04. Oktober 2016 Seite 576
Das Heuerlingswesen im Laufe der Jahrhunderte
Teil 2 und 3 folgen im Untermenü
Immer wieder tauchen bei den Recherchen besondere Bilder rund um das Heuerlingswesen auf oder es lassen sich besondere Schnappschüsse machen.
Diese Aufnahmen sollen hier eingestellt werden.
Am Rande des Dorfes Elte südlich von Rheine ist in Privatinitiative etwas Einmaliges in Nordwestdeutschland entstanden:
Dieses Gebäudeesemble in Form einer Hofanlage war anfänglich auf verschiedenen Ebenen umstritten, nicht zuletzt, weil es auf der Grundlage einer Privatinitiative entstanden war und dann eben auch zu privaten Zwecken genutzt werden sollte.
So hat sich hier kein Museum im klassischen Sinne entwickelt. Gleichwohl haben diese ehemals landwirtschaftlichen Gebäude in ihrer Komposition durchaus musealen Charakter und es ist gut, dass hier unter den manchmal zu kritischen Augen der Denkmalschützer eine solche Anlage entstehen konnte.
Sie passt gut in die nähere Umgebung, in der sich alte angestammte Hofanlagen in entsprechenden Abständen finden.
Den Ausgangspunkt und das heutige Zentrum bildet ein vergleichsweise großes Doppelheuerhaus aus dem Raum Fürstenau, das das Ehepaar Pöpping dort abgebaut hat.
Heute gehören zu der Gesamtanlage insgesamt zwölf historische landwirtschaftliche Gebäude, wie man es von den alten westfälischen Hofanlagen gewohnt ist. Sie sind durchweg im Fachwerkstil errichtet.
Fotos: Archiv Robben
Der Maler Georg Strodt ist in das Projekt Heuerhäuser im Wandel mit eingestiegen.
Im Emsland und den angrenzenden Regionen sind seine Werke insbesondere rund um Gebäude im ländlichen Bereich bekannt und geschätzt.
Seine Eltern waren noch Heuerleute. Es gelang ihnen durch besonderen Fleiß, ab 1932 in Osterbrock einen eigenen Siedlerhof aufzubauen. Sein Vater war ehrenamtlicher Landrat im Altkreis Meppen. Georg wuchs mit acht Geschwistern auf.
Sein Repertoire erstreckt sich auch in den Bereich der Satire:
Als zugezogener Emsbürener – er lebt mit Ehefrau und Sohn im Ortsteil Elbergen – motiviert ihn immer wieder das Lied von Pastor sien Kouh, das nachweislich in Bürn entstanden ist.

03. Oktober 2016 Seite 570
Dieses Heuerhaus hat noch kein Kammerfach – ein originales Rauchhaus
… und das als Cafe!
Das ist ein selten authentisches Museumscafe
Im 17. Jahrhundert war dieses Gebäude um die Hälfte länger, denn es handelte sich um ein Doppelheuerhaus mit zwei längsseitig aneinander gebauten Wohnungen. Als im 19. Jahrhundert in unmittelbarer Nähe des Anwesens die Trasse der hannoverschen Westbahn verlegt wurde und diese mit ihren Dampfloks den Betrieb aufnahm, musste die westliche Heuerlingswohnung wegen Funkenfluggefahr abgerissen werden, weil sie damals noch mit Stroh gedeckt war.
Nach Aussagen von Landwirt Gerd Feldmann wanderten die letzten Bewohner 1858 nach Amerika aus. Danach sei das Haus nicht mehr bewohnt gewesen. Wohl diesem Umstand ist es zu verdanken, dass hier noch kein Kammerfach angebaut ist und die Spuren des alten Rauchhauses noch deutlich sichtbar sind. Hier ist es aus denkmalpflegerischer Sicht gut gelungen, den Zustand eines Heuerhauses aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Inneren und im Äußeren weitestgehend zu erhalten.
So kann die Wohnsituation der ländlichen Unterschicht in einem authentischen Gebäude anschaulich dokumentiert werden.
Die ursprüngliche Geschichte dieses Hauses geht hier weiter: (Folgt in Kürze)
Mit Erstaunen wird zur Kenntnis genommen, welchen Niederschlag diese Website bei bestimmten Begriffen im Internet findet: