Das emsländischeGesamtgebiet, das die Kreise Aschendorf,Hümmling, Meppen, Lingen und Bentheim umfaßt, erstreckt sich über 392000 ha und hat trotz der grösseren Städte und Ortschaften, in denen sich zum Teil ein sehr reges Wirtschaftsleben entwickelt hat, nur eine Gesamtbevölkerung von 171 000 Einwohnern. Danach beträgt die Bevölkerungsdichte im Durchschnitt 43,61 Einwohner auf 1 qkm gegenüber durchschnittlich 69,18 im Regierungsbezirk Osnabrück, zu dem das Emsland gehört, und 133,1 im Reich. Der Kreis Hümmling ist mit der Zahl 26,39 der geringst besiedelte Kreis in Preußen. Dagegen beträgt die Vergleichsziffer im holländischen Grenzgebiet 80 Einwohner pro qkm.
BOURTANGER MOOR BEI NEUDERSUM
Unabsehbar und wegelos lagen noch vor wenigen Menschenaltern die weiten Moorstrecken und Heideflächen des deutschen Emslandes vor den Augen der einsamen Heidebauern und der wenigen Wanderer, die es wagten, den Fuß auf trügerischen Boden zu setzen. Aber noch heute sind unübersehbare Strecken dieses Gebietes unentdecktes deutsches Land, sind Raum ohne Volk im Reiche eines Volkes, das sich Volk ohne Raum nennt, das nach Kolonien verlangt, aber den Wert der inneren Kolonisation noch nicht so erkannt hat, wie Gegenwart und Zukunft es erfordern, und das in seinen jugendlichen Erwerbslosen sicherlich freiwillige Mitarbeiter für diesen kolonisatorischen Dienst zur Verfügung stellen könnte.
Mettingen – Töddenort
DREI (verwobene) FACHWERKHÄUSER im Zentrum von Mettingen als Museum
Ein im Heuerlingsgebiet wohl einmaliges Ensemble von renovierten Fachwerkhäusern findet sich im Innenhof des Restaurants Telsemeyer. Hier sind drei ehemalige Kotten im hinteren Hof zu einem beachtenswerten Museum zur Darstellung des Töddentums in den Jahren 1964 bis 1969 entstanden.
Welchen Ursprung haben nun diese drei in ihrem musealen Charakter ineinander verwobenen Fachwerkhäuser?
- In Teilen wieder errichtet wurde ein Heuerhaus des Brenninckhofes von 1854 aus Mettingen-Wiehe, es zeigt einen tief gezogenen Walm.
- Rechts ist das Haus Herkenhoff in Mettingen-Wiehe von 1807, 1964 wieder aufgebaut.
- Das mittlere Gebäude stand früher dem historischen Gasthaus Telsemeyer gegenüber. Es ist ein ehemaliges Ackerbürgerhaus. Nach alten Plänen wurde es 1968 originalgetreu wieder errichtet.
Die drei miteinander verbundenen Fachwerkhäuser sind mit historischem Inventar und Hausrat ausgestattet und zeigen die Arbeits- und Wohnkultur eines alten Tüöttendorfes aus der Zeit vor mehr als 100 Jahren
Hier das Ackerbürgerhaus mit der ehemals großen Einfahrt…
Fotos: Archiv Robben
Ein Heuerhaus wird „Heimathaus“
Das Foto zeigt die beiden Vorstandsmitglieder des Heimatvereins Manfred Aßmann und Bruno Pielage (rechts).
Die nachfolgenden Textbeiträge stammen von Bernhard Norde und Franz Tombrink.
Die Erlaubnis zur Wiedergabe hier stammt vom Vorstandsmitglied Bruno Pielage vom 07. September 2016 in Mettingen.
