Heinrich Meyer, Bensen

 

ist beim Kreisheimatbund Diepholz bekannt als engagierter Heimatforscher,  der seine Arbeit seit Jahrzehnten kontinuierlich aufgebaut hat auch durch umfangreiche Archiv – Recherchen  bis hin nach Hannover.  Diese Forschungen haben insbesondere Niederschlag gefunden in seinem zweibändigen Werk   Sudwalde Bensen Menninghausen – Die Geschichte unserer Dörfer.

Meyer, Heinrich, Bensen

Er war sofort bereit, das Projekt Häuslingswesen im Landkreis Diepholz von Anfang an zu unterstützen. So  hat er verschiedene Aufsätze und insbesondere die Dissertationsschrift von Ulrich Riedell zur Verfügung gestellt (Das Häuslingswesen und sein Ende im Kreis Grafschaft Hoya unter besonderer Beücksichtigung des Dorfes Jardinghausen)

 

Bisher unveröffentliche Werke

Diese Schriften sollen hier ganz (mit entsprechender Genehmigung) oder in Teilen eingestellt werden:

1. Die kritische Situation des Heuerlingwesens im Kreis Halle (Westf.)
Inaugural – Dissertation
zur Erlangung der Doktorwürde der Landwirtschaftlichen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn
Vorgelegt im Jahre 1949 von Otto Sartorius, Diplomlandwirt aus Bielefeld

Nicht veröffentlicht, diese Arbeit liegt maschinenschriftlich aus Nachlass vor.

2. Das Häuslingswesen und sein Ende im Kreis Grafschaft Hoya unter besonderer Berücksichtigung des Dorfes Jardinghausen
Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Fakultät für Geistes- und Staatswissenschaften der Technischen Universität Hannover
Vorgelegt von Ulrich Riedell, geboren am 24.0ktober 191 5 in Hammeleff, Kr. Hadersleben

Nicht veröffentlicht, diese Arbeit liegt maschinenschriftlich vor.

3. Das Heuerlingswesen im Artland unter besonderer Berücksichtigung der Gemeinde Vehs
Vorgelegt von Marie-Luise von Wulfen (verh. Dennemann)
Pädagogische Hochschule für landwirtschaftliche Lehrer Wilhelmshaven
Wintersemester 1958/59

Unveröffentlicht, liegt als PDF – Datei vor

4. Heuerlinge
Leben und Wirtschaften der ´kleinen Leute` in Wagenfeld vom 18. bis zum 20. Jahrhundert
von Timo Friedhoff, Wagenfeld 2014

unveröffenlicht, liegt als PDF – Datei vor

Anmerkungen zu dieser Neukonzeption der Website www.heuerleute.de

Aus der vertieften Erkenntnis heraus, dass die Erforschung dieser Sozialisationsform immer noch recht lückenhaft ist, soll hier in Nachfolge des Heuerlingsbuches der Versuch unternommen werden, das Thema auf möglichst breiter Basis weiter zu bearbeiten.

Bei der ersten Probe – Website wurde schon bald nach Erscheinen des Buches  recht schnell deutlich, dass es von großem Vorteil ist,  gemeinsam mit Interessenten auf diese Weise das Thema fortlaufend weiter zu entwickeln.

Da bei mir jedoch bisher keine Erfahrung mit diesem Medium vorhanden waren,  wurde der recht bekannte Anbieter jimdo ausgewählt. Dabei stellte sich allerdings heraus,dass die Gestaltungsmöglichkeiten auf nur zwei Ebenen bei weitem nicht ausreichen für eine zunehmend umfangreicher sich gestaltende Dokumentation.

Mit der freundlichen Unterstützung von Hermann Silies – Gründer und Geschäftsführer von connectiv (Lingen/Münster) – mit einem entsprechenden finanziellen Eigenanteil konnte unter Anleitung von Mitarbeiter Marcel Thole nun eine neue Website (Word Press) entstehen.

Diese hat deutliche Vorteile in der Anwendung.

Die Inhaltsangabe wurde größtenteils vom Buch übernommen. Etliche Rückmeldungen von Lesern(innen) bestätigten, dass damit die gesamte Thematik recht gut eingefangen und präsentiert wird.

Diese neue Website kann und soll nicht „vollständig“ sein. Sie komplettiert sich ständig….

Heuermann Eilers

Heuermann Eilers wird rausgeworfen, verfolgt und setzt sich durch….

