Gerard Steenhuis beschäftigt sich seit Jahren insbesondere mit der Entstehungsgeschichte der Ortschaft Barger Compascuum kurz jenseits der niederländischen Grenze. Mittlerweile sind dazu zwei Bücher von ihm erschienen. Einen besonderen Stellenwert haben dort die Familiengeschichten der heutigen Bewohner des niederländischen Dorfes. Schon beim ersten Durchblättern der beiden Veröffentlichungen fallen die typisch deutschen Nachnamen vieler Einwohner auf. Dieser Eindruck wird bestätigt bei einem Besuch des Friedhofes. Weit über die Hälfte der Grabsteine trägt einen deutschen Namen. Der angegliederte frühere Friedhof aus dem 19. Jahrhundert ist ausschließlich mit deutschstämmigen Verstorbenen belegt. Die Forschungsergebnisse bezeugen, dass die Ursache für die starke Besiedlung insbesondere von Barger Compascuum durch ehemals benachbarte Emsländer folgendem Grund hat: Ab 1866, als Preußen das Emsland von Hannover übernahm, wurde es „ernst“ für die Grenzbewohner. Die dreijährige Wehrdienstpflicht schreckte enorm ab und man zog in die unbewohnte Gegend nach Holland. Bei der späteren systematischen Erschließung der niederländischen Moorgebiete durch die Fehnmethode fanden sie vergleichsweise gute Arbeitsplätze.
Der Nobelpreisträger Ben Feringa ist in Barger Compascuum gut bekannt, denn er ist auf einem Bauernhof im nördlichen Teil dieses Ortes geboren. Dort wuchs er mit neun Geschwistern auf.
Die Hofstelle liegt 700 m von der deutsch-niederländischen Grenze entfernt etwa in Höhe der Mitte zwischen den deutschen Orten Fehndorf und Hebelermeer. Seine Mutter entstammt der Familie Hake, die ihren Ursprung im benachbarten Hebelermeer hat. Auch väterlicherseits sind deutsche Vorfahren nachzuweisen, wenn auch der Name Feringa ursprünglich auf Groningen hinweist.
„Etwa 80 Prozent der Vorfahren stammen aus dem deutschen Emsland und sind katholisch, eher eine Ausnahme im weitgehend protestantischen Holland“, so kommentiert Steenhuis die Abkommenschaft des niederländischen Nobelpreisträgers für Chemie.
Die benachbarten Dörfer Hebelermeer (Deutschland) und Barger- Compascuum (Niederlande) in ihren Unterschieden
Durch Anklicken dieser obigen Adresse (Link) erfährt man auf Anhieb den Unterschied zwischen der niederländischen Fehnkultur und der emsländischen Moorbrandkultur. Dieses Luftbild auf Google Maps zeigt die systematische Abbaumethode des Moores durch die Fehnkultur: Kanäle wurden angelegt und diese erlaubten weitere Erschließungsmaßnahmen.
Am Rande des Dorfes Elte südlich von Rheine ist in Privatinitiative etwas Einmaliges in Nordwestdeutschland entstanden:
Dieses Gebäudeesemble in Form einer Hofanlage war anfänglich auf verschiedenen Ebenen umstritten, nicht zuletzt, weil es auf der Grundlage einer Privatinitiative entstanden war und dann eben auch zu privaten Zwecken genutzt werden sollte.
So hat sich hier kein Museum im klassischen Sinne entwickelt. Gleichwohl haben diese ehemals landwirtschaftlichen Gebäude in ihrer Komposition durchaus musealen Charakter und es ist gut, dass hier unter den manchmal zu kritischen Augen der Denkmalschützer eine solche Anlage entstehen konnte.
Sie passt gut in die nähere Umgebung, in der sich alte angestammte Hofanlagen in entsprechenden Abständen finden.
Den Ausgangspunkt und das heutige Zentrum bildet ein vergleichsweise großes Doppelheuerhaus aus dem Raum Fürstenau, das das Ehepaar Pöpping dort abgebaut hat.
Heute gehören zu der Gesamtanlage insgesamt zwölf historische landwirtschaftliche Gebäude, wie man es von den alten westfälischen Hofanlagen gewohnt ist. Sie sind durchweg im Fachwerkstil errichtet.
Der Maler Georg Strodt ist in das Projekt Heuerhäuser im Wandel mit eingestiegen.
Im Emsland und den angrenzenden Regionen sind seine Werke insbesondere rund um Gebäude im ländlichen Bereich bekannt und geschätzt.
Seine Eltern waren noch Heuerleute. Es gelang ihnen durch besonderen Fleiß, ab 1932 in Osterbrock einen eigenen Siedlerhof aufzubauen. Sein Vater war ehrenamtlicher Landrat im Altkreis Meppen. Georg wuchs mit acht Geschwistern auf.
Sein Repertoire erstreckt sich auch in den Bereich der Satire:
Als zugezogener Emsbürener – er lebt mit Ehefrau und Sohn im Ortsteil Elbergen – motiviert ihn immer wieder das Lied von Pastor sien Kouh, das nachweislich in Bürn entstanden ist.