Fotos: Archiv Schoo
Waren Heuerleute auf Sklavenschiffen der Ostindienkompanie
Obiger Text beschreibt authentisch die Anwesenheit deutscher Seeleute auf holländischen Segelschiffen. Dabei werden das weniger Heuerleute gewesen sein, die ja ganzjährig zu Hause nicht abkömmlich waren.
Aber – wie der niederländische Fachhistoriker Jos Kaldenbach mehrfach beweisen konnte – junge Heuerlingssöhne begaben sich in dieses Abenteuer.
In welche Situationen sie dabei kommen konnten, mag das Gedicht von Heinrich Heine verdeutlichen:
Das Sklavenschiff
Heinrich Heine
| I
Der Superkargo Mynheer van Koek »Der Gummi ist gut, der Pfeffer ist gut, Sechshundert Neger tauschte ich ein Ich hab zum Tausche Branntewein, Bleiben mir Neger dreihundert nur Da plötzlich wird Mynheer van Koek Das ist eine klapperdürre Figur, Der Doktor dankt der Nachfrage und spricht: Im Durchschnitt starben täglich zwei, Ich inspizierte die Leichen genau; Ich nahm den Toten die Eisen ab; Es schossen alsbald hervor aus der Flut Sie folgten unseres Schiffes Spur, Es ist possierlich anzusehn, Ist alles verschlungen, dann tummeln sie sich Doch seufzend fällt ihm in die Red‘ Der Doktor erwidert: »Durch eigne Schuld Auch starben viele durch Melancholie, Da ruft van Koek: »Ein guter Rat! Der Präsident der Sozietät Musik! Musik! Die Schwarzen soll’n II Hoch aus dem blauen Himmelszelt Sie blicken hinunter in das Meer, Kein Segel flattert am Sklavenschiff, Die Fiedel streicht der Steuermann, Wohl hundert Neger, Männer und Fraun, Sie stampfen den Boden mit tobender Lust, Der Büttel ist Maître des plaisirs, Und Dideldumdei und Schnedderedeng! Schlaftrunken kommen geschwommen heran Sie merken, daß die Frühstückstund‘ Und Dideldumdei und Schnedderedeng – Ich glaube, sie lieben nicht die Musik, Und Schnedderedeng und Dideldumdei – »Um Christi willen verschone, o Herr, Verschone ihr Leben um Christi will’n, |
Heuerleute und Plattdeusch
Die Sprachbarrieren insbesondere bei Heuerlingskindern
Nach der Einschulung gab es dann auf dem Schulhof, aber selbst im Klassenzimmer ein wildes Durcheinander von Platt- und Hochdeutsch. Manche Mitschüler sprachen bei der Einschulung nur plattdeutsch. Nach einiger Zeit gab es dafür Schläge mit dem Stock. Als sich dieses beim kleinen Josef wiederholte, sagte er mit tränenerstickter Stimme zum Lehrer: „Wenn Du mi noch enmol haust, dann kummt min Opa!“ Und eines Tages stand sein Opa in der Pause auf dem Schulhof und fragte: „Wat makt min Jungen verkeert, dat he wekke mit’n Rohrstock kricht?“ Lange brauchte der Schulmeister, um wieder „gutes Wetter“ zu machen.
Vorerst war es mit den Schlägen für Plattdeutsch vorbei.
Erlebt und erzählt von Dr. jur. Bernd Schulte aus Lingen
Ein Immobilienmakler vermittelte Heuerhäuser am Fließband
Reinald Tiehen berichtet über seine Jugenderfahrungen in und um Haselünne:
https://www.facebook.com/Marcccopooolooo1964
Hunderte Objekte dieser Art, Größe und Beschaffenheit im Emsland in über 45 Jahren vermittelt und somit an dem Wiederaufbau vieler dieser historischen Gebäude „ IM STILLEN „ mitgewirkt“.
Ich weiß noch, wie ich im Alter von 16 Jahren auf dem Rücksitz des Opels meines Vaters gesessen habe:
Kaufinteressenten aus dem Rheinland an Bord. Rein in die für mich damals gruseligen „ Objekte“ und nach der Besichtigung zum Notar. Gespenstisch für mich damals!
Die Fachwerkhäuser wurden vor 39 Jahren noch mit Teilflächen von 2000 -10000 für 30 – 80000 DM je Quadratmeter nach Zustand verkauft.
Heute undenkbar! Aber eine Zeit, an die ich gerne zurück denke.
Ohne Laptopcomputer, Handy und Co! Für unsere Kinder wohl nicht nachvollziehbar. Heute bin ich stolz, als Zeitzeuge ein Teil jener Zeit gewesen zu sein.
Ansicht Innengiebel
Zeitungsmeldungen zum neuen Buch
Nachträgliches
Da aus technischen Gründen – wohl wegen der Fülle der eingestellten Seiten – eine weiterhin geordnete Seitenverschiebung bei Neueinstellung von Beiträgen zur Zeit nicht möglich ist, werde diese vorerst unter dem Menüpunkt
„Nachträgliches“
zu finden sein.
Ausgewiesene Fachleute begleiten „Heuerhäuser im Wandel“
Doppelwerbung – Getränke mit Kultur
Probleme in Alltag der Heuerleute
Unterschiedliche Gewichte, Flächenmaße und Währungen
waren in früheren Jahrhunderten ein enormes Handicap für den Handel.
Eine erneute Reise vor wenigen Wochen nach Rom brachte in Erinnerung, welch ein Vorteil die gemeinsame Währung in Europa hat. Bei meiner ersten Romvisite vor etwa 50 Jahren kurz vor dem Abitur brachten unliebsame Erfahrungen mit der leidlichen Währung der Lire. Ständiges Umrechnen und eine Fülle von Geldscheinen, die kaum Wert hatten, sind heute Vergangenheit.
Im Leben der Heuerleute damals konnte die Unterschiedlichkeit der Währung u. a. durchaus von Nachteil sein so z. B. wenn sie die Heuerstelle wechselten und deshalb mit verschiedenen Flächenmaßen umgehen mussten. Aber auch die unterschiedlichen Getreidemaße mussten beachtet werden, wollte man nicht betrogen werden. Auch beim Hollandgang war der Umgang mit verschiedenen Währungen nötig und durchaus lästig. Auch die häufigen Zollstationen waren mit besonderen Umständen verbunden und deshalb versuchte man, diese zu umgehen, was aber durchaus gefährlich sein konnte…

















