Wie Heinrich Schwarte seine Heimat in Niederlangen-Siedlung fand

Von Susanne Risius-Hartwig

Beitrag vom 24.02.2019 in der NOZ (Neue Osnabrücker Zeitung)

 

Heinrich Schwarte aus Niederlangen-Siedlung ist drei Jahre alt, als er mit seiner Familie von Ost-Brandenburg in die alte Heimat nahe Lingen flieht. Obwohl er sich nicht daran erinnern kann, sagt er, dass die Zeit ihn geprägt hat.

Mehr als 700 Kilometer hat die fünfköpfige Familie zu Fuß zurückgelegt. Für das Gepäck durften sie nur einen Handwagen mitnehmen. Drei Monate dauerte der Fußmarsch im Juli 1945 von Ost-Brandenburg in ihre alte Heimat nahe Lingen. Die Mutter hochschwanger, Sohn Heinrich erst drei Jahre alt. „Ich habe keine Erinnerung an diese Zeit,“ sagt der Landwirt im Ruhestand. Und doch hat das Erlebnis ihn und seine Familie geprägt.

Als Heinrich Schwarte 1942 geboren wurde, bauten sich seine Eltern gerade eine Existenz als Landwirte in Brandenburg, im heutigen Polen auf. 1928 war dort ein landwirtschaftliches Gut aufgeteilt und unter anderem auch an die Heuerleute aus dem Emsland verkauft worden. „14 bis 16 Hektar Fläche und Siedlungshäuser fast im Stil wie hier“, erzählt der 76-Jährige. Der Vater war vorgegangen, die Mutter folgte 1932 nach. Es wurde geheiratet, vier Kinder wurden geboren, eines starb mit einem halben Jahr.

Im Treck ging es bis Helmstedt. „Von da aus konnten wir mit der Bahn weiter.“ Ziel war der Hof der Großeltern mütterlicherseits in Gersten. Anfang Oktober wurde dort sein jüngerer Bruder geboren. „Es ist ein Wunder, dass wir alle zusammen geblieben und alle gesund angekommen sind,“ ist Schwarte dankbar.

Gelebte Nachbarschaftshilfe

In Gersten war Schwarte als Vierjähriger der Liebling seiner Oma, erinnert er sich lächelnd. Ein Jahr lang lebte die Familie Schwarte in Gersten als seine Eltern erneut die Möglichkeit ergriffen, urbares Ackerland in Niederlangen-Siedlung zu bekommen. „Die Eltern haben drei Jahre lang in einer Baracke gelebt. 1949 sind wir in das Haus eingezogen, in dem wir heute noch wohnen.“

Viele der Vertriebenen stammten ursprünglich aus dem Lingener Raum, hatten in Brandenburg zusammen gelebt und suchten jetzt wieder im Emsland eine Heimat. Einige trafen die Schwartes in Niederlangen-Siedlung wieder. Hier war der Zusammenhalt dann besonders groß. Man teilte sich zum Beispiel mit dem Nachbarn einen Trecker. „Hier haben alle bei Null angefangen, man hat sich geholfen, das war hundertprozentig.“

Kommunal-Politik klopfte an

Zuhause in Niederlangen hatte Heinrich Schwarte den elterlichen Betrieb übernommen. “Ich habe die Landwirtschaft gerne gemacht”, erzählt er. Mit 16 oder 17 Jahren ist er bei der Gründung der Landjugend dabei gewesen und hat im Vorstand mit angepackt. Schützen, Sportverein und später der Heimatverein konnten auf ihn zählen. Im Kirchenbauverein St.Johannis wurde er mit einbezogen, lange hat er in der Gemeinde als Lektor gewirkt. 1968 wurde Schwarte gebeten, für den Gemeinderat zu kandidieren, erinnert er sich. Mit 26 Jahren war er damals das jüngste Mitglied.

