Heuerlingsverträge und ihre Auswirkungen

Vortrag von Dr. Christian Westerhoff, gehalten am 4.11.2019 im Industriemuseum Lohne

 

Abb.: Heuerhaus Westerhoff in Ossenbeck bei Damme 1998. Foto: Werner Schiller

Alte Pachtverträge – eine langweilige Angelegenheit? Keineswegs! Der Heuervertrag regelte bis in die 1960er Jahre das nicht immer spannungsfreie Verhältnis von Bauern und Heuerleuten. Dementsprechend erzählen Heuerverträge spannende Geschichten. Die Ausgestaltung der Verträge verrät viel über Rechte und Pflichten sowie über das Machtverhältnis zwischen beiden Parteien. Die Verträge hatten zudem oft weitreichende Folgen. So hinderte die mangelnde Planbarkeit der Arbeitshilfe für den Bauern viele Heuerleute daran, eine Arbeit außerhalb der Landwirtschaft aufzunehmen oder bei gutem Wetter ihre eigenen Felder abzuernten. Viele Heuerhäuser waren in keinem guten Zustand – kein Wunder, wenn es in einem Vertrag hieß: „Am Haus werden keinerlei Reparaturen geleistet und nicht bezahlt“.

Der Passus stammt aus einem Vertrag aus Bassum im Landkreis Diepholz – aus dem Jahr 1965!

Der Vertrag ist auch sonst sehr bemerkenswert:

 

aus: Weber, Ralf: Was Du siehst, wenn Du die Augen zumachst, das gehört Dir! Das Häuslingswesen im Landkreis Diepholz vom 17. Jahrhundert bis in die 1960er-Jahre, Wehye 2017, S. 92.

In seinem Vortrag gab Christian Westerhoff einen Einblick in die Geschichte der Heuerlingsverträge und verdeutlichte deren Auswirkungen anhand plastischer Beispiele. Eine wichtige Referenz bildet für ihn der Heuerlingsvertrag seiner Großeltern:

„Ossenbeck, den 11.Juni 1933   

Pachtvertrag

Der Heuermann Clemens Westerhoff pachtet heute vom mitunterzeichneten Heinrich Niebur eine Heuerstelle bestehend aus Heuerhaus nebst Garten, eine Wiese im Rüschfort, und ferner 30 Scheffelsaat Ackerland.

Der Antritt des Ackerlandes erfolgt zu Herbst dieses Jahres, und des Wohnhauses zum ersten Juli 1934. Der Antritt der Wiese erfolgt mit den Ländereien. Der Jahrespachtpreis für Haus, Schweinestall und Garten beträgt 95 Mark, i.w. fünfundneunzig Mark, und ist gegen den 1.Mai jeden Jahres zu zahlen. Der Pachtpreis für Ackerland beträgt pro Scheffelsaat 4 Mark, i.w. vier Mark. Für die Wiese zahlt derselbe 12 Mark, i.w. zwölf Mark. Die Jahrespacht für Ackerland und Wiese ist gegen den 1.November jedes Jahres zu zahlen. Außerdem hat der Pächter bei allen im Betriebe des Verpächters vorkommenden Arbeiten auf Bestellen unentgeltlich Hilfe zu leisten. In der Getreide- und Kartoffeln-Ernte sowie beim Dreschen sind nach vorheriger Bestellung täglich zwei Mann zu stellen.

Die Güte, Größe und Beschaffenheit der Heuer ist dem Pächter bekannt, und kann (den) Verpächter später für nichts verantwortlich gemacht werden. Holz und Gestreu darf ohne Erlaubnis des Verpächters aus dessen Waldungen nicht geholt werden. Torf für den eigenen Haushalt kann der Pächter in dem ihm ausgewiesenen Moorteil unentgeltlich graben, dafür hat derselbe den Torf des Verpächters graben und verarbeiten zu helfen. Kleine an den Gebäuden vorkommende Reparaturen hat der Pächter selbst ausführen zu lassen.

Dieser Vertrag läuft von Jahr zu Jahr weiter, solange nicht von einer Partei eine Kündigung ausgesprochen, oder eine Veränderung beantragt wird. Im Falle einer Kündigung soll von beiden Seiten eine sechsmonatliche Kündigungsfrist innegehalten werden. Wenn der Pächter die Heuerstelle wieder räumen wird, so hat derselbe das Ackerland und Wiese zuerst zu räumen, weil auch der Antritt desselben, dem des Wohnhauses vorangegangen ist.