Die Besiedlung des Moores um Rühle und  Hesepe ist zunächst mit dem Namen des Heuermanns Hermann Eilers verbunden. Eilers war ein von seinem Bauern vertriebener Heuermann  gewesen,  er hatte sich am Rande des Moores eine Plaggenhütte  gebaut und versuchte, hier sein Brot zu finden. Die Bauern von Rühle waren damit aber nicht einverstanden gewesen. Sie fürchteten, dass auch noch andere Heuerleute es genauso machen würden wie Eilers. Sie befürchten den Verlust wertvoller Arbeitskräfte und rissen die Plaggenhütte wieder ein. Was sollte Eilers machen. Er zog weiter zum Twist, wo er zumindest zunächst unbemerkt sich aufs Neue niederließ. Aber auch hier stöbert in die Bauern auf. Nun suchte  der geplagte Mann Rat und Hilfe beim Gerichtssekretär Mulert in Meppen. Dem  leuchtete ein, dass die Ansiedlung besitzloser  Menschen auf dem Moor ein durchaus nützliches Unternehmen sei, und so schickte er Eilers  zum Geheimrat Münstermann nach Münster. Auch dieser sah ein, dass in Sachen der Moorbesiedlung etwas getan werden musste, dass man Ansiedlungswilligen, die ihm folgen würden, unterstützen müsste  Im Jahre 1784 kam es zu einer offiziellen Genehmigung für die Ansiedlung in Twist durch den Amtsrentmeister Lipper in Meppen..

Die Leute kamen in eine  weglose, unterkunftslose Ödnis. Zunächst hieß es, aus Birkenstangen und Plaggen eine Schlafstelle aufzubauen. Trockenes Brot und Buchweizen waren die Hauptnahrungsmittel,  zu denen  später die Kartoffel  trat. Alles musste auf den Schultern herangeschleppt werden. Als am 3. Oktober 1785 die alte Adelheid  Rolefes starb, musste man sie eingehüllt mit einem Tuch auf einem Stuhl binden und zum Friedhof ins nächste Dorf trat tragen, weil es noch keinen fahrbaren Weg gab.

Es kam zu Kämpfen

Hier sind die Heuerleute gemeinsam mit den Bauern um „ihre“  Markengründe ins Gefecht gezogen:

Als ab 1772 die Biener im Geester Brook Soden und Plaggen stachen und eine Beschwerde der Geester bei der Regierung ohne Erfolg blieb, kam es am Juni 1783 zum offenen Kampf. Je 40 Mann starke Biener und Geester Haufen hatten sich – mit allerlei Feldgerät bewaffnet – auf Overs Kamp zum Kampf gestellt. Die mitgeführten Hunde eröffneten den Kampf, der mit dem Sieg der Geester endete. Neun Jahre später kam es nochmal zu ernsthaften Feindseligkeiten. Nach der Kriegserklärung der Biener erschienen 70 Geester mit eisenbeschlagenen Knüppeln, großen Flegeln und Filzhüten. Ihnen standen etwa 100 Biener gegenüber, die sich durch ein gemeinsames Gebet auf die Schlacht vorbereiteten. Der Kampf wurde mit schrecklicher Wut geführt und die Geester besiegt. Schwieters, Lübbers und noch 16 Geester wurden verwundet. Der mit eisernen Reifen versehene Hut des mutigen Lübbers wurde als Siegeszeichen von den Bienern nach Hause getragen.

Schulchronik Geeste Seite 4/5

Die gemeine Mark – eine der Lebensgrundlagen für die Heuerleute

 

Sicherlich ist aus heutiger Sicht kaum vorstellbar, dass zu früheren Zeiten die Hälfte der Flächen und gelegentlich sogar mehr nicht im ausdrücklichen Eigenbesitz der Landwirte war, so wie wir es seit mehr als hundert Jahren kennen.

Viele Orte in Nordwestdeutschland muss man sich um 1800 herum als eine kleine Ansammlung von Bauernhöfen und Heuerhäusern vorstellen in einer ansonsten weiten Öde aus Heide, Sanddünen und Moor.

Nur auf den Eschflächen rund um die Ortslagen konnte geackert werden. Und diese Feldflächen waren schon aufgeteilt, jeder Bauer hatte seine eigenen Parzellen. In den Flusstälern und entlang größerer Bäche waren nur in der trockeneren Jahreszeit gute Weidegründe vorhanden, in denen dann auch Heu geerntet werden konnte. In der übrigen Jahreszeit war es dort durch Überschwemmungen in aller Regel zu nass für die Beweidung. Deshalb trieb man das Vieh in die Mark.