Die Kommunalpolitik klopfte an und als Ratsmitglied und stellvertretender Bürgermeister kandidierte Heinrich Schwarte 1991 für die Nachfolge von Bürgermeister Hermann Terhorst. “Das war eine interessante Zeit,” sagt Schwarte im Rückblick, denn “ich bin skeptisch empfangen worden.” Damals habe es noch Vorbehalte zwischen den Ortsteilen gegeben und es sei stets sein Bestreben gewesen, diese zu überwinden.

Ein Schicksalsschlag war der plötzliche Tod des Sohnes mit 29 Jahren. Ein Arbeitsunfall riss ihn aus dem Leben. Das war auch für die Geschwister nicht einfach, sagen die Schwartes. Sie besuchten ein Trauer-Seminar, stellten aber bald fest: “Wir schaffen das alleine.” Als Paar und zusammen mit Bekannten, die Ähnliches erlebt haben, stützen sie sich in der Trauer. “Das hat uns zusammengeschweißt und im Glauben bestärkt,” betont Schwarte.

Rentnerleben mit Ehrenamt

Beruflich veränderte sich Schwarte noch einmal, gab die Landwirtschaft auf und war als Fleisch-Kontrolleur des Landkreises beim Sögeler Schlachthof tätig. 2007 begann sein Rentner-Leben, das er heute mit Ehefrau Hanne, drei Kindern und vier Enkeln genießen kann. In seiner Freizeit pflegt er zusammen mit vier befreundeten Rentnern den Friedhof . Alle 14 Tage trifft man sich um Hecken zu pflanzen, das Pflaster auszubessern, eine Blumenwiese anzulegen oder Kreuze zum Maler zu bringen. Im Schutzgebiet Kapellenmoorgraben engagiert sich Schwarte ehrenamtlich bei der Pflege des schwarzbunten Niederungs-Rindes.

Im Gedenken an Werner Beermann – ein besonderer Zeitzeuge ist gestorben

 

Werner Beermann wurde 1934 geboren, er ist aufgewachsen in Oesede südlich von Osnabrück

Nach dem Besuch der Volksschule mit 15 Jahren als Anlernling im Hüttenwerk Georgsmarienhütte Arbeit aufgenommen

Er absolvierte eine Zwei Jahre Ausbildung als Hüttenwerker und war dann drei Jahre  im Walzwerk tätig.

Ab 1955 machte er eine zusätzliche Lehre als Chemielaborant. Danach war er  in Bremen und Wetzlar beschäftigt.

Danach folgte eine Anstellung als Chemielaborant im Stahlwerk Georgsmarienhütte.

Durch die große Stahlkrise in diesen Jahren um 1970 wurde er per Sozialplan in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet.

Nun hatte Werner Beermann die passende Zeit für seine fotografischen Recherchen und Veröffentlichungen in der Regionalliteratur.

Schon als junger Mann war er als besonders befähigter Fotograf auch im Emsland unterwegs.

Später war er  der kompetente  Ansprechpartner für alle Fragen zum Heuerlingswesen und dem Schwund der plattdeutschen Sprache im Raum Osnabrück.

Seine freundliche Art, die stete Hilfsbereitschaft und vor allem sein großes Fachwissen haben meine Arbeit enorm bereichern können. Er ist mir dabei zu einem besonderen Freund geworden.

Martha Herkenhoff in memoriam

 

Am 29. September 2025 verstarb im Alter von 97 Jahren Martha Herkenhoff.

Sie wurde geboren und lebte in Hagen TW im Osnabrücker Land.

In ihrer Heimat war Martha Herkennhoff („Tante Martha“) besonders bekannt und angesehen durch ihre zahlreichen Veröffentlichungen von plattdeutschen Geschichten und Lesungen auf Veranstaltungen dazu.

Das nachfolgenden Interview berichtet sie über anfängliche Schwierigkeiten mit der hochdeutschen Sprache zu Beginn ihrer Schulzeit :

 

Sie ist aufgewachsen in einem Heuerlingshaus. Die besondere Lebensform der Heuerlinge damals hat sie tief geprägt. Darüber hat sie in verschiedenen Gesprächen und Interviews der Nachwelt ausführlich und anschaulich berichtet.