Vorstehender Vertrag wird in zwei gleichlautenden Exemplaren ausgefertigt, und jeder Partei eines ausgehändigt. Durch Unterschrift erklären sich beide Parteien mit vorstehenden Bedingungen einverstanden, und versichern sich gegenseitig ehrenwörtlich sich hierauf zu richten, ohne ein Pachtschutzgesetz und Pachteinigungsamt in Anspruch zu nehmen.“

Kernelement der Heuerlingsverträge: Die Arbeitshilfe

Während es über den Inhalt einer Heuer lange Zeit nur mündliche Absprachen gab, kamen im 19. Jahrhundert allmählich schriftliche Heuerlingsverträge auf. Im 20. Jahrhundert verstärkte sich dieser Trend; es gab jedoch auch weiterhin Pachtverhältnisse, die nur mündlich vereinbart waren.

Ein zentrales Element der Heuerlingsverträge war die Arbeitshilfe, welche die Heuerleute für den Bauern zu leisten hatten. Hierzu führt Christian Westerhoff aus:

Audio 1: Arbeitshilfe der Heuerleute

Insbesondere in frühen Verträgen waren auch Hilfsleistungen des Bauern für die Heuerleute festgeschrieben. In der Regel stellte der Bauer dem Heuermann ein Pferdegespann zur Verfügung. Diese Gespannhilfe wurde jedoch nicht 1:1 mit der Arbeit des Heuermanns verrechnet, sondern kam diesem in der Regel teuer zu stehen:

Audio 2: Gespannhilfe des Bauern

Schutz vor kurzfristigen Kündigungen: Das Reichspachtschutzgesetz von 1920

Nach dem Ersten Weltkrieg kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Bauern und Heuerleuten, da viele Bauern als Reaktion auf die Inflation höhere Pachtpreise verlangten. Zahlreichen Heuerleuten wurde kurzfristig gekündigt, was für sie existenzbedrohend war. Doch die gerade entstandene Heuerleute-Bewegung wusste sich zu wehren:

Audio 3: Pachtschutz

Die Heuerhäuser: Der Heuerlingsvertrag als Investitionshemmnis

Von Seiten der Bauern gab es in der Regel wenig Neigung, in die häufig unzureichenden Gebäude auf den Heuerstellen zu investieren. Die Heuerlingsverträge stellten jedoch auch für die Heuerleute ein Investitionshemmnis dar.

Audio 4: Investitionshemmnis Heuerlingsvertrag

Als Folge dieser Investitionshemmnisse wurden auf der Heuerstelle Westerhoff zahlreiche Modernisierungen erst vorgenommen, nachdem das Heuerverhältnis geendet hatte und die Heuerleute dem Bauern das Heuerhaus samt Grundstück 1960 abgekauft hatten:

 

Audio 5: Umbauten am Heuerhaus Westerhoff

 

Abb. 2: Küche des Heuerhauses Westerhoff 2003. Foto: Christian Westerhoff

Fazit des Vortrags

Am Ende seines Vortrags fasst Christan Westerhoff seine Erkenntnisse zu Heuerlingsverträgen noch einmal in einer Schlussbetrachtung zusammen und verweist auf die weiterführenden Aufgaben der Forschung:

Video: Stadtmedienarchiv Heimatverein Lohne e. V., 
Herbert Warnking

 

Kurzvita:

Dr. Christian Westerhoff studierte Geschichte und Politikwissenschaft in Osnabrück und Sheffield und promovierte 2010 in Erfurt zum Thema „Zwangsarbeit im Ersten Weltkrieg. Rekrutierung und Beschäftigung osteuropäischer Arbeitskräfte in den von Deutschland besetzten Gebieten”.

2009 bis 2011 absolvierte er das Referendariat für den höheren Bibliotheksdienst an der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB).

Anschließend koordinierte er das DFG-Projekt „ 1914-1918-Online. International Encyclopedia of the First World War” an der Freien Universität Berlin.

Seit 2013 ist er Leiter der Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart.

Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit dem Heuerlingswesen und hat hierzu verschiedene Publikationen vorgelegt, u.a.:

  • „Ossenbeck. Kleiner Ort mit langer Geschichte”, Damme 2001;
  • „Das Heuerlingswesen in der Bauerschaft Ossenbeck und die Agrarmodernisierung im 20. Jahrhundert”, in: Jahrbuch für das Oldenburger Münsterland, 53.2004, S. 183-198.
  • „Das späte Ende des Heuerlingswesens im Oldenburger Münsterland“, in: Jahrbuch für das Oldenburger Münsterland, 66.2017, S. 78-96.
  • „Heuerhäuser des 20. Jahrhunderts in Ossenbeck bei Damme“, in: Bernd Robben u.a. (Hg.): Heuerhäuser im Wandel. Vom ärmlichen Kotten zum individuellen Traumhaus, Haselünne 2017, S. 138-143
Foto: Stadtbibliothek Stuttgart

“Einfach vornehm” – Eine Studie zu den landwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnissen in den Küstenmarschen Ostfrieslands