Am Wendepunkt einer überwiegend agrarisch bestimmten Kultur zu einer vorwiegend technisch-industriell begründeten Kultur stellte sich bereits zwischen den beiden Weltkriegen eine Entwicklung des ländlichen Bauwesens ein, die letztlich dazu führte, daß es auch in unserer Heimat zu großräumigen Abbruch-und Neubauaktivitäten kam, die ¬privat und staatlich gefördert – im Ergebnis dazu führten, den letzten Bestand an alten Bauernhäusern auszuräumen. Bis auf wenige Ausnahmen stürzten unwiederholbare Leistungen des ländlichen Bauhandwerks.
Glücklicherweise gab es auch in Mettingen Personen, denen die Erhaltung der alten Bauernkultur am Herzen lag. Zu ihnen zählte der unvergessene Förderer des Heimatgedankens und Ehrenbürger unserer Gemeinde Franz Brenninkmeyer, der sich vermutlich auch aus familiengeschichtlicher Verbundenheit veranlaßt sah, aus dem Stammhof der heute weltweit tätigen Handelsfirma C & A Brenninkmeyer das Heuerhaus aus dem 17. Jahrhundert der Nachwelt zu erhalten. Mit großer Besorgnis beobachtete er Ende der 60er Jahre den unaufhaltbaren Verfall des zu diesem Zeitpunkt wohl ältesten noch bestehenden Heuerhauses Mettingens. Mit seiner schon sprichwörtlichen Beharrlichkeit und Zähigkeit nahm er mit dem Hofbesitzer Fritz Brenningmeyer Kaufverhandlungen auf, die 1968 zum Ziel führten.
Sein Bestreben war es zunächst. das Haus der Nachwelt möglichst im Originalzustand zu erhalten und einer heimatgeschichtlichen Nutzung als Museum der bäuerlichen Geschichte Mettingens zuzuführen. Nach Verhandlungen mit der Denkmalbehörde, dem Landschaftverband Westfalen-Lippe als Straßen-bauträger der vorbeiführenden Landstraße sowie der Bauaufsicht des Kreises Tecklenburg wurde das Haus sorgfältig abgebrochen und nach vorhandenen Inventurplänen des 19. Jahrhundert auf dem glei¬chen Grundstück wiedererrichtet. Aufgrund des Grundstückschnitts und der Nähe der L 796 wurde der Baukörper ca. 12 m nach Westen verlegt und um 90 Grad gedreht. Franz Brenninkmeyer stellte den Bauantrag am 07.09.1970. Am 30.06.1971 erfolgte die Baugenehmigung. Ende August verstarb der Bauherr Franz Brenninckmeyer.
Zu diesem Zeitpunkt war das Gebäude in seiner äußeren Hülle, d. h. mit Reetdach, Fachwerk, Fenster und Türen fertiggestellt.
Im Innenraum fehlte jeglicher Ausbau. In der Deele war lediglich ein Fußboden aus Sandsteinplatten eingebaut.
Die von Franz Brenninkmeyer angestrebte Nutzung des Gebäudes als Museum der bäuerlichen
Geschichte des Mettinger Raumes, die eng mit der Entwicklung des Tüöttenwesens in Verbindung steht und als Ergänzung des von ihm ebenfalls initiierten „Tüöttenmuseum“ im Hause Telsemeyer gedacht war, wurde von seinen Nachfolgern nicht weiter verfolgt, zumal konkrete Pläne und Exponate fehlten. Hinzu kam die Lage des Hauses im Außenbereich Mettingens, die sicherlich Probleme bei Einrichtung und Betrieb eines solchen Museums unter einer noch nicht bekannten Trägerschaft mit sich gebracht hätte. Zu diesem Zeitpunkt trat der im März 1971 gegründete Heimat- und Verkehrsverein Mettingen e.V. „auf den Plan“. Animiert durch den Ballonclub Teuto e.V., der das alte Heuerhaus „Krypken“ als Vereinshaus nutzte, beschloß der Heimatverein, das Gebäude für Zwecke des Vereins zu nutzen.