Die letzten 80 Jahre im Emsland

Dieses Buch erschien zum Ende des Jahres 2011, die zweite Auflage kam im Januar 2012 in den Markt.

Autor: Bernd Robben in Kooperation mit Theo Mönch-Tegeder

Diese Buch-Edition ist seit Mitte 2012 ausverkauft. Auf dieser Website soll nun dieses „etwas andere Geschichtsbuch“ zur Historie des Emslandes kostenlos angeboten werden.

Der Inhalt wird nach und nach hier folgen....




Vorwort von Theo Mönch-Tegeder

 

Zwei Lebensbeschreibungen in einem Buch – Bio­grafien zweier Männer, die einander zwar gekannt haben mögen, aber ansonsten keine wesentlichen Berührungspunkte aufweisen. Was verbindet sie so sehr miteinander, dass sie sich gemeinsam zwischen ein und denselben Buchdeckeln wiederfinden?

Bevor wir uns der Frage zuwenden, gebietet es schon die Höflichkeit, zunächst die beiden Protagonisten vorzustellen, um die es auf den folgenden Seiten ge­hen wird:

Heinrich Leveling, Jahrgang 1938, in Emsbüren und darüber hinaus besser bekannt als Pöttker Hinnerk, verdiente seinen Lebensunterhalt als Viehkaufmann, und unter den Vertretern dieses stark im Schwin­den begriffenen Berufsstandes gilt er als eines der letzten Originale. Jeder, der ihn kennt, schätzt sein verschmitztes Lächeln und seine plattdeutsche Er­zählkunst, die nicht selten damit beginnt: „Du hör äs, datt mo‘ck di effkes noch vertelln…“ Und gern schließt er seine Döönkes nach Lachsalven seiner Zu­hörer mit dem Satz: „Ick konn de wall en Book över schrieven.“ Er meint damit all das, was ihm im Lau­fe seines langen Lebens begegnet und widerfahren ist. Das soll nun geschehen und damit beantwortet sich die Eingangsfrage schon zu einem kleinen Teil.

Bernd Botterschulte, geboren 1933, stammt von ei­nem Elberger Bauernhof. Weithin ist er bekannt als Botterbernd und ebenfalls als Meister der Erzähl­kunst, die er gekonnt mit einer nur ihm eigenen Mi­mik und Gestik zu garnieren versteht. Beruflich ist es ihm gelungen – durch sein besonderes Können als regional angesehener Architekt wie auch durch sei­ne persönliche Ausstrahlung -, dass man viele seiner

Ideen heute als kirchliche und weltliche Bauten be­staunen kann.

In beiden verbindet sich das Besondere mit dem Ty­pischen. Sie sind nicht nur als Charaktere ungewöhn­lich markant – schon das wäre Grund genug, sich mit ihnen literarisch zu befassen -, sondern sie ver­körpern die sogenannte erste Nachkriegs-Generati­on – also derjenigen, die kurz vor oder während des Zweiten Weltkrieges geboren wurden, dann die Hit­ler-Diktatur noch als kindliche oder jugendliche Le­benserfahrung in sich aufnahmen, aber dann nach 1945 die gesamte soziale, politische und wirtschaft­liche Entwicklung durchliefen, die uns inzwischen ins 21. Jahrhundert geführt hat.

Je genauer man hinschaut, je tiefer man in die Zei-tenströme hineintaucht, umso stärker gilt: Geschich­te setzt sich zusammen aus vielen Einzelgeschichten. Dies gilt zumal für die emsländische Sonderentwick­lung, die spezielle Herausforderungen zu bestehen hatte: so zum Beispiel die Integration einer weit über­durchschnittlichen Zahl Heimatvertriebener, sodann die enorme wirtschaftliche Aufholjagd vom Armen­haus der Nation zur Vorzeigeregion – verbunden mit dem Namen „Emslandplan“ -, ebenfalls das Erblühen von Schule, Kultur und Bildung und schließlich die Öffnung nach außen, die Überwindung einer Isola­tion, welche dem Emsland über Jahrhunderte den Schimpfnamen Muffrika beschert hatte.

