger Jahrzehnte spurlos verschwanden, wie das Autorenteam in Text und Bild nachweist. Die Natur erobert sich das vom Menschen Geschaffene zurück, denn der Verfall erfolgte auch deshalb so rasant schnell, da bei Heuerhäusern meistens weniger qualitätsvolle, um nicht zu sagen minderwertige, Baumaterialien verwendet worden waren.

Zu diesen Darstellungen von geretteten Heuerhäusern gibt es eine Reihe verständlicher Fachbeiträge allgemeiner Art, informativ und nicht belehrend. Dass sich dabei einige Informationen wiederholen, liegt in der Natur der Sache, dass nämlich jeder Beitrag für sich steht und somit eigenständig den historischen Zusammenhang auflisten muss. So wird die Architektur verschiedener Heuerhäuser und Kotten untersucht und der Vorteil des Rauchhauses mit der Konservierung der Erntevorräte auf dem Dachboden und des Dachstrohs oder des Reets. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Bewohner durch Lungenerkrankungen werden dagegen gehalten. Als „Heuerlingskrankheiten“ werden bedingt durch die Bauweise der Behausungen der Mangel an Licht und Frischluft, die Probleme mit Feuchtigkeit und Kälte, die Anfälligkeit für TBC durch den Bau der Schlafstätten, der Alkoven, analysiert oder die Entwicklungsrückstände bei Kindern aufgrund von Blutverlust durch 100 bis 3.000 Flohstiche pro Nacht. Manchmal entsteht der Eindruck, dass die Publikation mit der Berücksichtigung einer Fülle von Aspekten sich zu viel vorgenommen hat. Aber der Zusammenhang mit der Grundthematik wird immer wieder hergestellt wie z.B. bei den Gesichtspunkten Bevölkerungswachstum, Hollandgang und Auswanderung. Sehr aussagekräftig sind Inventarverzeichnisse von Heuerlingshäusern und Heuerlingsverträge. Lobenswert ist die Erstellung von einem umfangreichen Literaturverzeichnis sowie einem Personen- und Ortsverzeichnis.

Benno Dräger

Erschienen im  Jahrbuch des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland

 

 

Hof in der Lüneburger Heide

Hermann Krüger stammt von einem Hof aus der Lüneburger Heide.

Als abgehender Sohn konnte er studieren. Er wählte den Lehrerberuf – wie viele Bauernkinder von den größeren Höfen.

Er war ein sehr engagierter Pädagoge und Schulleiter in Hamburg.

So gründete er das Löwenhaus für die Betreuung besonders vernachlässigter Kinder.

https://www.abendblatt.de/hamburg/harburg/article210503067/Hermann-Krueger-Platz-im-Phoenix-Viertel.html

https://www.asb-hamburg.de/freiwillig-aktiv/das-loewenhaus/wer-sind-wir/hermann-krueger/

https://www.harburg-aktuell.de/news/vermischtes/13225-harburg-trauert-um-loewenhaus-gruender-hermann-krueger.html

 

 

 

 

 

 

Ausstellung: Tödden & Hollandgänger

 

Die Migration gehört zu den aktuellen Themen unserer Zeit. Besonders das Emsland und die niederländische Provinz Friesland waren früher Herkunfts- und Zielregion zahlreicher Arbeits-migranten – mit allen damit verbundenen Chancen und Problemen.

Im Rahmen des Themenschwerpunktes „Migra­tion” im Geschichtsnetzwerk der Ems-Dollart-Region haben das Emslandmuseum Lingen und das Fries Landbouw Museum in Leeuwarden dieses Thema aufgegriffen und Ausstellung aufbereitet.

Seit dem 17. Jahrhundert zogen tausen­de Saisonarbeiter aus dem Emsland und den angrenzenden Gebieten alljährlich als Grasmäher und Torfstecher in die Nieder­lande. Andere reisten dort als Händler mit dem Packen über Land und verdienten so den Lebensunterhalt für ihre Familien in der Heimat. Nicht selten ließen sich Holland­gänger auch dauerhaft in den Niederlan­den nieder.

Wanderhändler gründeten dort stationäre Geschäfte und wurden niederländische Staatsbürger.

Viele Familien im Emsland sind Nachfahren einstiger Hollandgänger und Wanderhändler. Manche Arbeitsmigranten ließen sich auch dauerhaft In Friesland nieder. So sind viele Friese auch Nachkommen von Migranten aus Deutschland, die manche heutzutage wohl als „Wirtschaftsflüchtlinge” bezeichnen würden. Heute gibt es im Emsland wie in Friesland wie­der viele Wanderarbeiter, vor allem aus Osteu­ropa. Hinzu kommen Migranten aus Afrika und Asien, die hier ebenfalls nach Arbeit suchen ­in einer Region, in der Arbeitsmigration schon eine lange Geschichte hat.

(Text entstammt dem Einladungsflyer – mit Genehmigung von Dr. Eiynck als Museumsleiter)