Hier am Beispiel der Bauerschaft Gleesen wird deutlich:

Die Eschflächen und die Weiden direkt am bewohnten Teil waren unter den Bauern aufgeteilt. Die übrigen Dorfanteile waren Markengründe – auch Allemende genannt.

EPSON MFP image

 

Karte: Archiv Robben

Also:

Die allgemeinen Markengründe waren seit Jahrhunderten die eigentliche Futtergrundlage für die schmale Viehhaltung. Die Getreideernte vom Acker diente fast ausschließlich der menschlichen Ernährung. Futteranbau – wie etwa heute der Mais – war damals noch weitgehend unbekannt. Deshalb wurde das Vieh der gesamten Dorfgemeinschaft in die Mark eingetrieben.

kap3-bild-7-wehsandduenen-in-wachendorf-tecklenburg-p1010295

So ausgeräumt sah die Landschaft nach zu intensivem Plaggenstich und Überweidung aus….

Foto: Tecklenburg

Kooperationen

Über 20 Jahre Recherche zum Thema Heuerlingswesen bedingt auch Begegnungen und Gespräche mit Zeitzeugen und Fachleuten, die hier vorgestellt werden sollen.
Auch die Zusammenarbeit mit Heimatvereinen und Kreisheimaverbänden der Region soll hier dokumentiert werden.

mit Heimatvereinen

Hier sollen Heimatvereine in Nordwestdeutschland  vorgestellt werden, die bei den Recherchen rund um das Heuerlingswesen wichtige Unterstützung geben konnten.

Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Lohne

 

Heimatverein Lohne e. V.

                    gegründet 1908

 

Schriftenarchiv und Stadtfotoarchiv im

Rathaus Lohne, Erdgeschoss
Eingang vom Parkplatz West
Tel. 0441-886-100/-170
Öffnungszeit: Dienstags 17.00 – 19.00 Uhr

 

Der Heimatverein Lohne im Oldenburger Münsterland mit dem Vorsitzenden Benno Dräger war mehrfach Auskunft – und Anlaufpunkt. Für die Dokumentation des Heuerlingswesen hat dieser Ort und die Umgebung eine Sonderstellung

– Ausgerechnet aus Lohne fuhren viele Heuerleute „zu Schiff“  in den weit entfernt liegenden Niederlanden, die man ja damals nur zu Fuß erreichen konnten.

–  Das Industriemuseum dokumentiert die wirtschaftliche Sonderstellung von Lohne auch für die Heuerleute in der Gegend.

Diese Sondersituation lässt sich  kurz so zusammenfassen:

Heuerleute produzierten billiger

Am Beispiel des  Ortes Lohne/Oldb. lässt sich das gut belegen: Die über Bremen importierten Rohstoffe Korkholz und Tabak wurden nur wenig im Umland oder in der der Hafenstadt  Bremen direkt verarbeitet, sondern mit Pferd und Wagen nach Lohne transportiert und mit ähnlichem Aufwand in den überregionalen Handel weiter verteilt.

Die Heuerleute, die in ihrer kleinen Landwirtschaft die Möglichkeit  hatten, die sonst eher brach liegende Arbeitskraft von Familienangehörigen – Oma,  Opa, heranwachsende Kinder – zu nutzen, waren „Selbstversorger“. Sie konnten mit  niedrigeren Löhnen auskommen als der städtische Arbeiter.

Als eine Art Industrieheuerlinge waren sie Arbeitnehmer, die nicht nur von dem Verkauf ihrer  Arbeitskraft lebten, die also nach der Definition von Karl Marx keine Proletarier waren. Sie konnten sich bei  eventueller Arbeitslosigkeit wenigstens eine Zeitlang durch ihre landwirtschaftliche Eigenversorgung vor der Verelendung bewahren.

Ausgezeichnete Fotos sowohl von der Aussagekraft als auch von der Qualität erhielten wir von dem freundlichen Team des Heimatvereins

So stammt dieses Titelbild des Buchesaus dem Fotoarchiv des HV Lohne!

 

 

 

 

 

 

 

Solch ein einprägsames Foto zu den Packenträgern konnte im Verbreitungsgebiet der Tödden um Recke und Mettingen nicht gefunden werden!

 

Dieses Bild aus Lohne in seiner besonderen Aussagekraft kann sicher als eine Bereicherung für das Buchprojekt angesehen werden…

 

 

Natürlich hatte  die Landwirtschaft rund um Lohne ihre angestammte Bedeutung.

 

Somit entstand auch eine Landmaschinen – Industrie.