Heinrich Leveling und Bernhard Botterschulte haben jeder auf seine Weise Anteil an dieser besonderen his­torischen Phase. Sie können „pars pro toto“ stehen, als Einzelne für das Ganze. Wer sich mit ihrem Leben beschäftigt, dem entfaltet sich Schicht für Schicht die gesamte Zeitgeschichte. So ist dieses Buch auch zu lesen als eine Komposition aus verschiedenen Einzel­folien vom Individuellen bis zum ganz Allgemeinen. Übereinander gelegt ergeben sie ein mehrdimensi­onales Gesamtbild. Der große Schriftsteller Walter Kempowski (1929 – 2007) hat hierfür mit seinem Werk Echolot ein unübertroffenes Vorbild geliefert. Tagebücher, Briefe und andere Alltagszeugnisse aus ganz unterschiedlichen Quellen sind zu einem colla-genartigen Zeitengemälde verarbeitet. Oder anders ausgedrückt: Aus vielen kleinen Einzelstücken ergibt sich wie in einem Mosaik ein Gesamtbild.

Ähnlich ist Bernd Robben bei diesen Lebensbeschrei­bungen vorgegangen. Kann man ihn Autor nennen? Das auch, er hat Interviews geführt, recherchiert, Archive durchforstet, zusammengefasst, bewertet, geschrieben und fotografiert. Zutreffender aber ist in diesem Fall die Bezeichnung geistiger Urheber, denn aus den Einzelelementen seiner Sammel-Leidenschaft entstand am Ende in kreativer Kom­positionsarbeit etwas Neues. Der emsländischen Regionalgeschichte hat man sich schon auf manche Weise genähert, aber so noch nicht: vom Einzelnen ausgehend zum Allgemeinen. Die Bedeutung des Großen im Spiegel des individuellen Schicksals – mit seinen Chancen und Widrigkeiten, den Herausforde­rungen und Gefährdungen.

Ist es ein Zufall, dass Bernd Robben sich gerade in die­ser Form dem Thema nähert? Wie der Dichter Kem-powski war er bis zu seiner Pensionierung Pädagoge, Dorfschullehrer. Beide haben ihre eigenen Erfahrun­gen damit, was es erfordert, Erfahrung und Wissen in wohlschmeckenden, verdaubaren Portionen zu ser­vieren – und zwar so, dass sie zum Wohlergehen der Leser und Betrachter beitragen. Hier wird geistiges Slowfood serviert, nicht Fastfood.

So kann zum Beispiel jüngeren Lesern deutlich wer­den, dass vieles von dem, was man heute für selbst­verständlich hält, noch gar nicht so lange Bestand hat. Den Älteren wird vielleicht noch einmal ge­ballt vor Augen geführt, welch eine Leistung sie ge­meinsam vollbracht haben, indem sie ein durch den schrecklichsten Krieg aller Zeiten schwer zerstörtes Land in ein nie gekanntes Wirtschaftswunder führ­ten. Auch wenn unsere Gegend von den direkten Ver­wüstungen im Gegensatz zu den großen deutschen Städten weitgehend verschont wurde, waren doch fast in jeder Familie gewaltige innere Schäden zu verkraften. Söhne und Väter starben für die wahn­sinnige Idee eines Dritten Reiches. Die Tafeln mit den Namen der Gefallenen und Vermissten auf den Krie­gerehrenmalen jedes Dorfes geben Zeugnis davon. Andere, die zurückkamen, behielten zum Teil schlim-me Blessuren an Leib und Seele.

Botterbernd und Pöttker, wie sie nun im Buch genauso wie in ihrer vertrauten Umgebung gleichermaßen liebevoll und mit Achtung genannt werden, haben diese Zeit nur als Kinder miterlebt. Und doch: Wir werden erleben, welchen Einfluss diese frühen Erleb­nisse auf ihre Lebensgeschichte genommen haben.