Einfach vornehm

Die Hausleute der nordwestdeutschen Küstenmarsch in der Frühen Neuzeit

von  Jessica Cronshagen

in der Reihe
Veröffentlichungen der historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen 276 erschienen
Göttingen 2014
In diesem Buch wird  auch der Unterschied der Lage der Landlosen in Nordwestdeutschland (Heuerlingsgebiet) und in den fruchtbaren Marschgebieten an der ostfriesischen Küste dargestellt.
Dr. Christof Spannhoff vom Institut für vergleichende Städtegeschichte in Münster rezensiert das Buch nachfolgend:

Wie bildete und etablierte sich eine bäuerliche Oberschicht in der Frühen Neuzeit? Dieser interessanten Frage geht Jessica Cronshagen in ihrer 2010 eingereichten Oldenburger Dissertation am Beispiel der friesischen Hausleute nach. Ihr Untersuchungsgebiet sind die friesischen Marschen zwischen niederländischer Grenze und Wesermündung, in denen sich vier historische Territorien verorten lassen: das Fürstentum Ostfriesland, die Herrschaft Jever, die Herrschaft Kniphausen sowie die Grafschaft bzw. das Herzogtum Oldenburg mit Butjadingen und der Wesermarsch. Den Schwerpunkt des Untersuchungszeitraums legt die Verfasserin auf das 17. und 18. Jahrhundert, in erster Linie nach Ende des Dreißigjährigen Krieges, eine Periode, die sie als ein „Zeitalter der sozialen Ausdifferenzierung“ und „lokaler Hierarchisierung“ (S. 11) ansieht.

Gerade in der sozialen Gruppe der friesischen Hausleute als „nicht-verfasste, aber nichtsdestotrotz stabile und sozial geschlossene lokale Elite“ (S. 11) sieht J. Cronshagen einen ertragreichen Untersuchungsgegenstand zur Erfassung der Entstehung, Entwicklung und Erhaltung frühneuzeitlicher lokaler Hierarchien, da in einem Gebiet nur schwach ausgeprägten Adels, die „Gestaltung der sozialen Ordnung des Dorfes weitgehend in bäuerlicher Hand“ (S. 11) lag. Zudem seien die nordwestdeutschen Bauern als „Repräsentanten einer von sehr eigenen Strukturen geprägten frühneuzeitlichen Agrarlandschaft“ (S. 19) von der Forschung recht stiefmütterlich behandelt worden.

Mit ihrer Arbeit stellt sich die Autorin somit in die Reihe neuerer Forschungen, die die ländliche Gesellschaft einer genaueren Differenzierung unterziehen und z.B. die Bauern auch als gestaltende Akteure in Wirtschaft, Politik und Kultur herausarbeiten. Damit schließt Cronshagen zum einen an die fruchtbaren Ergebnisse der Kommunalismusforschung, zum anderen aber auch an die neuen Perspektiven auf Herrschaft als Austausch- und Auseinandersetzungsprozess sowie hinsichtlich der bäuerlichen Distinktionspraktiken und Repräsentation zum dritten an die ländliche Konsumgeschichtsforschung an.

Um den ländlichen Elitebildungsprozess umfassend beschreiben zu können, bedient sich Cronshagen dem Bourdieuschen Konzept des symbolischen Kapitals bzw. der symbolischen Macht als institutionalisiertes Prestige. Somit werden vor allem „bewusste und strukturelle Formen der Distinktion sowie Reproduktionsstrategien, welche die Elitebildung in fester hierarchischer Ordnung bedingen“ (S. 23), betrachtet.

Dieses soziologische Konzept wendet die Autorin auf ihren historischen Untersuchungsgegenstand folgendermaßen an: Zunächst gibt sie einen kurzen Überblick über die territoriale Entwicklung und die politisch-kulturellen Zustände ihres Untersuchungsgebietes, um dann die Untersuchung der Wirtschaftskonjunkturen als Kontextualisierung der großbäuerlichen ökonomischen Kapitalakkumulation und sozialen Konsolidierung vorzunehmen. Es schließt sich die Darstellung der Gruppe der Hausleute in demographischer und bevölkerungsgeschichtlicher Hinsicht mit dem Schwerpunkt auf Heiratsverhalten und Vererbungsstrategien an. Im Kapitel „Die Hausleute und ihr Dorf“ wird die soziale und gesellschaftliche Stellung der Hausleute im Verhältnis zu den übrigen gesellschaftlichen Gruppen aus verschiedenen Perspektiven untersucht. Es folgt die wirtschaftsgeschichtliche Analyse, die die soziale Vorrangstellung auch als ökonomisch führende Position erklärt. Abschließend wird der Blick auf die aus der wirtschaftlichen Potenz resultierenden repräsentativen Verhaltensweisen gelenkt, die sich vor allem in der Kirche (Epitaphien, Grabsteine, Altargerät- und Leuchter-Stiftungen, Kirchenbank), in der Größe des Bauernhauses („Gulfhaus“), in der Einrichtung, im Besitz, aber auch im Konsumverhalten niederschlugen. Mittels dieser Selbstinszenierung als bäuerliche Elite manifestierten die Hausleute ihre gesellschaftliche Position im Dorf.