Foto: Archiv Robben
Geschichte des Brenninckhofes
Die nachfolgenden Seiten sind entnommen dieser Schrift:
Die Textbeiträge stammen von Bernhard Norde und Franz Tombrink
Die ausdrückliche Erlaubnis zur Wiedergabe hier stammt vom Vorstandsmitglied Bruno Pielag vom 07. September 2016.
Das Gebäude, wohl noch im 17. Jahrhundert errichtet, ist eng mit der Geschichte des „Brenninckhofes“ verbunden, dem Urhof der Mettinger Bauerschaft Wiehe. die ihre Namensbezeichnung dieser Hofstelle verdankt.
Die ältesten Nachrichten bzw. Urkunden stammen vom 25. Oktober 1462. An diesem Tage belehnt Graf Claes von Tecklenburg Lampen to Wede mit dem Haus zu Wede (Wiehe) in Dienstmannsstatt mit allem Zubehör.
Dieses Lehen wird am 18. Mai 1488 durch Graf Claus von Tecklenburg auf Johann to Wede übertragen, der im Rahmen des Sattelgutsrechtes auf dem Hof ein Pferd mit allen Unkosten (Heu und Hafer) zu Diensten des Tecklenburger Grafen zu halten bzw. bei Bedarf (Feldzüge usw.) mit dem Pferd als Dienstmann des Grafen zur Verfügung zu stehen hatte.
Im Jahre 1568 belehnt König Philipp II. von Spanien als Herr der Grafschaft Lingen, zu der Mettingen gehörte, Hermann to Wede mit dem Lehen to Wede.
Am 5. Oktober 1600 belehnt das Oranische Herrscherhaus über seinen Statthalter in Lingen, Albrecht von Ittersum, Johann toe Twee, genannt Brenninckmeyer then Brenninckhove, mit dem Lehen in Wiehe. Durch politischen Wechsel in Lingen wird der Erzherzog von Österreich Lehnsherr des Brenninckhofes und erneuert am 13. Dezember 1616 das Lehen für Johann Brenninckmeyer.
Am 11. Juli 1639 wird der Prinz von Oranien wieder Lehnsherr des Hofes, der im Jahre des Westfälischen Friedens, und zwar am 17. Dezember 1648 erneut Johann Brenninckmeyer belehnt. In diesem Jahr wird Mettingen als Teil der Obergrafschaft Lingen durch den Friedensvertrag endgültig dem holländischen Staatsgebiet zugeschlagen. Am 25. März 1702 gelangt sie in den Besitz des Königs von Preußen.
Der Begründer der Stammlinie der Familie C & A Brenninkmeyer, Johann Gerhard Brenninkmeyer (1635 – 1691), wird 1664 mit dem Hof belehnt und heiratet Catharina. geb. Wische aus Hopsten. Er überträgt am 24. Dezember 1671 aus freien Stücken das Erbrecht an dem Hof auf die Gebrüder Jörgen und Hermann Brenninkmeyer, um sich fortan nur noch dem Handel zu widmen.
Heuerhaus eines namenlosen Künstlers
Deutsche Siedler im niederländischen Grenzraum
http://www.achterdebreedesloot.nl/het_geslacht_geilink.htm
Besuch in Barger Compascuum (u. a. am 04. September 2016)
Die Grabsteine des Friedhofes (eigentlich zwei Friedhöfe, dazu später) im niederländischen Barger Compascuum weisen zu einem überwiegenden Teil deutsche Namen der Verstorbenen aus.
Dieses Phänomen soll genauer untersucht werden mit Unterstützung des niederländischen regionalen Geschichtsforschers Gerard Steenhuis.
Vieles deutet darauf hin, dass hier abgehende Bauernkinder und Nachfahren von Heuerleuten eine Arbeits- oder sogar eine Siedlerstelle gefunden haben.