Osnabrück, im Oktober 2011

Die Veröffentlichung dieses Buches aus dem Jahre 2011 auf dieser Plattform ist als ein besonderes Gedenken an Theo Mönch-Tegeder gedacht.

 

Die letzten 80 Jahre im Emsland

 

„Ein Hof und elf Geschwister – Der stille Abschied vom bäuerlichen Leben“ – ein Erfolgsbuch von Ewald Frie

https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_bauern


„Ein Hof und elf Geschwister. Der stille Abschied vom bäuerlichen Leben


Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek |

Vortrag und Gespräch mit Ewald Frie online



Die Bundesrepublik Deutschland wird in diesem Jahr 75 Jahre alt. Zahlreiche Veranstaltungen, Podcasts und Publikationen lassen die Jahre von der Verabschiedung des Grundgesetztes bis heute Revue passieren. Doch in kaum einem Event oder Buch wird der Abschied vom traditionellen Leben in der Landwirtschaft thematisiert. Dabei handelte es sich um eine einschneidende Zäsur, die viele Menschen bis heute bewegt. Das zeigen die eindrucksvollen Verkaufszahlen des Bestsellers „Ein Hof und elf Geschwister. Der stille Abschied vom bäuerlichen Leben“, das der Autor Ewald Frie vor kurzem im Hospitalhof Stuttgart vorstellte. Die Buchvorstellung wurde von der Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek aufgezeichnet und ist nun online abrufbar auf dem Wissenschaftsportal LISA der Gerda-Henkel-Stiftung unter https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/bfz_bauern.

Der von Ludwig Erhard vielfach beschworene „Wohlstand für Alle“ kam sehr unterschiedlich bei den Menschen an. So erlebten gerade die unterbäuerlichen Schichten in dieser Zeit einen Aufstieg aus der Armut. Die Heuerleute – Landarbeiter, die als Pächter auch selbständig Landwirtschaft betrieben – ergriffen neue Berufe und ließen die bisherige Abhängigkeit von den Bauern hinter sich. Plumpsklo und gefrorene Bettdecken gehörten ebenso der Vergangenheit an wie das anstrengende Ausmisten der Ställe oder die harte Feldarbeit bei Wind und Wetter. Eine ländliche Unterschicht, die zuvor vielfach diskriminiert worden war, wurde zu einem anerkannten Teil der so genannten nivellierten Mittelschichtsgesellschaft.

Eine andere Geschichte erzählt der Tübinger Historiker Ewald Frie anhand des Hofes im Münsterland, von dem er selbst stammt, und auf der Grundlage von Gesprächen mit seinen zehn Geschwistern. Innerhalb weniger Jahre verschwand eine stolze bäuerliche Landwirtschaft mit Viehmärkten, Selbstversorgung und harter Knochenarbeit. Anerkannte Gemeindemitglieder, die früher am liebsten unter sich blieben, mussten sich in einer wandelnden Gesellschaft zurechtfinden und neue Wege einschlagen. Ausgerechnet in der Zeit des Wirtschaftswunders gingen die Einnahmen des Hofes aus der seit Jahrzehnten betriebenen Bullenzucht zurück und es fiel der Familie nicht immer leicht, alle elf Kinder angemessen auszustatten.

Frie betont ausdrücklich, dass es ganz verschiedene Landwirte gab und bis heute gibt, deren Situation kaum miteinander vergleichbar ist. Auch seine zehn Geschwister, die zwischen 1944 und 1969 geboren sind, erlebten den Abschied vom bäuerlichen Leben sehr unterschiedlich. Gerade der Vergleich dieser Erfahrungen macht Fries Buch so spannend.

Textbeitrag von Dr. Christian Westerhoff






Abb. 1: Ewald Frie bei der Vorstellung seines Buches in Stuttgart. Foto: Württembergische Landesbibliothek Abb. 2: Ewald Frie im Gespräch mit Christian Westerhoff. Foto: Württembergische Landesbibliothek