Eine neue Website entsteht

 Die besitzlose Landbevölkerung im deutschsprachigen Raum

Der Versuch einer Dokumentation des Heuerlingswesens in Nordwestdeutschland ist nicht abgeschlossen und wird hier weitergeführt.

Aber die Erfahrungen und neuen Erkenntnisse rund um die intensiven Recherchen zu dieser Sozialisationsform haben über den Tellerrand blicken lassen!

Zunehmend bestätigen Fachleute aus den beteiligten Wissenschaften , dass es sich bei diesen Themenbereichen ganz offensichtlich um Desiderata handelt.

Diese neue Website ist z. Zt. im Aufbau und wird etwa in 8 -10 Wochen online gehen. Sie ist vom Inhalt und damit vom Aufbau vorstrukturiert.

Durch zusätzliche Besuche in den einzelnen deutschsprachigen Regionen sollen sich noch weitere Unterthemen entwickeln.

In diesem Rahmen werden auch weitere Fachmuseen besichtigt und in diesem Kontext vorgestellt.

Die nächste Exkursion wird ab 7. April nach Schleswig – Holstein gehen…

Foto links:Archiv Bayrisches Landwirtschaftssmuseum Regen Foto rechts:Archiv Emsländischer Heimatbund

Zukünftig keine Vorträge mehr zum Heuerlingswesen vorgesehen

Nach 120 Referaten zur Thematik möchte ich keine weiteren Aufträge mehr annehmen.

Natürlich werden die vereinbarten Termine in diesem Jahr eingehalten.

Insgesamt schaue ich sehr dankbar auf die Erlebnisse und Erfahrungen bei diesen Begegnungen in Norddeutschland und den Niederlanden zurück.

Dabei bin ich etwa 3700 Interessierten persönlich begegnet und es ergaben sich daraus mit etlichen Besucherinnen und Besuchern auch direkte Gespräche.

So konnten mehrfach bisher noch nicht veröffentlichte Details und Fakten zu dieser Sozialisationsform in Erfahrung gebracht werden.

Besonders wird mir der Vortrag im Industriemuseum Lohne in Erinnerung bleiben.

Hier konnte Benno Dräger, der Vorsitzende des Heimatvereins, über 200 Gäste begrüßen.

Die Halle war so überfüllt, dass ein Teil der Zuhörer(innen) auf den Treppenstufen bis in den zweiten Stock sitzen mussten.

Fotos: Archiv HV Lohne

Eine umfangreichere Bestandsaufnahme ist zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen.

Kotten im Bereich Horstmar sollte (musste) abgerissen werden

Das besitzende Ehepaar dieses kleinen Heuerhauses im Münsterland hatte den Antrag gestellt,  auf dem eigenen Grundstück direkt nebenan ein größeres Fachwerkhaus errichten zu können.

Die Genehmigung dazu bedingte allerdings von Seiten der Behörde den Abriss des alten Kottens.

Alles kam anders – wohl durch das Buch Heuerhäuser im Wandel

Dazu in Kürze mehr….

Foto: Archiv Voss

„Die Glocke“ berichtet über Heuerleute im Bielefelder Raum

Ein Heuer – Hintern gehört nicht auf die Kutsche

so zitiert Redakteur Marco Borgmann in einem Leitartikel der „Die Glocke am Wochenende“ vom 23./24. Februar 2019 unter der Überschrift „Nichts als Arbeit“ aus der Ausstellung im Bauernhaus – Museum Bielefeld zum Thema Heuerleute

 

Vortrag zum Heuerlingswesen in Lienen 6

Zu dieser Veranstaltung beim Landfrauenverein in Lienen waren auch Männer eingeladen, die sich u. a.  zur Situation der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge äußerten:

 

Vortrag zum Heuerlingswesen in Lienen

Anneliese Harde als Vorsitzende des Landfrauenvereins hatte am 13. Februar 2019 dazu eingeladen, über 50 Interessierte kamen…

Im Anschluss daran waren noch einige Zeitzeugen/ innen bereit, in Videogesprächen über ihre Kindheit- und Jugenderlebnisse zu berichten.

 

Vortrag zum Heuerlingswesen in Lienen 5

Im Anschluss an den Vortrag wurden noch Zeitzeugengespräche geführt.

Beitrag 4 von Agi Elsner

Kernaussagen:

Schon 1952 wurde bei uns das Heuerlingsverhältnis beendet – Kommentar: Das war vergleichsweise früh. Zumeist begann die Ablösung ab 1955 bis etwa 1965.

Vater musste Buschken machen… – Kommentar: Die Heuerleute besaßen keinen Wald und waren auch hier vom Bauern abhängig.  So war es durchweg üblich, dass die Heuerlinge die für Brennholz weniger geeigneten Äste bekamen, die zu “Busken” gebunden wurden. Davon erhielt der Bauer dann seinen Anteil.

http://www.heuerleute.de/die-buschken-ueberbleibsel-fuer-den-heuermann/

Bernd Robben: "Auf unserem Hof war das Mitte der 50er Jahre so, dass mein Vater mit unserem Knecht Josef, der der Sohn "unseres" Heuerlings August Schütte war, gemeinsam mit dessen Vater und mir (ich war im Jahre 1956 mit acht Jahren der jüngste Holzhacker in der Runde) im Winter manchen Nachmittag im Wald waren und gemeinsam Buschken gehauen haben. Aus meiner Erinnerung heraus weiß ich nur: Es wurde geteilt....
Als die Familie Schütte dann 1958 (mittlerweile erfolgreiche Lohnunternehmer) am Rande des Dorfes ein Eigenheim erbaute, "saß" noch ein üppiger Buschkenhaufen vor dem Heuerhaus, der war nun überflüssig."

Die Nutzung der Pferde des Bauern war ein heikles Kapitel. Der Umrechnungsfaktor war nach Hof und Region unterschiedlich: Für 1 Stunde Gespann Pferde hatte der Heuermann 3 bis 8 Stunden im Gegenzug auf dem Hof zu arbeiten. Dafür zog er dann (sicher eher in Ausnahmefällen) die Egge selber.

Vortrag zum Heuerlingswesen in Lienen 4

Der Landfrauenverein hatte am 13. Februar 2019 dazu eingeladen, über 50 Interessierte kamen…

Im Anschluss daran waren noch einige Zeitzeugen/ innen bereit, in Videogesprächen über ihre Kindheits- und Jugenderlebnisse zu berichten.

Beitrag von Agi Elsner 3:

Nach dem 2. Weltkrieg mussten auch im Verbreitungsgebiet des Heuerlingswesens viele Heimatvertriebene und Flüchtlinge untergebracht werden.