Im Emsland wird im Jahre 2022 ein Pilotprojekt “Grüner Stahl” aufgelegt!

Bei den VDI Nachrichten handelt es sich um eine Wochenzeitung, die über Entwicklungen in Technik und Technologie mit ihren Bedeutungen in Wirtschaft und Gesellschaft berichtet. Das Gründungsjahr ist 1921.

Wasserstoff: Pilotprojekt für grünen Stahl startet 2022 im Emsland

Der Energiekonzern RWE, das Projekt- und Planungsbüro LSF, der Stahlspezialist Benteler Steel/Tube und das Aachener Start-up CO2Grab wollen gemeinsam Technologien „zur CO2-freien Stahlproduktion“ entwickeln und testen. Heute wurde bekannt, dass das Konsortium 2022 im Rahmen eines Demonstrationsprojekts eine Wasserstoff-Direktreduktionsanlage auf dem Geländes des RWE-Gaskraftwerks im niedersächsischen Lingen bauen will.

Gaskraftwerk Emsland des Energiekonzerns RWE in Lingen. Auf diesem Gelände soll im kommenden Jahr das Demonstrationsprojekt einer grünen Wasserstoff-Direktreduktionsanlage in Betrieb gehen. In der Nachbarschaft liegt das ebenfalls zu RWE gehörende Kernkraftwerk Emsland, das planmäßig nach dem Atomgesetz seine Betriebsgenehmigung zum Jahresende 2022 verliert.

Heute gab Niedersachsen Umwelt- und Energieminister Olaf Lies dem Aachener Start-up CO2Grab eine Förderzusage des Landes über 3 Mio. €. Das erst im letzten Jahr gegründete Unternehmen fokussiert auf die Dekarbonisierung energieintensiver Industrien wie Zement, Stahl und Chemie. Konkret werde das Geld in ein „Demonstrationsprojekt einer grünen Wasserstoff-Direktreduktionsanlage auf dem RWE-Kraftwerksgelände in Lingen“ fließen, so die Meldung von RWE.

Grüner Wasserstoff, der mit Ökostrom erzeugt worden ist, gilt inzwischen als Königsweg der Stahlbranche auf dem Weg der Dekarbonisierung. Doch wie gelingt es, mit dem Energieträger der Zukunft klimaneutralen Stahl kostengünstig zu produzieren? Diese Frage will das Konsortium aus dem Energiekonzern RWE, dem Projekt- und Planungsbüro LSF, dem Stahlspezialist Benteler Steel/Tube und dem Aachener Start-up CO2Grab unter anderem mit Hilfe des Demonstrators in Lingen beantworten.

Das, wofür man vor einigen Jahren vermutlich noch belächelt worden wäre, wird Wirklichkeit: die Defossilisierung der Stahlindustrie in Deutschland. Sie sei zentral, damit die Energiewende in Deutschland gelingt, erklärte Lies. Mit Know-how, Willen und Überzeugung bringe man die einst als „unvereinbar geltenden Ziele“ zusammen: Klimaschutz und Energiewende mit der notwendigen Zukunftsfähigkeit für unseren Industriestandort und den damit verbundenen guten Arbeitsplätzen.

 

Dr. med. Martin Oevermann: Meine Vorfahren waren Heuerleute

Die Vorfahren des Mediziners aus Lingen/Ems stammten aus dem Oldenburger Münsterland. Der Vater durfte im Gegensatz zu seinen neun Geschwistern – die sich durchweg als Mägde bzw. Knechte verdingen mussten – eine berufliche Ausbildung machen: Er wurde Schneider und baute sich eine Existenz in Lingen auf.

Dr. Oevermann berichtet über seine Kindheit und Jugend in eher bescheidenen Verhältnissen.

Ein Lied und ein Film über die Holzschuhe von Herbert Warnking (HV Lohne)

Sowohl die plattdeutsche Sprache, die Holzschuhe als Schuhwerk für die “kleinen” Leute und auch das Holzschuhmacherwesen war im Heuerlingswesen angesiedelt.

Eine Videokombination von Herbert Warnking – Leiter Stadtmedienarchiv Heimatverein Lohne

Teil 1: Hölskenlied – vorgetragen von der kleinen Singschar aus Hamberg

Teil 2: Von Hölsken und Hölskenmoker – ein Film von Josef Dödtmann

Sowohl die plattdeutsche Sprache, die Holzschuhe als Schuhwerk für die “kleinen” Leute und auch das Holzschuhmacherwesen war im Heuerlingswesen angesiedelt.

 

Hier eine Videodarstellung der ursprünglichen Holzschuhherstellung per Hand und Spezialwerkzeug in den Niederlanden:

“Der Dammer Mäßigkeitsverein von 1842” von Dr. Jürgen Kessel

 

Seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts  wandelten sich die Trinkgewohnheiten insbesondere  in der besitzlosen Bevölkerung (Heuerleute) zunehmend vom Bier hin zum hochprozentigen Schnaps innerhalb weniger Jahrzehnte. Mit der Nutzung von Kartoffeln in der Destillation sank der Schnapspreis enorm. So entstanden  Brennereien vor allem auch in Nordwestdeutschland, weil sich gerade hier günstige Bedingungen für den Kartoffelanbau boten.

