Die Mark – Lebensgrundlage für Heuerleute

 

Sicherlich ist aus heutiger Sicht unvorstellbar ist, dass zu früheren Zeiten die Hälfte der Flächen und gelegentlich sogar noch mehr nicht im ausdrücklichen Eigenbesitz der Landwirte war, so wie wir es heute kennen.

Viele Orte in Nordwestdeutschland muss man sich um 1850 herum als eine kleine Ansammlung von Bauernhöfen und Heuerhäusern vorstellen in einer ansonsten weiten Öde aus Heide, Sanddünen und Moor.

Nur auf den Eschflächen rund um die Ortslagen konnte geackert werden. Und diese Feldflächen waren schon aufgeteilt, jeder Bauer hatte seine eigenen Parzellen. In den Flusstälern und entlang größerer Bäche waren nur in der trockeneren Jahreszeit gute Weidegründe vorhanden, in denen dann auch Heu geerntet werden konnte. In der übrigen Jahreszeit war es dort auch durch Überschwemmungen in aller Regel zu nass für die Beweidung. Deshalb trieb man das Vieh in die Mark.

Hier am Beispiel der Bauerschaft Gleesen wird deutlich:

Die Eschflächen und die Weiden direkt am bewohnten Teil waren unter den Bauern aufgeteilt. Die übrigen Dorfanteile waren Markengründe – auch Allemende genannt.

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Karte: Archiv Robben

Also:

Die allgemeinen Markengründe waren seit Jahrhunderten die eigentliche Futtergrundlage für die schmale Viehhaltung. Die Getreideernte vom Acker diente fast ausschließlich der menschlichen Ernährung. Futteranbau – wie etwa heute der Mais – war damals noch weitgehend unbekannt. Deshalb wurde das Vieh der gesamten Dorfgemeinschaft in die Mark eingetrieben.

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So ausgeräumt sah die Landschaft nach zu intensivem Plaggenstich und Überweidung aus….

Foto: Tecklenburg