Dieses Gespräch über die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Heuerleute (Inwöhner) kam 2018 zustande am Rande eines Vortrages.
Der langjährige Vorsitzende des HV Raesfeld, Richard Sühling, (links) und sein Bruder Adolf Sühling (rechts) nahmen ebenso daran teil wie das Ehepaar Bruner.
Die Besonderheit dieser Videoaufzeichnung liegt darin, dass hier jeweils ein ehemaliger Heuerlingssohn und ein Landwirt (A. Sühling) nebeneinander berichten.
Die Verwendung der plattdeutschen Sprache ist bewusst gewählt zugunsten der Authentizität als Zeitzeugnis.
Timo Friedhoff „verwaltet“ nicht nur das Gemeindearchiv Wagenfeld auf der Auburg, er „gestaltet“ auch aktiv das Kulturleben in der Region auf mehreren Ebenen. (z. B. Plattdeutsches Theater).
Von seinen besonders profunden Kenntnissen und Studien im Bereich des Heuerlingswesens (Häuslinge) im Großraum Diepholz habe ich mehrfach profitieren können.
Nachfolgend soll eine Auswahl seiner bisherigen Veröffentlichungen vorgestellt werden:
Und hier die „jüngsten“ Veröffentlichungen in der Reihe Heimatfibel:
Er war beteiligt an der Ablösung der Heuerleute: Mit viel Erfolg verkaufte er in den fünfziger Jahren und danach Schlepper und andere Landmaschinen in Nordwestdeutschland.
Karl Heinz Fahrenkrog: Das Wohnen in den InstkatenDie Wohnsituation der Instleute war von der Grundsituation her schlecht. Sie lebten zumeist in einer Doppelkate.
Es waren so zwei bis drei Familien auf engstem Raum nebeneinander untergebracht. Sie konnten dort lediglich jeweils über einen Wohnraum, einen Schlafraum und eine Küche verfügen. An das Haus angefügt waren die Stallungen für je eine Kuh, ein Schwein und auch für das Geflügel.Den ohnehin beengten Schlafraum mussten sich die Kinder mit den Eltern teilen, denn ein ausgesprochenes Kinderzimmer gab es in diesen Katen nicht. Zum Teil waren Schlafkojen vorhanden. In der Regel gab es allerdings nur bettähnliche Gestelle, dort schliefen die Kinder zu zweit oder zu dritt, aus Platzgründen mit den Köpfen und den Beinen versetzt.
Ich weiß um diese Verhältnisse von meiner Tante, die hatte neun Kinder. In dieser Familie bestand das große Problem, den Nachwuchs überhaupt in diesen Räumlichkeiten unterzubringen und so gab es für einige der Kleinen lediglich Strohschütten in den Ecken. Im Schlafraum waren sowohl die Kinder als auch die Eltern untergebracht. Ein ausgesprochenes Kinderzimmer gab es in diesen Katen nicht. Zum Teil waren Schlafkojen vorhanden. In der Regel gab es allerdings nur bettähnliche Gestelle, dort schliefen die Kinder zu zweit oder zu dritt, aus Platzgründen mit den Köpfen und den Beinen versetzt. Ich weiß das von meiner Tante, die hatte neun Kinder. In dieser Familie bestand das große Problem, die Kinder überhaupt in diesen Räumlichkeiten unterzubringen und so gab es für einige der Kleinen lediglich Strohschütten.
Der Wechsel aus der Landwirtschaft zur harten Arbeit im Steinbruch wurde fast durchweg vollzogen. Damit konnte zumeist ein Eigenheim mit einem Garten erworben werden.
Der Drang zum Eigentum war in allen Gegenden oberstes Streben der besitzlosen Landbevölkerung. Nur so konnte man zum „vollwertigen Menschen“ werden.
Die Granitarbeiter mussten sich jedoch in den meisten Fällen diese Freiheit mit einer Staublunge (Silikose) erkaufen, was häufig zu einem frühen Tod führte.