Gegen den sich stark verbreitenden Alkoholismus bildeten sich Mäßigkeitsvereine. Das waren vor allem kirchliche Bewegungen.

Dr. Jürgen Kessel aus Damme hat sich intensiv mit dieser Thematik im Oldenburger Münsterland beschäftigt.

Im nachfolgenden Video-Interview informiert er dazu:

Herbert Warnking von Heimatverein Lohne stellt sich vor

Beitrag aus Oldenburgische Volkszeitung vom 16. März 2022

Ein Film von Herbert Warnking
Stadtmedienarchiv des Heimatvereins Lohne e.V

Ein Videointerview mit Herbert Warnking vom 17. März 2022 im Industriemuseum Lohne folgt in Kürze.

 

 

Beeindruckende Ausstellung in Damme: Massenauswanderung von Heuerleuten

 

Der Leiter des Stadtmuseums Damme

                                                               Wolfgang Friemerding 

konzipierte und stellte ausschließlich mit Eigenmitteln eine beeindruckende Sonderausstellung zur Massenauswanderung im 19. Jahrhundert zusammen. Aus dem Alten Amt Damme verließen vornehmlich Heuerleute aus sozialer Not die zugehörigen Orte Damme, Holdorf und Neuenkirchen.

Über ein Drittel der Bevölkerung nahm den beschwerlichen und ungewissen Weg in die Neue Welt auf sich. Auswanderungswillige hatten enorme Hürden zu überwinden: Die endgültige Loslösung von der alten Heimat, die Finanzierung der Überfahrt und des Neuanfangs in den USA, die amtliche Genehmigung der Ausbürgerung, die mehrwöchige Überfahrt auf hoher See, den Aufbau einer neuen Existenz. Agenturen im heimischen Raum halfen ihnen dabei.

Ein didaktisch und methodisch sehr gelungenes Lebensbildnis der äußerst bedrückenden Alltagsumstände der Heuerleute in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stimmt die Museumsbesucher/innen auf die Auswanderung und die damaligen Bedingungen im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ ein: Solch einen authentischen Geschichtsunterricht darf man nicht verpassen…

Landtechnik: Ein Kurzabriss zur Entwicklung des Pfluges

 

Um den Boden für den Fruchtanbau vorzubereiten, nutzen die Menschen in den einzelnen Kulturen zunächst Hacken, sie gingen dann zu Furchenstöcken und den Boden aufschlitzenden Haken über, die  schon teilweise von Tieren gezogen wurden.

Foto: Archiv Robben, aufgenommen im Museum Hohenheim

Eine entscheidende Verbesserung der Pflugtechnik setzte im   Hochmittelalter (etwa 1100 – 1300) ein: Das bisher nur die Erde aufritzende Bodenbearbeitungsgerät wurde von einem schollenwendenden Beetpflug mit Streichbrett und Vorwagen abgelöst.

Foto: Archiv Böckenhoff Greving

 

Foto: Archiv Dreyer

 

Foto: Archiv Robben, aufgenommen im Museum Hohenheim, bearbeitet Robben

Ein Nachteil des Beetpfluges war das fest montierte Streichbrett (Schar), welches die Erde stets auf die gleiche Seite legte. Die damit verbundenen Leerfahrten konnten erst mit dem Kehrpflug wettgemacht werden.

Foto: Archiv Robben, aufgenommen im Museum Ootmarsum/Niederlande

Im allgemeinen Aufschwungs der Landwirtschaft in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, die insbesondere gekennzeichnet wurden Allmendaufteilung (mit Flurbereinigungen), Beendigungen der ungenutzten Brachen und einer zunehmenden gezielten Düngerwirtschaft, erzeugte die Pflugentwicklung auch jeweils überregionales und sogar wissenschaftliches Interesses und zweckmäßige Neuerungen wurden auf den aufkommenden Ausstellungen prämiert.

Dabei stellte man in Fachkreisen fest, dass die leistungsfähigeren Beetpflüge vornehmlich aus England, Belgien und auch den Niederlanden stammten.

Foto: Archiv Robben, aufgenommen im Museum Hohenheim

Auch heute gilt der Pflug weitgehend als das wichtigste aller Ackergeräte, da er gleichzeitig durch Lockern, Vermischen und Wenden des Bodens die Aufnahme des Saatgutes entscheidend vorbereitet: Gut gepflügt ist halb geerntet.

Die besitzlosen Heuerleute,  Landarbeiter und Pächter besaßen in aller Regel weder Pflug noch Zugvieh. Für einen Tag der leihweisen Nutzung des Pfluggespanns hatten sie drei bis acht Pflichtarbeitstage auf dem Hof “ihres” Bauern zu leisten.