Als Quellengrundlage nutzt Cronshagen für ihre Untersuchung die gesamte Palette der frühneuzeitlichen Überlieferung zur ländlichen Geschichte: von Verwaltungsschriftgut (Schatzungsregister, Statistiken und kameralistische Unterlagen) über Dorfordnungen bzw. Bauerbriefe und Testamente, Ehestiftungen, Kreditbriefe, Kauf- und Pachtverträge sowie Familienchroniken bis hin zu Rechenbüchern, Inventaren und Reiseberichten.

Durch die akribische Auswertung gelingt es ihr, ein detailliertes Bild der Herausbildung und Konsolidierung der friesischen Hausleute zu zeichnen: Ihre Vorrangstellung gründete sich – objektiv gesehen – allein auf Basis ihrer Wirtschaftskraft. In ihrer Selbstsicht nahmen sie sich allerdings als „Stand“ alten Herkommens wahr, der sich durch die angeblich von Karl dem Großen gestiftete friesische Freiheit legitimierte (S. 33–35). Diese Etablierung und Festigung ihres Selbstbildes als eigener „Stand“, obwohl die Hausleute de facto und de jure keiner waren, gelang ihnen neben dem von ihnen tradierten Gründungsmythos auch dadurch, dass es in ständischer Hinsicht in Friesland nur wenig Konkurrenz durch einen gering ausgeprägten Adel gab. Die strukturelle Voraussetzung ihrer Selbstdarstellung als „Stand“ war ihre ökonomische Vorrangstellung, die sich aus der in der Region vorherrschenden Agrarverfassung mit der freien Verfügbarkeit über den Hof, der fehlenden feudalen Abhängigkeit und nur „schwache[n] herrschaftliche[n] […] Durchdringung der Marschen“ (S. 299), dem fast vollständig fehlenden Flurzwang in Kombination mit fruchtbaren Böden und hoher Marktintegration ergab. Diese Bedingungen führten zu einer wirtschaftlichen Unabhängigkeit und guten Anpassungsfähigkeit an Krisen- und Marktsituationen sowie agrarische Innovationen. Dass sich in der untersuchten Region ein Großbauerntum entwickeln konnte, führt Cronshagen demnach auch auf die Anfälligkeit der Marschenwirtschaft für Naturkatastrophen (Fluten) und konjunkturelle Schwankungen zurück. Nur wer ausreichende Rücklagen bilden konnte, überstand diese nachteiligen Einflüsse unbeschadet. Auch das schwache Bevölkerungswachstum an der südlichen Nordseeküste trug zur Elitebildung bei, da so die großbäuerlichen Strukturen erhalten werden konnten und nicht in Frage gestellt wurden.

Vor allem der freie Bodenmarkt und die geringe Bindung der Hausleute an ihren Hof (mehrere Höfewechsel eines Hausmanns waren keine Seltenheit; S. 214–218) ließen den Grund und Boden zu einer Ware werden und machten den „Stand“ der Hausleute, die den Bodenmarkt kontrollierten, flexibel. Aus dieser Dominanz des Bodenmarktes, gepaart mit der Kontrolle des ländlichen Kreditwesens, ergab sich die informelle „Herrschaft“ der Hausleute im Dorf.

Als Mittel zum Erhalt ihres „Standes“ diente den Hausleuten ein eingeschränkter Heiratskreis, der die bäuerliche Oberschicht gegenüber anderen Gruppen abschottete und ein elitäres, auf Verwandtschaft basierendes Netzwerk etablierte sowie das Anerbenrecht, mit dem der Zugang zum Bodenmarkt und der soziale Aufstieg kontrolliert und begrenzt werden konnte. Allerdings konnte Cronshagen feststellen, dass die ländliche Führungsschicht selbst keine einheitliche Gruppe bildete. Auch in der großbäuerlichen Elite gab es Abstufungen, die durch distinktives Verhalten austariert wurden, wenn auch diese Grenzen innerhalb der Hausleute nicht so deutlich hervortreten wie die Abgrenzungen zu anderen sozialen Schichten. Ein Distinktionsmerkmal der Hausleute war zudem ihre Bildung, die durch Hauslehrer auf den Höfen oder den Besuch höherer Schulen erreicht wurde. Die Eigen- und Fremdwahrnehmung des Status beeinflusste den Zugang zu Heiratskreisen, Bodenmärkten oder Krediten.

