Talk am Dienstag hat Frauen-Abendkreis angesteckt

Nach einem gut besuchten Vortrag im Männerkreis der Evangelischen Kirchengemeinde in Lotte im Herbst letzten Jahres zeigt nun auch die Frauenrunde Interesse an einem Vortrag über das Heuerlingswesen.

Im evangelischen Kirchenkreis Westercappeln findet ein Referat im April statt.

Erster Eindruck: Die Protestanten gehen mit diesem Problemthema anscheinend anders um…

http://www.ev-kirchengemeinde-lotte.de/

 

Die Upkammer und der Keller

Die Lagerung der Vorräte  –  die Upkammer

Da es in vielen Heuerhäusern keine Keller gab, wurden die Nahrungsvorräte unterhalb des Bettes oder unter den Kissen, in Holztruhen, Schränken und Tonnen aufbewahrt. Alles, was die Familie im Winter gebrauchte, war so auf einem kleinen Raum zusammengedrängt – und der Dunst davon war monatelang in den Zimmern.

Wenn dann in einer zweiten Bauphase das Kammerfach anfügt wurde, entstand in aller Regel auch eine Upkammer, die in ihrem Untergeschoss einen kleinen Keller hatte. Die Wände wurden in der Regel durch Feldsteine gebildet – ohne Mörtel. Die Feuchtigkeit konnte sowohl von unten als auch von den Seiten eindringen.

Foto: Archiv Skibicki

Heuerleute und Viehvermarktung

Größter Viehmarkt in Deutschland – Anziehungspunkt auch für Heuerleute

Seit 1927 hatte Lingen einen Zentralviehmarkt. Vorher wurde in verschiedenen Straßen mit Vieh gehandelt.

In der Bauerntanzstraße fand der Ferkelmarkt statt. Das Großvieh wurde auf dem Pferdemarkt an der Burgstraße aufgetrieben. Und auch in der Castellstraße wurde mit Großvieh gehandelt.

Mit der Zeit wurde der Viehauftrieb so groß, dass die Gassen zu eng wurden, und so beschloss der Rat 1927, auf dem ehemaligen Hüttenplatz an der Bahn an der Alten Rheiner Straße einen Zentralviehmarkt zu errichten,  auf einem Areal, das fast 20.000 m² groß war.

Da die Heuerleute ihr (weniges) Vieh zumeist mit größerer Sorgfalt aufzogen, waren auch die Bauern auf dem Markt gerade daran interessiert.

Natürlich wussten das auch die Viehhändler aus ganz Deutschland!

Besuch bei Dr. Dietrich Maschmeyer in Gersten

 

Kurz vorweg:

Fazit zu den Recherchen rund um das Heuerlingswesen in Nachfolge des Buches Wenn der Bauer ruft…

Dazu wird in der nächsten Woche eine Extraseite mit einem Kurzbericht über 2016 erscheinen.

Zusammenfassend kann man schon jetzt sagen, dass immer wieder – sowohl bei und nach den Vorträgen als auch bei den Besuchen in renovierten Heuerhäusern – hoch interessante Begegnungen mit Zeitzeugen und deren Nachfahren sich dabei ergeben….

Da muss man sich als Berichterstatter immer wieder zwingen, nicht zu häufig in den Superlativ zu verfallen angesichts der Fülle an bisher verborgenen Fakten, die auch neue Wirkfaktoren und Kausalzusammenhänge erschließen bzw. zulassen.

So passt hier die Vorankündigung auf einen Bericht über eine  Begegnung der ganz besonderen Art am  21. Dezember 2016 bei Dr. Dietrich Maschmeyer in Gersten bei Lingen.

Dieser bundesweit bekannte Hausforscher – Jahrgang 1954 – war bis vor kurzem hauptberuflich Chemiker in der Industrieforschung Er lebt in Recklinghausen und er war Bundesvorsitzender der IgB.

https://igbauernhaus.de/unsere-themen/sanierungsbeispiele/49838-gersten.html

Er wird sich in Kürze hier selbst vorstellen.

Es ist vereinbart, dass mehrere seiner Fachveröffentlichungen auch hier eingestellt werden sollen.

Sein derzeitiges Projekt sei hiermit anmoderiert:

Ein emsländischer Bauernhof, der etliche Jahre als Doppelheuerhaus diente, in der Renovierungsphase!

von außen

von innen – Dr. Maschmeyer beim ansteckenden Bericht über die Butzen

von Fachwissenschaftlern freigelegte „Wandbehandlungen“ der verschiedenen Jahrzehnte

Etliche seiner interessanten Informationen sollen hier noch veröffentlicht werden!

Gut dokumentiert: Heuerhaus Helte 2

23. Dezember 2016                                                 Seite 689

 

In dieser bisher einmalig entdeckten Dokumentation wird auch das Engagement der beteiligten Kommune deutlich. So schreibt der damalige Bürgermeister von Meppen –  Heinz Jansen:

Denkmalpflege ist eine gesellschaftspolitische Aufgabe.

Dabei soll über die eigentlichen Aufgaben der Denkmalpflege hinaus den kommenden Generationen Zeitgeist und Zeitgeschichte vergangener Epochen durch den Erhalt vergänglicher Bausubstanz erlebbar gemacht werden.

Vergangenheit und Geschichte zu dokumentieren heißt diese festzuhalten. Dies gilt auch für das geschriebene Wort ebenso wie für die praktische Baudenkmalpflege.

So wie Zeitzeugen der Geschichte zu ihren Lebzeiten über ihre Erfahrungen und Erlebnisse berichten, so erzählen uns auch Baudenkmale ihre Geschichte.

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass ihr Überleben gesichert wird, dass sie gepflegt und instand gesetzt werden.

Nachfolgend wird die Geschichte des niederdeutschen Doppelheuerhauses der Familie Schulte erzählt. Diese ist eng verknüpft mit der Dorfgeschichte der Ortschaft Helte, die bis in das 15. Jahrhundert zurück reicht.

Sie geht einher mit einem für Bewohner entbehrungsreichen, kargen Leben in einer rauen Landschaft, die bereits heute Geschichte ist.

Der Erhalt dieses niederdeutschen Doppelheuerhauses liegt uns am Herzen, sie ist unser Anliegen und Ziel.

Voraussetzung dafür ist jedoch eine gemeinsame Anstrengung, die getragen ist vom Willen und dem finanziellen Engagement der Eigentümer, das vom akuten Verfall bedrohte Baudenkmal für die Nachwelt zu erhalten.

Gut dokumentiert: Heuerhaus in Helte 1

Ab 2006 wurde das Doppelheuerhaus des Hofes Schulte in Helte bei Meppen renoviert.

Diese Baumaßnahme ist umfangreich dokumentiert:

So sah dieser Doppelkotten vor der Renovierung aus: (Foto Emslandmuseum)

 

 

…. und so danach: (Foto Hof Schulte)