Vortrag in Lotte
Evangelische Kirchengemeinde Lotte
http://www.ev-kirchengemeinde-lotte.de/
Am Dienstag (06. September 2016) wird um 19.00 Uhr zum „Talk am Dienstag“ in die Arche eingeladen. Referent des Abends ist Herr Bernd Robben aus Emsbüren zum Thema: 400 Jahre Heuerlingswesen – „Wenn der Bauer pfeift…“ Bis nach dem 2. Weltkrieg stellten die Heuerleute in den meisten Dörfern Norddeutschlands die größte Bevölkerungsgruppe dar. Sie mieteten vom Bauern ein Haus und ein Stück Land. Dafür bezahlten sie Teile der Pacht mit ihrer Arbeitskraft bei den Hofbesitzern. Das erforderte dauernde Einsatz-bereitschaft: „Wenn der Bauer pfeift, dann müssen die Heuerleute kommen.“ Neben der eigenen kleinen Landwirtschaft mussten sie zusätzlich die Arbeitskontingente auf dem Hof ihres Bauern bewältigen. Der Referent berichtet über das Heuerlingswesen in unserm Raum.
Konkurrenz unter den Heuerleuten
Als die Markengründe unter den Bauern aufgeteilt wurden, fehlten den Heuerleuten wichtige Weidegründe für ihr Vieh. So mussten sie zwangsläufig den Viehbestand verringern, weil sie ohnehin nur kleine Weiden vom Bauern gestellt bekamen, die sie für die Heuernte als Wintervorrat nutzen mussten. So waren sie auf Gedeih und Verderb auf die Wegeränder angewiesen, die sie nun auch noch mit anderen Heuerleuten teilen mussten.
Foto: Archiv Beermann
Vortrag beim Historischen Nachmittag
Historischer Nachmittag begeistert Zuhörer
so überschrieb die Oldenburger Volkszeitung vom 26. Mai 2015 einen Bericht über den 305. Historischen Nachmittag in Scherbrings Museumscafé Dinklage-Wulfenau.
Weiter heißt es in dem Artikel:
Ehemaliger Schulleiter berichtet ausführlich über das Heuerlingswesen in Norddeutschland
Als äußerst spannend und explosiv bezeichnete Bernd Robben seine Beschäftigung mit dem Heuerlingswesen in Nordwestdeutschland. Manchmal sei er sich bei seinen Befragung von Zeitzeugen und dem Sammeln von Dokumenten vorgekommen wie in einem Krimi, berichtete der pensionierte Schulleiter aus Emsbüren auf dem 305. Historischen Nachmittag des Heimatbund – Geschichtsausschusses.

Foto: Hirschfeld
Erst allmählich, so sein Eindruck, würde das Schweigen über ein jahrzehntelanges Tabuthema gebrochen und über die Heuerleute offen gesprochen. Wie groß der Nachholbedarf in Sachen Information über diese große soziale Gruppe ist, die sowohl in Süd – Oldenburg und im Emsland als auch im Osnabrücker Land und im Münsterland bis in die 1960er Jahre hinein anzutreffen war, zeigte die enorme Resonanz auf Robbens Vortrag.
Mehr als 80 Geschichtsinteressierte aus der Region konnte Professor Dr. Michael Hirschfeld als Vorsitzender des Geschichtsausschusses auf dem Hof Scherbring in Wulfenau begrüßen.
Das idyllisch gelegene Anwesen bildete einen stimmigen Rahmen für die Veranstaltung, gehörten zu ihm doch früher auch einige Heuerhäuser mit ihren Familien.
Für diese brachte, so der Referent, das „schlechte“ 19. Jahrhundert mit seinen Markenteilungen heute unvorstellbare soziale Not, die sich in einer Massenauswanderung in die USA auswirkte.
Im Vergleich zu anderen deutschen Regionen, etwa Bayern, sei die Lage der unterbäuerlichen Schichten hierzulande aber im Wesentlichen erträglich gewesen, resümierte Robben mit Blick auf seine inzwischen auch auf Süddeutschland ausgedehnten Forschungen






