Kinderarbeit und Kindsmord

 

Kinderarbeit gehörte einfach zum bäuerlichen Leben und war aus ihm nicht wegzudenken.

Daher gab es fast auf jedem Hof eine ganze Reihe von Kin­dern, wenn die erste Frau etwa im Kindbett gestorben war, mit einer zweiten Frau bis zur doppelten Zahl.

Kinder waren nicht nur ein wichtiger Wirt­schaftsfaktor, sondern auch Kapital, gewissermaßen ein bäuerliches Statussymbol.

Die Bauern dachten eben praktisch, wobei Kinderlosigkeit im gewissen Grade als Schande angesehen wurde. Man sagte, daß ein Bauer niemals bankrott gehen könne, wenn er viele Kinder habe.

Gar nicht zu glauben, aber ähnliche Äußerungen haben Dr. Lensing und ich  mehrfach in persönlichen Gesprächen erfahren:

Man erzählte sogar bei uns eine makabre Geschichte, in der von einer Kätnerstelle ( ähnlich einer Heuerstelle) in unserer Ge­gend die Rede war, auf der die Zahl der Kinder zu groß geworden war. Diese Familie soll die letzten Kinder, die sie nicht mehr ernähren konnte, sofort nach der Geburt umgebracht, d.h. mit dem Kopf gegen die Hauswand geschlagen haben.

Peter Petersen: Fliegender Sand

Aus dem Leben eines Bauernjungen für das Bauerntum im 20. Jahrhundert, Norderstedt 1985               Seite 23/24

Dieses Buch habe am 20. November 2018 erhalten. Weit vorher stand die weiter gehende Thematik des nächsten Projekts fest:

 

                   Die besitzlose Landbevölkerung im deutschsprachigen Raum

                               Neue Erkenntnisse und überraschende Ergebnisse

Ein Anschlussprojekt zu dem regionalen Bestseller über das Heuerlingswesen

                         Wenn der Bauer pfeift, dann müssen die Heuerleute kommen!

mit dem angedachten  (zunächst vorläufigen) Titel:

             Lieber ein Kind  verlieren als eine Kuh!

                                 Vom harten Leben unserer Vorfahren

Diese Überschrift trug eine Schulfunksendung des NDR Ende der 6oer Jahre.