Enormer Pressespiegel zum neuen Buch 1

Eine Auswahl von durchweg engagierten Presseberichten zu neuen „Heuerlingsbuch“ Heuerhäuser im Wandel

Zuvor ein Kommentar dazu aus Bersenbrück:

Sehens- und lesenwert

Die zwei Jahre Arbeits­zeit und die 11000 ge­fahrenen Kilometer haben sich gelohnt: Das Bildbandteam um Bernd Rob­ben, Martin Skibicki, Hel­mut Lensing und Georg Strodt hat ein sehenswer­tes und lesenswertes Buch zum Thema Heuerhäuser herausgebracht. Es ist nicht ein klassisches Hei­matbuch, in dem Vergan­genes aufgearbeitet und dokumentiert wird. Es ist mehr: Es dokumentiert vor allem die Gegenwart. Und die ist gediegen, vielfältig und spannend, wie die vie­len 100 Fotografien zeigen. Sie gewähren nicht nur Außenansichten der stilvoll renovierten Heuerhäuser, sondern geben auch Einbli­cke in Küche, Wohnstube und Arbeitszimmer. Es ist faszinierend, mit wie viel Liebe zum Detail und mit welcher Kreativität die neuen Bewohner ihre Wohnwelten — mit histori­schen Rückbezügen verse­hen — hergerichtet haben.

So wird das Buch eines Tages zu einer wichtigen Geschichtsquelle werden, die den folgenden Genera­tionen zeigt, wie sich die Menschen nach anfängli­cher Missachtung intensiv um den Erhalt der Heuerhäuser gekümmert und da­mit Bleibendes geschaffen haben.

Möge der Bildband ebenso erfolgreich werden, wie der Erstling über das Heuerlingswesen. Der hat sich bisher mehr als 14 000-mal verkauft.

Lackmann©noz.de

 

https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-fuerstenau/artikel/981337/bildband-zeigt-heuerhaeuser-auch-im-osnabruecker-nordkreis

 

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Ladbergen/3040575-Buch-ueber-Heuerhaeuser-Alte-Schmuckstuecke

 

https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/wagenfeld-ort53277/aermliche-kotten-wandeln-sich-kleinen-wohlfuehloasen-8786540.html

 

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Greven/3033699-Heuerhaeuser-im-Muensterland-Vom-Schandfleck-zum-Traumhaus

 

https://www.noz.de/lokales/lingen/artikel/966130/bildband-ueber-heuerhaeuser-wichtiger-beitrag-zur-regionalgeschichte

 

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Ladbergen/3040575-Buch-ueber-Heuerhaeuser-Alte-Schmuckstuecke

 

https://www.gn-online.de/emsland/neues-buch-widmet-sich-den-letzten-heuerlingshaeusern-214288.html

 

https://www.stadtanzeiger-borken.de/region/termine/heuerlingskotten-d11296.html

 

https://www.ivz-aktuell.de/Artikel/177439/Lokales/Vom-armen-Kotten-zum-Traumhaus

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Coesfeld/Havixbeck/3074181-Heuerlingshaeuser-im-Wandel-Vom-haesslichen-Entlein-zum-stolzen-Schwan

Waren Heuerleute auf Sklavenschiffen der Ostindienkompanie

 

Obiger Text beschreibt authentisch die Anwesenheit deutscher Seeleute auf holländischen Segelschiffen. Dabei werden das weniger Heuerleute gewesen sein, die ja ganzjährig zu Hause nicht abkömmlich waren.

Aber – wie der niederländische Fachhistoriker Jos Kaldenbach mehrfach beweisen konnte – junge Heuerlingssöhne begaben sich in dieses Abenteuer.

In welche Situationen sie dabei kommen konnten, mag das Gedicht von Heinrich Heine verdeutlichen:

                                                             Das Sklavenschiff

                                                                Heinrich Heine

 

I

Der Superkargo Mynheer van Koek
Sitzt rechnend in seiner Kajüte;
Er kalkuliert der Ladung Betrag
Und die probabeln Profite.

»Der Gummi ist gut, der Pfeffer ist gut,
Dreihundert Säcke und Fässer;
Ich habe Goldstaub und Elfenbein –
Die schwarze Ware ist besser.

Sechshundert Neger tauschte ich ein
Spottwohlfeil am Senegalflusse.
Das Fleisch ist hart, die Sehnen sind stramm,
Wie Eisen vom besten Gusse.