Insgesamt gelingt Jessica Cronshagen in ihrer agrar-, sozial-, wirtschafts- und mentalitätsgeschichtlichen Untersuchung eine sehr gute und detailreiche Darstellung der Hausleute der nordwestdeutschen Küstenmarsch, der Herausbildung ihrer sozialen Gruppe sowie ihrer Strategien zur Verfestigung und Sicherung der gesellschaftlichen Stellung auf Basis der zur Verfügung stehenden Quellen. Ein gewisses Manko der ansonsten hervorragenden Arbeit besteht allerdings darin, dass zuweilen die begriffliche Schärfe fehlt, was den analytischen Zugriff erschwert. So wird nicht recht deutlich, was genau Cronshagen eigentlich unter „Stand“ oder unter „Herrschaft“ versteht bzw. wie sie ihren Herrschaftsbegriff von „Macht“ oder „Sozialprestige“ abgrenzt. Trotz dieser Einschränkung bietet das eloquent geschriebene Buch aber eine sehr anregende und erkenntnisreiche Lektüre.

 

Kurvita des Rezensenten:

Dr. Christof Spannhoff studierte Geschichte und Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und wurde 2013 promoviert (Thema „Leben ohne die Toten. Analyse der Konflikte um die Verlegungen der ländlichen Begräbnisplätze im 19. Jahrhundert im Kreis Tecklenburg”). Seit 2013 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für vergleichende Städtegeschichte an der Universität Münster in verschiedenen Projekten (Deutsche Königspfalzen, Reformation in
Westfalen, Historischer Atlas westfälischer Städte, Historischer Atlas des Kreises Warendorf). Spannhoff ist Gründungsmitglied der Forschungsgemeinschaft zur Geschichte des Nordmünsterlandes e.V. Seit 2016 ist er zudem ordentliches Mitglied der Volkskundlichen Kommission für Westfalen. Für seine “bürgernahe Heimat- und Geschichtsarbeit” wurde er 2019 mit dem LWL-Preis für westfälische Landeskunde ausgezeichnet.

Foto: Archiv Spannhoff

Landarbeitermarkt in Ostfriesland

In Teilen Ostfrieslands bestand eine deutliche größere Distanz zwischen den Bauern und den Landlosen

In Teilen Ostfrieslands bestand eine deutliche größere Distanz zwischen den Bauern und den Landlosen

Hero-Georg Boomgaarden (Emden)

ist ein engagierter ostfriesischer Heimatkundler u. a. als Vorsitzender der Gesellschaft zur Erhaltung ostfriesischer Kultur und Baudenkmale (ANNO) und auch als Leiter der Ländliche Akademie Krummhörn-Hinte e. V.

 

Im Bereich des regionalen Theaters ist er insbesondere im Bereich der Krummhörn tätig. Dort werden auch zeitkritische Themen aufgegriffen. So sollten  im Jahr 2019 in einer Art Krimi die zwischenmenschlichen Verhältnisse der ländlichen Bevölkerung in der Marschgegend der Krummhörner bis in die Sechzigerjahre des 20. Jahrhunderts  aufgearbeitet werden. Schon die erste Pressemeldung zum geplanten Theaterprojekt löste Aufregung und Protest unter den Landwirten in dieser ostfriesischen Region aus.

Hero-Georg Boomgaarden berichtet dazu in einem Telefon-Interview:

Pfarrer em. Heinz Withake – der besondere Lebensweg eines Heuerlingssohnes aus Hopsten

Etliche katholische Geistliche stammten und stammen von (größeren) Bauernhöfen.

Bis kurz vor 1960 mussten die Eltern für den Schulbesuch ihrer Kinder auf einer höheren Lehranstalt Schulgeld bezahlen. Dazu kam dann noch die Kosten für Bus oder Bahn.

Allein der Kosten wegen war dieser Bildungsweg fast allen Heuerlingskindern verschlossen.

In einigen Fällen ermöglichten Dorfgeistliche durch ein Stipendium für besonders begabte Jungen den Besuch eines  katholischen Internats, um so insbesondere den Priesternachwuchs zu fördern.

Pfarrer Heinz Withake (heute Münster) wurde 1941 als Heuerlingssohn in Hopsten geboren. 1944 starb sein Vater im Krieg.

Nachfolgend berichtet er in verdichteter Form über sein Leben und die besonderen Leistungen seiner Mutter:

“De Hürmannske kann dat Geld wall schieten!” so hörte seine Oma zufällig das Urteil über seine Mutter aus dem Munde von Landwirten in einer Facharztpraxis in Rheine.

 

Der katholische Geistliche Heinz Withake war zwei Jahrzehnte Rektor und geistlicher Rat bei den Canisianer-Brüdern in Münster. Zeitgleich leitete er bis zu seinem 65. Lebensjahr die Abteilung Schüler, Lehrer, Eltern in der Hauptabteilung Schule und Erziehung im Bischöflichen Generalvikariat. Im Jahr 2015 legte er sein zusätzliches Amt als Geistlicher Beirat der Katholischen Elternschaft Deutschlands (KED) nieder.