Ich hab zum Tausche Branntewein,
Glasperlen und Stahlzeug gegeben;
Gewinne daran achthundert Prozent,
Bleibt mir die Hälfte am Leben.

Bleiben mir Neger dreihundert nur
Im Hafen von Rio-Janeiro,
Zahlt dort mir hundert Dukaten per Stück
Das Haus Gonzales Perreiro.«

Da plötzlich wird Mynheer van Koek
Aus seinen Gedanken gerissen;
Der Schiffschirurgius tritt herein,
Der Doktor van der Smissen.

Das ist eine klapperdürre Figur,
Die Nase voll roter Warzen –
»Nun, Wasserfeldscherer«, ruft van Koek,
»Wie geht’s meinen lieben Schwarzen?«

Der Doktor dankt der Nachfrage und spricht:
»Ich bin zu melden gekommen,
Daß heute nacht die Sterblichkeit
Bedeutend zugenommen.

Im Durchschnitt starben täglich zwei,
Doch heute starben sieben,
Vier Männer, drei Frauen – Ich hab den Verlust
Sogleich in die Kladde geschrieben.

Ich inspizierte die Leichen genau;
Denn diese Schelme stellen
Sich manchmal tot, damit man sie
Hinabwirft in die Wellen.

Ich nahm den Toten die Eisen ab;
Und wie ich gewöhnlich tue,
Ich ließ die Leichen werfen ins Meer
Des Morgens in der Fruhe.

Es schossen alsbald hervor aus der Flut
Haifische, ganze Heere,
Sie lieben so sehr das Negerfleisch;
Das sind meine Pensionäre.

Sie folgten unseres Schiffes Spur,
Seit wir verlassen die Küste;
Die Bestien wittern den Leichengeruch
Mit schnupperndem Fraßgelüste.

Es ist possierlich anzusehn,
Wie sie nach den Toten schnappen!
Die faßt den Kopf, die faßt das Bein,
Die andern schlucken die Lappen.

Ist alles verschlungen, dann tummeln sie sich
Vergnügt um des Schiffes Planken
Und glotzen mich an, als wollten sie
Sich für das Frühstück bedanken.«

Doch seufzend fällt ihm in die Red‘
Van Koek: »Wie kann ich lindern
Das Übel? wie kann ich die Progression
Der Sterblichkeit verhindern?«

Der Doktor erwidert: »Durch eigne Schuld
Sind viele Schwarze gestorben;
Ihr schlechter Odem hat die Luft
Im Schiffsraum so sehr verdorben.

Auch starben viele durch Melancholie,
Dieweil sie sich tödlich langweilen;
Durch etwas Luft, Musik und Tanz
Läßt sich die Krankheit heilen.«

Da ruft van Koek: »Ein guter Rat!
Mein teurer Wasserfeldscherer
Ist klug wie Aristoteles,
Des Alexanders Lehrer.

Der Präsident der Sozietät
Der Tulpenveredlung im Delfte
Ist sehr gescheit, doch hat er nicht
Von Eurem Verstande die Hälfte.

Musik! Musik! Die Schwarzen soll’n
Hier auf dem Verdecke tanzen.
Und wer sich beim Hopsen nicht amüsiert,
Den soll die Peitsche kuranzen.«

II

Hoch aus dem blauen Himmelszelt
Viel tausend Sterne schauen,
Sehnsüchtig glänzend, groß und klug,
Wie Augen von schönen Frauen.

Sie blicken hinunter in das Meer,
Das weithin überzogen
Mit phosphorstrahlendem Purpurduft;
Wollüstig girren die Wogen.

Kein Segel flattert am Sklavenschiff,
Es liegt wie abgetakelt;
Doch schimmern Laternen auf dem Verdeck,
Wo Tanzmusik spektakelt.

Die Fiedel streicht der Steuermann,
Der Koch, der spielt die Flöte,
Ein Schiffsjung‘ schlägt die Trommel dazu,
Der Doktor bläst die Trompete.

Wohl hundert Neger, Männer und Fraun,
Sie jauchzen und hopsen und kreisen
Wie toll herum; bei jedem Sprung
Taktmäßig klirren die Eisen.

Sie stampfen den Boden mit tobender Lust,
Und manche schwarze Schöne
Umschlinge wollüstig den nackten Genoß –
Dazwischen ächzende Töne.

Der Büttel ist Maître des plaisirs,
Und hat mit Peitschenhieben
Die lässigen Tänzer stimuliert,
Zum Frohsinn angetrieben.

Und Dideldumdei und Schnedderedeng!
Der Lärm lockt aus den Tiefen
Die Ungetüme der Wasserwelt,
Die dort blödsinnig schliefen.

Schlaftrunken kommen geschwommen heran
Haifische, viele hundert;
Sie glotzen nach dem Schiff hinauf,
Sie sind verdutzt, verwundert.

Sie merken, daß die Frühstückstund‘
Noch nicht gekommen, und gähnen,
Aufsperrend den Rachen; die Kiefer sind
Bepflanzt mit Sägezähnen.

Und Dideldumdei und Schnedderedeng –
Es nehmen kein Ende die Tänze.
Die Haifische beißen vor Ungeduld
Sich selber in die Schwänze.

Ich glaube, sie lieben nicht die Musik,
Wie viele von ihrem Gelichter.
»Trau keiner Bestie, die nicht liebt
Musik!« sagt Albions großer Dichter.

Und Schnedderedeng und Dideldumdei –
Die Tänze nehmen kein Ende.
Am Fockmast steht Mynheer van Koek
Und faltet betend die Hände:

»Um Christi willen verschone, o Herr,
Das Leben der schwarzen Sünder!
Erzürnten sie dich, so weißt du ja,
Sie sind so dumm wie die Rinder.

Verschone ihr Leben um Christi will’n,
Der für uns alle gestorben!
Denn bleiben mir nicht dreihundert Stück,
So ist mein Geschäft verdorben.«

 

Heuerleute und Plattdeusch


Die Sprachbarrieren insbesondere bei Heuerlingskindern

Nach der Einschulung gab es dann auf dem Schulhof, aber selbst im Klassenzim­mer ein wildes Durcheinander von Platt- und Hochdeutsch. Manche Mitschüler sprachen bei der Einschulung nur plattdeutsch. Nach einiger Zeit gab es dafür Schläge mit dem Stock. Als sich dieses beim kleinen Josef wiederholte, sagte er mit tränenerstickter Stimme zum Lehrer: „Wenn Du mi noch enmol haust, dann kummt min Opa!“ Und eines Tages stand sein Opa in der Pause auf dem Schul­hof und fragte: „Wat makt min Jungen verkeert, dat he wekke mit’n Rohrstock kricht?“ Lange brauchte der Schulmeister, um wieder „gutes Wetter“ zu machen.

Vorerst war es mit den Schlägen für Plattdeutsch vorbei.

Erlebt und erzählt von Dr. jur. Bernd Schulte aus Lingen

Ein Immobilienmakler vermittelte Heuerhäuser am Fließband

Reinald Tiehen berichtet über seine Jugenderfahrungen in und um Haselünne:

https://www.facebook.com/Marcccopooolooo1964

Hunderte Objekte dieser Art, Größe und Beschaffenheit im Emsland in über 45 Jahren vermittelt und somit an dem Wiederaufbau vieler dieser historischen Gebäude „ IM STILLEN „ mitgewirkt“.

Ich weiß noch, wie ich im Alter von 16 Jahren auf dem Rücksitz des Opels meines Vaters gesessen habe:

Kaufinteressenten aus dem Rheinland an Bord. Rein in die für mich damals  gruseligen „ Objekte“ und nach der Besichtigung zum Notar. Gespenstisch für mich damals!

Die Fachwerkhäuser wurden vor 39 Jahren noch mit Teilflächen von 2000 -10000 für 30 – 80000 DM je Quadratmeter nach Zustand verkauft.

 Heute undenkbar! Aber eine Zeit, an die ich gerne zurück denke.

Ohne Laptopcomputer, Handy und Co! Für unsere Kinder wohl nicht nachvollziehbar. Heute bin ich stolz, als Zeitzeuge ein Teil jener Zeit gewesen zu sein. 

Ansicht Innengiebel

Diese Innenaufnahme einer Lehmwand ist aktuell aufgenommen in einem ehemaligen Heuerhaus und zeigt die Lebensdauer….

Nachträgliches

Da aus technischen Gründen – wohl wegen der Fülle der eingestellten Seiten – eine weiterhin geordnete Seitenverschiebung bei Neueinstellung von Beiträgen zur Zeit nicht möglich ist, werden diese vorerst unter dem Menüpunkt

„Nachträgliches“ 

zu finden sein.