 

Foto: kirche-mswest

… und hier in Textform:

In späteren Jahren hat Heinz Withake mit diesem Buchtitel an eine Begebenheit aus der Jugendzeit angeknüpft, die sein priesterliches Leben ganz offensichtlich geprägt hat:

Auf dem Buchrücken erfährt die Leserschaft die interessanten Hintergründe dazu:

Arbeitsverpflichtungen eines Heuerlings in den Monaten Oktober bis Dezember 1953

Aus dem Anschreibebuch eines Heuerlings 4

Zur Verfügung gestellt von Herbert Warnking vom Heimatverein Lohne/ Medienarchiv

 

Dieser Teilbeitrag 4 hat folgenden Vorlauf:

Anfallende Arbeiten auf dem Bauernhof:

Vorbemerkung: Gerade dem Jahr 1953 kommt eine besondere Bedeutung in der (land)wirtschaftlichen Entwicklung zu:

Der Hunger in den Ballungszentren ist weitgehend überwunden, die “Hamsterfahrten” haben aufgehört. Nun muss die nordwestdeutsche Landwirtschaft die Bevölkerung des Ruhrgebietes insbesondere mit Kartoffeln versorgen. Der stark anlaufende Steinkohleabbau dort verlangt nach Grubenholz – aber auch nach Arbeitskräften.

Noch wirtschaftet man in der Landwirtschaft weitgehend auf dem Niveau der Vorkriegszeit.

Aber innerhalb weniger Jahre verändert sich diese Lage grundlegend: 

Innerhalb weniger Jahre setzt eine enorme Mechanisierung in der Agrarwelt ein. Arbeitskräfte (Heuerleute, Knechte und Mägde) werden dort nicht mehr gebraucht. Viele von ihnen finden in der sich rasch entwickelnden (Landmaschen-) Industrie einen neuen und deutlich besser bezahlten Arbeitsplatz.

Diese Arbeitsbereiche werden in Kürze hier nach und nach dargestellt
  • Kartoffelernte

Bis in das 20. Jahrhundert wurde die Kartoffel mühevoll mit der Forke ausgemacht und geerntet.

Foto: Dirks

So war der von Pferden gezogene Schleuderroder schon ein wichtiger Erntehelfer. Aber die Kartoffeln mussten immer noch mühsam mit der Hand gesammelt werden.

Foto: HV Emlichheim

 

Das erledigten im Herbst hauptsächlich die Schulkinder. Dafür waren damals die sogenannten Kartoffelferien für 3 Wochen eingerichtet.

Foto: HV Emlichheim

Wenige Jahre später brachte insbesondere Lanz den sogenannten zweireihigen Vorratsroder auf den Markt. Jetzt konnte man die Kartoffeln erheblich leichter aufsammeln. Aber auch in der Kartoffelernte sind die Maschinen größer geworden und es wurden sogenannte Vollernter entwickelt.

Fotos: Archiv Robben

Jetzt konnte sehr viel bequemer und schneller gesammelt werden.

Foto: Hermann Dieck

Auf diesem Landmaschinensektor ist die Firma Grimme in Damme mittlerweile Weltmarktführer.

https://www.grimme.com/de

  • Runkelernte

Der Anbau von Runkeln war sehr arbeitsintensiv.

Foto HV Emlichheim

Foto: Böckenhoff Grewing
  • Kohlernte

Die Bedeutung des  Kohlanbau(e)s zur menschlichen und tierischen Ernährung war regional unterschiedlich. Diese Kulturen lohnten sich in den 50er Jahre kaum noch – auch weil die Arbeitskräfte aus der Landwirtschaft abwanderten.

  • Düngen mit Mist und Kunstdünger

Schon das tägliche Ausmisten der Stallungen bedeutete harte Arbeit. Das Beladen der Ackerwagen mit dem mittlerweile (durch weitere Zersetzung) “verbrannten” Mist war Schwerstarbeit.

Fotos: HV Emlichheim

Auf dem Acker musste der Mist mühsam vom Wagen abgezogen und dann von Hand verstreut werden. Dieses Arbeitspensum konnte nur mit Unterstützung der Heuerleute geschehen.

Eine technische Weiterentwicklung zur nötigen Arbeitsersparnis war der Miststreuer. 

Foto:Archiv Robben

Der flüssige Mist – Jauche genannt – wurde in einer separaten Grube aufgefangen und aufs Feld gefahren.

Foto: Mönnich

Seit mehreren Jahrzehnten werden Kot und Urin der Nutztiere gemeinsam in Güllebassins gelagert und in immer größeren Tankwagen auf die Felder und Wiesen gebracht.

Foto: Archov Robben

 

  • Dreschen (wird noch bearbeitet)

 

 

 

Zusammenfassung:

Insbesondere mit Beginn der Wirtschaftswunderjahre ab Mitte der fünfziger Jahre setzten enorme Veränderungen auch  in der Landwirtschaft ein.

Auch wechselseitig bedingten sich bisher nie gekannte Fortschritte in der Mechanisierung des Agrarsektors und eine große Nachfrage nach Arbeitskräften außerhalb der Landwirtschaft.

Erkenntnis: Von 1800 bis 1914 halbiert sich fast die Beschäftigtenzahl in der Landwirtschaft.

Noch krasser entwickelt sich dieser Trend ab 1950:

So ernährte 1950 ein Landwirt 10 Menschen und im Jahre 2016 135 Personen. Diese Zahlen stammen ebenfalls aus dem oben erwähnten Situationsbericht des Dt. Bauernverbandes. 

 

 

 

 

Arbeitsverpflichtungen eines Heuerlings im August 1953

Aus dem Anschreibebuch eines Heuerlings 3

Zur Verfügung gestellt von Herbert Warnking vom Heimatverein Lohne/ Medienarchiv

 Im August ging die Getreideernte weiter!

1953 gab es nur noch  Heuerleute, die mit der Sense mähen mussten!

Foto: Böckenhoff-Grewing

Etliche Bauern benutzten noch die Mähmaschine!

Zunehmend kamen aber auch schon Trecker auf, die die “neuen” Bindemäher unproblematisch ziehen konnten – im Gegensatz zu Pferden.

Dennoch waren viele Landwirte auf die Mithilfe der Heuerleute, der Knechte und Mägde angewiesen!

Fotos: Archiv Openluchtmuseum Ootmarsum

Fortsetzung von:

Arbeitsverpflichtungen eines Heuerlings im Juli 1953

Arbeitsverpflichtungen eines Heuerlings im Juli 1953

Aus dem Anschreibebuch eines Heuerlings 2

Fortsetzung von:

Arbeitsverpflichtungen eines Heuerlings im Juni 1953

Zur Verfügung gestellt von Herbert Warnking vom Heimatverein Lohne/ Medienarchiv

Im Juli war der Heuermann weiterhin für 26 Stunden in der Heuernte eingesetzt – nach rund 20 Stunden im Juni:

So lief die Ernte mehrere Jahrhunderte ab:

Zeichnung entdeckt im Landwirtschaftsmuseum der Universität Hohenheim

In der zweiten Hälfte des Monats Juli begann die Getreideernte, die ebenfalls sehr personalintensiv war:

Noch mit der Mähmaschine bis nach dem 2. Weltkrieg:

Foto: Archiv Niederbayerisches Landwirtschaftsmuseum Regen

In den 50er Jahren setze sich dann der Mähbinder durch:

Nach dem Trocknen in den Hocken konnte dann mit dem Abfahren und Verpacken der Fülle der Garben begonnen werden:

Nachdem zunächst der Dachboden und die Scheune vollgepackt wurden, begann man, sog. Strohbülten auf dem Feld anzulegen:

Auch in der Getreideernte kamen mit den Mähdreschern passende Maschinen auf, die die Arbeitskraft der Heuerleute ersetzen konnten:

Restliche Fotos: Archiv HV Emlichheim

Arbeitsverpflichtungen eines Heuerlings im Juni 1953

Aus dem Anschreibebuch eines Heuerlings

Zur Verfügung gestellt von Herbert Warnking vom Heimatverein Lohne/ Medienarchiv

Stadtmedienarchiv

Runkeln angebaut und gesäubert von Unkraut: 10 Stunden

Kartoffeln gehackt: 5,5 Stunden

 

Arbeiten im Heu: 18,5 Stunden

 Gras mähen und immer wieder wenden

Mühsam musste das Heu auf- und abgeladen werden.

Fotos: Archiv HV Emlichheim

Wenige Jahre später, als viele Heuerleute die Höfe verlassen hatten, übernahmen neu entwickelte Maschinen diese Arbeiten – hier ein Ladewagen der Maschinenfabrik Krone in Spelle. Der Fabrikant Bernard Krone (BK 2) testet selbst.

Foto: Archiv Krone Holding

Die Kartoffelfäule  brachte 1845 Hunger und Not

 Diese  Kartoffelkrankheit  entsteht durch einen Pilzbefall.

Sie hatte sich vor 1845 immer wieder hier und da gezeigt und im Vorjahr in Belgien und einigen anderen Gegenden Westeuropas große Teile der Ernte vernichtet.

Bisher jedoch waren in  Deutschland  Kartoffelkrankheiten kaum aufgetreten. So erweiterte sich die Anbaufläche dieser Frucht durch ihren enormen Ertrag   in den Jahrzehnten zuvor  ständig .

Die Situation in Irland:

Man hätte gewarnt sein können auf den Britischen Inseln im Jahr 1842. Es stand in den Zeitungen. Eine mysteriöse Krankheit hatte in Amerika bedeutende Teile der Kartoffelernte vernichtet. Doch man fühlte sich nicht angesprochen. Keiner wusste, warum die Knollen verfault waren, es war ja auch weit weg. (…)

Grenzenlos wurde die Not, als auch im folgenden Jahr die Ernte ausfiel, der Sommer 1846 war nicht weniger verregnet. Eine Million Menschen starben, das war jeder neunte Ire.

https://www.welt.de/kultur/history/article106227344/Es-war-ein-Pilz-der-eine-Million-Iren-toetete.html

1845 schlug diese Kartoffelkrankheit auch in Deutschland zu.

Die Fäule kam über die Blätter und befiel auch die Knollen. Das Wachstum der Kartoffel  hörte auf. Ein Großteil  der Erdäpfel war nicht brauchbar.

Die großen Schwankungen im Ertrag waren vor allem durch die unterschiedlichen Böden bedingt: Der Sommer 1845 sehr nass, was die Ausbreitung der Kartoffelfäule stark begünstigte. Allerdings fiel der Ertragsausfall  auf Sandböden  geringer aus als auf schweren Standorten.

Die Kartoffeln wurden für die menschliche Ernährung gebraucht. Aber auch  als Viehfutter und zum Branntweinbrennen wurden sie gebraucht.

So mussten  viele Bauern ihr Vieh verkaufen zu äußerst niedrigen Preisen durch das Überangebot.

Gerade bei den Heuerleuten waren die Kartoffeln zum Hauptnahrungsmittel geworden.  Umso härter traf gerade sie die Kartoffelkrankheit.

Eine enorme Auswanderungswelle nach Nordamerika setzte ein und auch die Unruhen  im Revolutionsjahr 1848 wurden dadurch beeinflusst.

 

Hagen, Hermine von, Behr Hans-Joachim (Hrsg.): Bilderbogen der westfälischen Bauerngeschichte, Band 2: Das 19. Jahrhundert und die Bauernbefreiung (Unser Land -Geschichte und Geschichten) Münster 1988, Seiten  159 -161

Rürup, Reinhard: Deutschland im 19. Jahrhundert, 1815-1871.- 1 Auflage, Göttingen 1984

Nipperdey, Thomas:Deutsche Geschichte 1800-1866: Bürgerwelt und starker Staat, Band 1, München 1994

Aus Flachs wird Leinenstoff – auch heute hochmodern

EIGENSCHAFTEN VON LEINEN

Leinen ist ein robustes, strapazierfähiges, sehr langlebiges Gewebe und ein natürlicher Stoff. Seine Flachs-Fasern von Natur aus sind extrafein und lang, weshalb aus ihnen gefertigte Gewebe überaus glatt sind und Lufteinschlüssen wenig Platz bieten. Das Gewebe hat einen angenehmen, natürlichen Glanz: Sein charakteristischer Schimmer beruht allerdings nicht nur auf der glatten Oberfläche der Leinenfaser, sondern auch auf deren natürlichem Wachsüberzug. Hochwertig verarbeitetes Leinen ist strapazierfähig, flusenfrei und schmutzabweisend. Zudem ist es sehr reißfest, im nassen Zustand sogar noch mehr. Dies ist ein besonderer Vorteil, wenn Textilien oft gewaschen werden sollen. Aufgrund seiner bakteriziden und antistatischen Eigenschaften ist Leinen übrigens bestens für Allergiker geeignet – und eine der umweltfreundlichsten Textilfasern. Denn die Flachsfaser ist biologisch abbaubar.

Am bekanntesten ist Leinen allerdings für seine atmungsaktiven und kühlenden Effekte, die auch aus seiner Luftdurchlässigkeit resultieren. Angenehm im Sommer zu tragen ist es, weil Leinen Wasser gut bindet: Der Stoff nimmt bis zu 35 Prozent Luftfeuchtigkeit auf – und tauscht diese Feuchtigkeit sehr schnell wieder mit der Umgebungsluft aus.

Aus einer Textilwerbung Anfang Mai 2020: https://www.walbusch.de/leinen

Die Flachsverarbeitug war eine lebenswichtige Einnahmequelle für viele Heuerleute

Manche Tödden (Textilkaufleute) aus dem Raum Recke, Mettingen, Hopsten brachten es zu Wohlstand.

Foto: Archiv Robben

Foto: Archiv Robben – Herkunft: Museum/Universität Hohenheim/Stuttgart

Moderne Flachserntemaschine

Foto: Archiv Robben